Filmkritik: An ihrer Seite (DVD)

1403 0 0 24. September 2008
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Titel:An ihrer Seite
EAN:7613059800458
USK:Freigegeben ohne Altersbeschrnkung
Label:Ascot Elite Home Entertainment
Release:2008-04-17

Der Film beginnt mit einer makellos wirkenden winterlichen Landschaft. Im Schnee erkennt man die Spuren zweier Skifahrer. Die Einstellung begegnet uns auch am Ende des Films. Zwischen den Schneespuren liegt eine Liebesgeschichte. Grant und Fiona sind mehr als 40 Jahre verheiratet. Wie das so ist, war nicht immer alles einfach. Fiona erkrankt an Alzheimer und weil sie Grant nicht belasten will, zieht sie in ein Heim. Als Grant sie nach einiger Zeit im Heim besucht, kann sie sich an ihn nicht mehr erinnern.

In guten Händen

Der Film zeigt wie dramatisch die Auswirkungen einer Alzheimer-Krankheit für eine Beziehung sein können. Nicht nur für den Patienten. Auch für seinen Partner. Das tragische an der Geschichte: Grant nimmt Fionas Aussetzer der Erinnerung nicht ernst. Mal stellt sie eine Bratpfanne statt ins Regal in den Kühlschrank oder vergisst ab und an bestimmte Wörter. Doch es wird immer schlimmer. Schließlich will Fiona sich untersuchen lassen. Die Diagnose ist niederschmetternd: Alzheimer. Stück für Stück verliert sie ihr Erinnerungsvermögen. Alzheimer wurde nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer benannt und erstmalig 1906 diagnostiziert. Eine Heilung ist bis heute nicht möglich. Es gibt jedoch verschiedene Therapien und Medikamente, die eine geringe Verbesserung des Krankheitszustands ermöglichen.

Der Film ist jedoch keinesfalls sentimental. Die Gefühle der Protagonisten werden deutlich, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Als Vorlage für den Film diente die Erzählung „Der Bär klettert über den Berg“ von Alice Munro. Eines ist klar. Der Stoff ist riskant. Riskant, weil das Thema, in falschen Händen, auch kitschig wirken könnte. Aber, so ist es zum Glück nicht. Die Regisseurin Sarah Polley hat ganze Arbeit geleistet. Entstanden ist ein Drama mit sehr guten Dialogen und einem Hauch von Ironie. Polley versucht die Liebe in all ihren Nuancen zu zeigen. Der Film ist ihr Regiedebüt. “An ihrer Seite” ist einer der wenigen kanadischen Kinofilme, die es hierher zu uns geschafft haben. Leider konnte sich der Film nicht durchsetzen. Das ist schade. Der Film ist die Kinokarte und DVD allemal wert. Technisch gibt es auch nicht viel zu meckern. Gute Szenenübergänge und kaum Rückblenden, so macht ein Film Spaß.

Fazit

„An ihrer Seite“ ist ein untypischer Liebesfilm. Untypisch weil es keine kitschige Gefühlsduselei gibt. An einigen Stellen ist er jedoch etwas monoton und langatmig. Keineswegs etwas für die breite Masse. Die Besetzung der Rolle von Fiona mit Julie Christie war eine sehr gute Entscheidung. Sie mimt die erkrankte Ehefrau sehr überzeugend und schafft es ihre Schauspielerkollegen an die Wand zu spielen. Unterm Strich ist „An ihrer Seite“ ein Film an den man sich gerne zurückerinnert.

Gesamtwertung

84%

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