Zwischen schwarzem Humor und Kriegsrealität
Maria Revas Buch verbindet scheinbar gegensätzliche Elemente: Absurder Humor trifft auf ein tiefgreifendes Familiendrama und die harten Realitäten aktueller Konflikte. In der deutschsprachigen Ausgabe zeichnet sich ein deutlicher struktureller Einschnitt ab: Am 24. Februar 2022 – dem Tag des großflächigen russischen Überfalls auf die Ukraine – greift die reale Weltgeschichte direkt auf Seite 161 in die Erzählung ein. Ab diesem Punkt verändert sich die Tonalität des Werks spürbar und reflektiert das Schreiben mitten in Zeiten des Krieges. Die Autorin selbst steht aufgrund ihrer Haltung und ihrer Veröffentlichungen mittlerweile auf der offiziellen Liste der in Russland unerwünschten Personen.Die Reaktionen der Fachkritik auf den Roman fielen entsprechend eindringlich aus. Rainer Moritz hob in der Neuen Zürcher Zeitung die besondere Beobachtungsgabe hervor:
Ein verblüffendes Debüt, das sich nicht mit simplen, vorgestanzten Erzählweisen zufriedengibt und für die Verletzungen, die die irrsinnige Gegenwart den Menschen zufügt, einen genauen Blick hat.
Es ist ein grotesker, schwarzer Humor, den Maria Reva benutzt und der uns näher an das Grauen heranbringt.
Roadtrip und Kriegszeugnis, absurder Humor und Familiendrama, Endzeitstimmung und große Momente der Hoffnung: Maria Reva verwebt in ihrem Debütroman eigentlich Unvereinbares zu einem mutigen Stück Literatur.
Vielfach ausgezeichnetes Werk auf Berliner Bühne
Die literarische Qualität des Romans spiegelt sich in zahlreichen internationalen Preisen und Nominierungen wider. Das Buch gelangte unter anderem auf die Longlist des renommierten Booker Prize 2025 sowie des Dublin Literary Award 2026. Darüber hinaus wurde das Werk für die Shortlist des Climate Prize for Fiction 2026 nominiert und mit Anerkennungen wie dem Atwood Gibson Writers' Trust Fiction Prize 2025 gewürdigt. Auszeichnungen wie der Aspen Words Literary Prize 2026, der Gordon Burn Prize 2026 und der Amazon Canada First Novel Award 2026 unterstreichen den weltweiten Erfolg des Buches.Die Berliner Lesung findet am Freitag, den 11. September, um 18:00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele statt. Durch den Abend führt die Moderatorin Lara Sielmann.


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