Fool

1466 0 0 10. April 2009
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Titel:Fool: Roman
EAN:9783442311897
Label:Goldmann Verlag

Wenn ein Buch mit dem Wort “Wichser” beginnt, dann weiß man eigentlich gleich, was auf einen zukommt. Christopher Moore, Autor des vorliegenden Buches “Fool” bringt es in seiner Einleitung gleich auf den Punkt: “Dieses ist ein derber Schwank, randvoll mit entbehrlichem Beischlaf, Mord, allerlei Maulschellen, Verrat und einem ehedem ungeahnten Maß an Geschmacklosigkeit und Profanität, fürderhin unüblicher Grammatik, getrennten Infinitiven, und hier und da einem Onanisten.”

Närrisches Treiben

Grundlage für “Fool” ist Shakespeares Tragödie “König Lear”, welche nun kräftig durch den Kakao gezogen und mit allerhand schmutzigen, frivolen und närrischen Gags bearbeitet wird. Pikanterweise wird die Geschichte hier aus der Sicht des Hofnarren Pocket erzählt, der nicht nur mit schrillen Gags zu gefallen weiß, sondern auch immer einen engen Draht zur Damenwelt hat. Als Hofnarr am Hofe des Königs Lear hat man es zudem keineswegs leicht.

Der König unterzieht seine drei Töchter einem ominösen Loylitätstest, denn er will wissen woran er ist, bevor er seinen potentiellen Erben sein Land überlässt und das Königreich aufteilt. Doch dieser Test geht (bekanntlich) gründlich daneben und der König erliegt den beiden unredlichen älteren Töchtern, während die dritte im Bunde leer ausgeht.

Man muss Shakespeares Originalvorlage nicht gelesen haben, um auch mit “Fool” seinen Spass zu haben, dennoch sollte man schon einen Hang zu mittelalterlichen Themen haben, denn sowohl das komplette Setting wie auch der Schreibstil sind stilecht.

Der ehemalige Journalist Christopher Moore arbeitete als Dachdecker, Kellner, Fotograf und Versicherungsvertreter, bevor er anfing, Romane zu schreiben. Seine Romane haben in Amerika längst Kultstatus, und auch im deutschsprachigen Raum wächst die Fangemeinde beständig. Christopher Moore liebt – nach eigenen Angaben: den Ozean, Elefanten-Polo, Käsecracker, Acid Jazz und das Kraulen von Fischottern. Er mag aber weder Salmonellen noch Autoverkehr und erst recht nicht gemeine Menschen.

Fazit

Närrische und humorvolle Parodie auf Shakespeares Tragödie "König Lear". Nicht immer brüllend komisch, aber für humorvolle Fans des Mittelalters sicher einen Blick wert.

Gesamtwertung

65%

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