Xen 3.2

1077 0 2 24. September 2008
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Titel:Xen 3.2, m. CD-ROM: aufsetzen, konfigurieren, betreiben
EAN:9783772372476
Label:Franzis Verlag

Auf dem Umband und im Pressetext heisst es: “Servervirtualisierung ist kein Exotenthema mehr”. Und das stimmt auch, denn längst hat das Thema den Sprung von den Business Unternehmen und Fachvorträgen auch in Computermagazine für die breite Öffentlichkeit geschafft. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Bessere Ausnutzung von Ressourcen und damit auch eine höhere Effizienz teurer Hardware und somit bessere Wirtschaftlichkeit für das ganze Unternehmen. Aber auch Privatanwender können von diesem Trend profitieren – Sei es zum Testen neuer Software oder einfach nur dazu alte Dos-Games in einer virtuellen Maschine (kurz: VM) zum Laufen zu bringen. Neben den kostenpflichtigen Produkten von VMWare gibt es noch eine Reihe relevanter Marktteilnehmer, die ihre Virtualisierungssoftware kostenlos anbieten. VMWare hat den kostenlosen “Virtual Server” im Angebot, Microsoft ist auch auf den Zug aufgesprungen und bietet mit “Virtual PC” eine Gratis-Variante an und Sun Microsystems geht mit “Virtual Box” an den Start. Ein weiterer, sehr verheissungsvoller Kandidat in diesem Sektor ist “Xen” in der aktuellen Version 3.2. Die blaue Reihe von Franzis beschäftigt sich in dem Fachbuch “Xen 3.2” mit eben dieser Variante und bringt uns die Vorteile näher…

Server…was?

Zunächst ein Vorwort für alle unsere lesenden Gamer, die vielleicht noch nicht etwas von Servervirtualisierung gehört haben. Darunter versteht man im Allgemein ein Stückchen Software von den oben genannten Anbietern, welches man auf einem Hauptrecher/-server installiert. Dieser Rechner hat nun die Fähigkeit weitere Installationen von Betriebssystemen zu ermöglichen, die dann (bei entsprechender Hardwareausstattung) auch nebeneinander laufen können. So besteht die Möglichkeit auf seinem Heim-PC oder einer Kiste, die man seit dem Laptop-Kauf unterm Tisch stehen hatte, zu einem Host für weitere Gastbetriebssysteme zu machen. Professionelle Anwender in Unternehmen können so ihre Serversysteme besser auslasten: Hatte ein Server bisher zwar eine wichtige Funktion, aber nur wenig zu tun, so hat man streng genommen Geld und Ressourcen einfach verschwendet. Solche Maschinen sind ideal um virtualisiert zu werden, denn nun lassen sich mehrere solcher Server zusammen auf einen Hauptserver (genannt: Host) installieren und zusammen nutzen sie die Ressourcen des Hosts, wie CPU, Ram, Festplatten, etc, natürlich intensiver und damit besser aus. Aber auch Heimanwender können profitieren. Wenn Du beispielsweise alte Spiele hast, die unter Vista nicht mehr laufen wollen, könntest du mal ausprobieren, ob es nicht möglich ist das Spiel in einer virtuellen Maschine unter XP zu starten. In der Regel (je nach Grafikanforderungen) klappt das ganz gut und sicher lassen sich noch andere Ideen sammeln…

Der Hauptgang

Soweit zum Vorspiel, kommen wir nun zum Hauptgang: Das Buch “Xen 3.2” von Andrej Radonic, Frank Meyer und Thomas Halinka beschäftigt sich mit der Open Source Virtualisierungslösung Xen, die auch schon Bestandteil vieler Linux-Distributionen wie zum Beispiel SLES 10 ist. Dank Partner wie IBM, AMD und Intel hat sich das Produkt seinen Weg aus den Bastelstuben ewig emsiger Linux-Gurus geschafft und wird nun immer mehr zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die bisherigen Marktführer. Die entscheidenden Begriffe wie “virtuelle Maschinen” oder “Host” haben wir bereits genannt, aber natürlich beleuchtet das Buch diese Themen und die Grundkonzepte der Software in den ersten Kapiteln noch deutlicher und mit vielen Grafiken und Bildern illustriert. Die Autoren haben sich sichtlich Mühe gegeben ein Praxisbuch zu entwickeln, welches nicht nur erfahrenen Administratoren, sondern auch Neueinsteigern einen guten Einsteig in die Thematik ermöglichen soll.

Danach gehts ans Eingemachte und dank der beiliegenden DVD kann man sich sofort daran machen Schritt für Schritt seinen eigenen Xen-Server aufzusetzen. Das Buch berät hier sowohl bei der Wahl des richtigen Host-Betriebssystems und gibt auch entscheidende Tips für die Hardware. Bei der Installation der Software bietet das Buch Anleitungen für alle relevanten Betriebssysteme von Suse bis Ubuntu. Danach folgt die ebenfalls bebilderte Installation von Gastmaschinen. Das Bott geht dabei auch für professionelle Anwender sehr in die Tiefe, erklärt beispielsweise die Nutzung von Massenspeichersystemen, Use Cases und Ausfallsicherheit.

Fazit

Das Buch "Xen 3.2" von Andrej Radonic, Frank Meyer und Thomas Halinka aus dem Hause Franzis ist ein wertvolles Nachschlagewerk für alle, die mit der Open Source Software Xen Erfahrungen sammeln wollen. Sowohl Neueinsteiger in die Materie, wie auch professionelle Anwender werden hier fündig.

Gesamtwertung

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