Digital Fotografieren. Praxis für perfekte Fotos

1414 0 3 24. September 2008

Mit einer Digitalkamera, die heute auch noch zu besonders günstigen Preisen erhätlich sind, eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten: Man kann die Cam praktisch überall hin mitnehmen, das gleiche Motiv auch mehrmals fotografieren, ohne später die Bilder entwickeln zu müssen. Fehlbelichtungen kann man am PC noch nachbearbeiten und man muss sich keine Gedanken mehr über verschwendetes teures Filmmaterial mehr machen. Aber all diese Features, die man mit so einer DigiCam inklusive bekommt setzen auch voraus, dass man sich intensiv mit den Möglichkeiten der digitalen Fotografie auseinandersetzt. In seinem Buch “Digitales Fotografieren – Praxis für perfekte Fotos” erklärt Christian Haasz nicht nur, wie man gekonnt seine Kamera einsetzt, sondern auch was man mit der Bilbbearbeitung alles erreichen kann, wie man Licht richtig einsetzt und wie man mehr als nur Momentaufnahmen umsetzen kann.

Mehr als nur Knipsen…

…so lautet das Motto des Buches und so verwundert es nicht, dass nach einer kurzen Einleitung über die Möglichkeiten und die Entwicklung der Fotografie bereits in den Grundlagen ein tiefergehenes Grundwissen über die Kamera vermittelt wird. Hier wird das Wichtigste auf wenigen Seiten erklärt, ohne dass man sich zunächst stundenlang im Internet auf irgendwelchen Webseiten und in Foren mit einem ungesunden Halbwissen herumtreiben muss. Diese ersten Kapitel erklären eindrucksvoll das Basiswissen wie Bedienung einer DigiCam, die Sensortypen, den optischen und den elektronischen Sucher und viele andere Details an der Kamera, die man sicherlich schon benutzt hat ohne zu wissen, was sie eigentlich genau tun. Mit diesem Hintergrundwissen allerdings tun sich sowohl Einsteiger wie auch erfahrene Kamerabenutzer leichter.

Insbesondere die Bedienkonzepte, also die Erklärung der Features der in jeder Digitalkamera verwandten Software werden dem einen oder anderen die Augen öffnen, denn hier lernt man wozu eigentlich der “Weissabgleich” dient und welche Voreinstellungen wirklich nützlich sind. Auch über die Nachteile des Digitalzooms erfährt man etwas, genau so wie Kontrast, Schärfe und weitere Einstellungsmöglichkeiten und worauf man achten muss, wenn man die Bilder nachträglich weiterverarbeiten will. Anschließend bitet das Buch noch eine Art “roten Faden” durch das Dickicht des Zubehör-Marktes: Welches Zubehör brauchen Sie wirklich? Worauf ist beim Kauf eines Stativs zu achten? Und welche Speicherkarte ist die richtige? Das Buch beinhaltet zu jeder dieser Fragen die richtigen Antworten oder zumindets Tips für die Kaufentscheidung.

Für Pixelkünstler

Im zweiten und dritten Kapitel geht der Autor vor allem auf das notwendige Basiswissen ein. In “Digicams – leistungsstarke Pixelkünstler” beleuchtet der Autor intensiv die Möglichkeiten aktueller Digitalkameras im Vergleich. Sehr hilfreich sind hierbei die Vergleichsbilder, die deutlich veranschaulichen welche Auswirkung die spezifische Einstellung an der Kamera haben kann. Auch hilfreiche Tabellen und Tips helfen bei der Wahl der richtigen Einstellung. Neben dem Einsatz von Blitzlicht, der ja häufig sehr kritisch ist hilft das Kapitel auch bei Problemen mit der Bildqualität oder dem Bildrauschen.

Das dritte Kapitel “Fotoschule Basiswissen” ist dann sicherlich eines der Herzstücke des Buches. Es gibt hilfreiche Tips aus der Sicht eines Profifotografen und unterstützt so auch angehende Fotografen bei der Auswahl des richtigen Motivs oder Bildausschnitts. Was man vielleicht bisher nicht gesehen hat wird mit den Augen des Autors plötzlich zu einem sehenswerten Bild. Man muss eben nur wissen wo man hinsehen muss. Genauer hingesehen wird auch in den Bereich der Makrofotografie, in dem wir uns besonders die Tierwelt aus nächster Nähe betrachten. Gerade die Tierfotografie kann uns aber auch oftmals vor echte Herausforderungen stellen, denn Tiere sind eben keine Models und halten nicht still, wenn der Paparazzo daherkommt. Ähnliches gilt auch für Fotos von Kleinkindern und so gibt der Autor auch hier wertvolle Tipps und betrachtet auch die Fotografie von Jugendlichen mit seinem ganz eigenen Fokus.

Sehr schön an dem Buch ist, dass darin auch auf weitere individuelle Situationen eingegangen wird. Schonmal versucht ein Feuerwerk zu fotografieren? Christian Haasz weiß Rat genauso wie bei bewegten Bildern. Und natürlich kommen auch Stillleben nicht zu kurz und mit eindrucksvollen Bildern wird gezeigt wie spannend auch ruhige Szenen sein können.

Nachbearbeitung

Ist das Foto mal im Kasten ist die Arbeit unter Umständen noch nicht ganz erledigt und so widmen sich die nachfolgenden Kapitel vor allem der Bildnachbearbeitung am PC. Im vierten Kapitel erklärt uns der Autor wie man die beiligende Software “Ulead Photoimpact” gekonnt für seine Zwecke einsetzt. Die Bildbearbeitungssoftware liegt dem Buch als Vollversion in der Version 10 bei und wird dankenswerter Weise auch im Buch gut erklärt. Vor allem die Erläuterungen zu den Bildausschnitten werden dem einen oder anderem unter uns wirklich hilfreich sein und uns bei der Suche nach dem perfekten Bild unterstützen können. Hier wird erklärt wie man Bilder richtig zuschneidet, schiefes wieder gerade biegt und kleinste Störungen im Bild entfernt. Auch die Macht der Farben wird im Detail und mit großartigen Farbbildern dargestellt.

Das nächste Kapitel “Bildretusche – routiniert und ideenreich” hilft bei dem bekannten Rotaugeneffekt und bei weiteren Spezialeffekten, die man benutzen kann um entweder Fehler im Bild zu korrigieren oder aber das Bild kunstvoll mit Effekten zu versehen. So gibt es wertvolle Tips zu der teilweise schwierigen Aufgabe des Freistellen eines Bildmotivs oder aber auch zum Einsatz von Unschärfefiltern für kreative Zwecke. Der Autor zeigt hier ganz bewußt wie schon bei der Digitalkamera nun auch die Möglichkeiten die uns moderne Bildbearbeitungssoftware bietet.

Auch der Druck von Bildern gehört zur Nachbearbeitung im weitesten Sinne und auch hierfür gibt es ein extra Kapitel. Wer dachte er könne einfach nur so draufloas drucken, der sieht sich getäuscht, denn neben der richtigen Papierwahl gibt es auch bei der Darstellungsqualität und der Auflösung für den Druck einiges zu beachten. So bleibt es dann im Buch auch nicht bei den Drucken für den Heimbedarf sondern auch Drucke für den professionellen Einsatz werden angesprochen und unterstreichen so den Anspruch des Buches sich nicht nur an Einsteiger, sondern auch an ambitionierte Fortgeschrittene zu wenden.

Noch mehr Möglichkeiten…

Wer diese Kapitel alle gelesen hat, den wird es mit ziemlicher Sicherheit gepackt haben und der Leser wird demnach eine ganze Reihe Bilder gemacht haben. Nur wohin damit? Wie bewahrt man angesichts der viele Fotos noch den Überblick? Das Kapitel “Fotos organisieren und archivieren” leistet hier Hilfestellung und beleuchtet damit auch den Lifecycle einer Fotografie von der Kamera bis in die Untiefen einer CD-Sammlung. Auch Googles Picasa findet hier ebenso einen Platz wie die Wahl des richtigen Mediums.

Nachfolgend werden dann noch in den verbleibenden Kapitel Ideen gegeben für den richtigen Einsatz von Bildern. Wie wäre es beispielsweise mit einem Kalender mit deinen Bildern? Oder was spricht gegen Weihnachtskarten mit einem Bildmotiv aus dem letzten Winter? Auch für den professiionellen Einsatz findet sich dann wieder eine Rubrik, nämlich rund um die Gestaltung von Werbeartikeln in Verbindung mit den selbst geknipsten Bildern. Zu guter Letzt kommt dann auch noch der Videodreh mit der eigenen Digitalkamera zu Wort und hilft uns beim Dreh unserer eigenen Produktionen.

Fazit

Das Buch "Digital Fotografieren. Praxis für perfekte Fotos" von Christian Haasz verdient aus unserer Sicht schon fast die Bestnote, denn es hilft jungen Fotografen und angehenden Profis wirklich von A-Z im gesamten Themenbereich der Digitalfotografie. Angefangen bei der Technik der Digitalkamera über den Einsatz derselben und den kompletten Bereich der Bildnachbearbeitung bis hin zu wertvollen Tips bei der Archivierung wurde eigentlich kein Aspekt ausgelassen. Passende Illustrationen und zahlreiche Beispielbilder vermitteln das Wissen zudem nicht nur in Worten und die beigefügte Vollversion der Bildbearbeitungssoftware "Ulead Photoimpact" rundet den guten Gesamteindruck ab und zeigt wie gut durchdacht das Buch war. Ich muss jetzt los: Fotos machen.

Gesamtwertung

95%

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