Like mich am Arsch

1379 0 0 25. Oktober 2013
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Titel:Like mich am Arsch: Wie unsere Gesellschaft durch Smartphones, Computerspiele und soziale Netzwerke vereinsamt und verblödet
EAN:9783868833300
Label:Riva

Digitale Technik verdummt uns! Dieser aggressive Gedanke bewegt Andreas Hock. Für ihn Anlass genug, ein Sachbuch zu diesem Thema zu verfassen, dessen Umfeld zu beleuchten und alles zusammen in einen Kontext zu den Protagonisten zu setzen. Das sind wir.

Like mich am Arsch!!!

Ach, die gute alte Zeit. Damals gab es die TV-Sender von ARD, ZDF und WDR. Musik wurde noch auf Vinyl gepresst.Verabreden war manchmal kompliziert, aber schön. Und wenn es dann klappte, war es nachhaltig, ehrlich, persönlich und 100%ig analog. Der direkte zwischenmenschliche Kontakt hatte eine schätzenswerte Klasse. Und wenn notwendig bediente er sich eines Standplanes und fand das Ziel.

Heute ist vieles, fast alles anders. Social Media ist es zu verdanken, dass entdeckt wurde, was wir scheinbar nie so richtig hatten: das soziale Miteinander. Heute erfährt in Windes Eile die gesamte Nation wer sich wann, wo und wie mal wieder einsam fühlt. Mitfühlende User liken einen solchen Beitrag sofort. Es ist wohl als ein Zeichen des neuzeitlichen Mitgefühls zu verstehen, das ausdrücken soll: Ich hab dich lieb, aber jetzt lass mich bitte wieder in Ruhe.

Für alles andere gibt es Navis, Tools, Computerspiele und natürlich den Burner überhaupt: Apps. Apps für – Andreas Hoch würde wohl auch das Wort benutzen – jeden Scheiß. Da ist die Frau, die zum Brüsseler Hauptbahnhof wollte und im Nirvana landetet oder die aus dem Ruder gelaufene Facebook-Party einer jungen Hamburgerin.

“Like mich am Arsch” ist ein bemerkenswertes Buch. Denn es ist nicht nur lesenswert, sondern es regt auch zum Nachdenken und Diskutieren ein. Die unverblümte und manchmal etwas platt wirkende Sprache des Autoren wirkt aber nie unangenehm, sondern unterstützt diesen Prozess.

Apropos Apps:da berichtete jemand stolz seinem Freundeskreis, dass er eine App bekommen hätte, die ihm sage, wann ein Filet bei welcher Temperatur in einem bestimmten Pfannentyp und mit dem empfohlenen Öl gewendet werde müsse, um es delikat zuzubereiten. Er lud seine Freunde zu einem Abendessen ein. Der Abend war nett, das Essen nicht.

Fazit

"Like mich am Arsch" ist ein bemerkenswertes Buch. Denn es ist nicht nur lesenswert, sondern es regt auch zum Nachdenken und Diskutieren ein. Die unverblümte und manchmal etwas platt wirkende Sprache des Autoren wirkt aber nie unangenehm, sondern unterstützt diesen Prozess.

Gesamtwertung

80%

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