Three Games <3: Metroidvania

4436 0 2 26. März 2015
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[nextpage title=”Three Games <3: Einleitung”]

Bei Videospielen hat man die Qual der Wahl. Wöchentliche erscheinen neue Titel für die unterschiedlichsten Plattformen, ob Triple-A Blockbuster oder Indie-Geheimtipp. Nicht selten passiert es also, dass man so manche Spieleperle verpasst oder überhaupt nicht wahrnimmt. Da Ich nicht jedes einzelne Spiel vorstellen kann, werde Ich euch von heute an in regelmäßigen Abständen drei Spiele aus verschiedenen Genre präsentieren, die es sich lohnt anzusehen. Da erst kürzlich das großartige „Ori and the Blind Forest“ erschienen ist (Testbericht), fangen wir mit den Action-Adventures an. Genauer gesagt handelt es sich bei den folgenden Spielen um Vertreter der Metroidvania-Games. Bevor wir aber einen Blick auf die Spiele werfen, erkläre Ich euch, was „Metroidvania“ eigentlich bedeutet.

In Metroid steuert ihr die Kopfgeldjägerin Samus Aran und erforscht eine große, relativ offene Spielwelt. Während eures Abenteuers sammelt ihr Upgrades für eure Power-Suit ein und löst kleinere Rätsel. Ein wesentlicher Bestandteil der Metroid-Reihe ist das sogenannte “Backtracking”. Eingesammelte Upgrades ermögliche es, neue Spielabschnitte in zuvor erkundeten Arealen zu erforschen. Dort findet ihr dann weitere Upgrades, die wiederum notwendig sind, um im Spielverlauf weiter voran zu kommen.

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Der Begriff Metroidvania setzt sich aus „Metroid“ und „Castlevania“ zusammen.
Beide Spiele haben ihren Ursprung auf dem Nintendo Entertainment System (NES).

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Castlevania spielte sich in den anfänglichen Titeln wie ein klassischer Action-Plattformer. Ihr bewegt euch von A nach B und sammelt während eurer Reise zusätzliche Waffen ein. Mit dem Erscheinen von Castlevania: Symphony of the Night führte man eine zusätzliche Komponente in Form von RPG-Elementen ein. Durch das Töten von Feinden bekommt ihr Erfahrungspunkte und steigt so im Level auf. Dadurch wird eure Charakter Alucard stärker, was sich in Form von mehr Lebenspunkten oder höherem Angriffsschaden äußert. Zudem findet man verschiedene Ausrüstungsgegenstände wie etwa Rüstungen, Waffen oder Amulette.

Metroidvania’s gehören übrigens zu dem Genre der 2D-Platformer. “Aber Dennis…es gibt doch auch ein 3D-Metroid!” Das ist richtig! Es gibt auch ein 3D-Castlevania. Ein wesentlicher Bestandteil eines “Metroidvania” ist die 2D-Perspektive. Im Internet wird sich bis heute darüber gestritten, wieso das so ist. Sobald wir in die dritte Dimension vordringen, verschwindet der Term sehr schnell. Ein 3D-Metroidvania ist also ein Oxymoron. Darksiders oder die Batman-Spiele von Rocksteady wären aktuelle Beispiele für 3D-Metroidvania’s, aber wie oben schon erklärt. 3D-Metroidvania’s gibt es nicht.

Damit hätten wir nun geklärt, was genau ein „Metroidvania“-Spiel auszeichnet. Im nachfolgenden Artikel findet Ihr drei tolle Titel, die mir besonders gut gefallen haben und sowohl den alten Charme ausstrahlen als auch ganz eigenen Akzente setzen.

[nextpage title=”Guacamelee!“]

Den Anfang macht „Guacamelee!“ vom kanadischen Entwickler „DrinkBox Studios“. Entwickelt  wurde der Titel im April 2013 für die PS3, hat es aber dank des großen Erfolgs auf zahlreiche andere Plattformen geschafft, darunter PC, Xbox 360, WiiU, Xbox One sowie Linux und OSX. Die Entwickler waren u.a. schon für die tollen „Tales from Space“-Titel verantwortlich. Dieser Humor bleibt auch weiterhin bestehen, diesmal verschlägt es uns allerdings in ein fiktives Mexiko samt Totenwelt.

 

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Story

Juan Aguacate, der Hauptcharakter von Guacamelee! wohnt in einem kleinen mexikanischen Dorf und ist in die Tochter des El’Presidente verliebt. Als das Dorf von einem bösen Skelett namens Carlos Calaca angegriffen wird, versucht Juan seine Geliebte aus dessen Fängen zu befreien. Bei dem Versuch stirbt Juan und erwacht anschließend in der Welt der Toten. Dort trifft er auf den mysteriösen Luchador Tostada, der Juan selbst in einen mächtigen Luchador verwandelt. Mit unseren neu-gewonnen Fähigkeiten machen wir uns also auf die Suche nach der hübsche Tochter und retten nebenbei noch schnell die Welt.

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Gameplay

Ihr prügelt euch als mit Juan durch eine offene Spielwelt und sammelt verschiedene Upgrades in Form von neuen Fähigkeiten ein. Als Luchador sind das nicht etwa Raketenwerfer oder mächtige Rüstungen, sondern verschiedene Griffe, Würfe und Spezialattacken. Diese haben dann so passenden Namen wie etwa dem Rooster Uppercut, ein flammender Schlag in die Luft oder dem Dashing Derpderp, eine Art „Captain Falcon“-Punch. Oder aber ihr nutzt eure „Pollo Power“ und verwandelt euch in ein kleines Hühnchen. Diese ist zwar schwach im Kampf gegen das Böse, kann aber dank seiner Größe auch kleinste Gänge erkunden und wertvolle Herz- und Totenkopfteile einsammeln, welche euch wiederum mehr Lebensenergie bescheren oder eure Ausdauer erweitern. Mit höherer Ausdauer ist es möglich, mehr Specialmoves hintereinander auszuführen. Im Laufe des Spieles schaltet ihr sechs solcher Fähigkeiten frei und habt zudem die Möglichkeit, drei weitere Wurftechniken im Shop zu kaufen. Für besiegte Gegner erhaltet ihr nämlich Geld, welches ihr in Power-Ups, neue Moves oder gar verschiedene Kostüme investieren könnt. Die Kostüme sind nicht nur optischer Natur, sondern gewähren eurem Luchador zudem spezielle Fähigkeiten wie härtere Schläge oder beschleunigte Lebensregeneration.

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Neben zahlreichen Kämpfen mit Poncho tragenden Skeletten, Drachen und maskierten Wichteln gibt es auch eine ganze Menge an Jump’n‘Run Passagen, die nach koordinierten Einsatz eure Spezialfähigkeiten verlangen. Nur so kommt ihr an die schwer erreichbaren Kisten, die in der Welt versteckt sind. Obwohl das Kampfsystem auf den ersten Blick nicht wirklich kompliziert zu sein scheint, ist es reich an Kombination, die tollen Komboattacken ermöglicht. In dem Dorf Santa Luchita habt ihr die Möglichkeit, bei einem Sombrero tragenden Huhn eure Kombinationen zu üben. Anfangs ist das alles noch recht simpel, wird aber durch jeden neuen Move, den Ihr erlernt, durchweg komplizierter. Im Kampf sieht das Ganze dann natürlich unglaublich cool aus.

Aber nicht nur die Combos sind toll in Szene gesetzt. Wer die Umgebung im Auge behält, findet reihenweise Anspielungen zu verschiedene Spiele wie Castle Crashers oder Megaman. Die Entwickler  machen kein Geheimnis daraus, welches Spiel sie maßgeblich beeinflusst hat. All eure Specialmoves findet ihr an den Chozo-Statuen, genau wie die Fähigkeiten in Metroid. Gesteuert wird unser Luchador wahlweise mit der Tastatur oder dem Gamepad. Wir empfehlen euch einen Controller zu verwenden, da die Tastatursteuerung durch die vielen Kombinationen arg umständlich ist. Wer also einen Controller zuhause liegen hat, sollte diesen auch benutzen. So lässt sich unser Charakter präzise steuern und reagiert ohne Verzögerung auf unsere Befehle. Musikalisch gibt’s allerlei mexikanische Klänge um die Ohren, was viel zur Atmosphäre beiträgt

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Fazit

Wenn Ich einen Kritikpunkt an diesem Spiel habe, ist es die kurze Spielzeit. Nach ca. sechs Stunden laufen die Credits über den Bildschirm und das Abenteuer ist beendet. Zudem hätte Ich mir persönlich ein wenig mehr Herausforderung gewünscht. Das ist allerdings Kritik auf höchstem Niveau.

Wer über die kurze Spielzeit hinweg sehen kann, bekommt mit hier ein tolles 2D-Action-Adventure serviert. Ein unverbrauchtes Szenario, viel Humor und eine durchweg tolle Spielmechanik machen Guacamelee! zu einem der besten Titel des Metroidvania-Genres, die bisher erschienen sind.


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[nextpage title=”Valdis Story: Abyssal City“]

Als zweiten Titel stellen wir euch den Plattformer „Valdis Story: Abyssal City“ vor. Entwickelt wurde der Titel von Endless Fluff, einem kleinen Indie-Studio aus New York City. Das Kickstarter-Projekt war mit knapp 50.000 Dollar (8.000 Dollar war das Ursprungsziel) ein voller Erfolg und erhielt auch über Steam Greenlight erfolgreich grünes Licht. Letztendlich waren sich Spieler und Presse einig darüber, das Valdis Story: Abyssal City weit mehr ist, als ein stinknormaler Indie-Titel.

 

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Story

Der Schiffskapitän Wyatt wird bei der Suche nach seinem Vater von einer unbekannten Kreatur angegriffen, welche ihn und seine Crew in eine unter der Oberfläche liegende Stadt zieht. Als er wieder aufwacht, ist von seiner Crew nichts zu sehen. Viel mehr erfahrt ihr zu Beginn eures Abenteuers nicht, denn schon hier erlangt ihr die Kontrolle über Wyatt, einen von zwei spielbaren Charakteren. Im weiteren Spielverlauf erfahrt immer mehr über die Geschichte rund um Wyatt und schnell wird euch bewusst, dass es um weit mehr als nur die Suche nach einem verschwunden Vater geht. Vielmehr handelt es  ich um einen Kampf zwischen Dämonen und Engeln sowie dem ewigen Krieg zweier Gottheiten. Die Story in Valdis Story ist tiefgründig, interessant und beinhaltet weit mehr als „Gut gegen Böse“. Wer sind wir? Kämpfen wir für das Gute oder das Böse? Was hat uns in die Stadt gezogen und wieso? Das Spiel beantwortet uns bewusst nicht alle Fragen. Der Spieler soll sich sein eigenes Bild erschaffen. Die Story regt zum Nachdenken an und stellt interessante Thesen rund um die Moral des Spielers auf.

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Gameplay

Bei Valdis Story handelt es sich um ein klassisches Metroidvania. Wir schalten während des Spielverlaufs neue Fähigkeiten frei, töten Monster und sammeln Erfahrung, welche uns im Level aufsteigen lässt. Mit jedem Level erhalten wir zudem einen frei-verteilbaren Attribut- sowie Skillpunkt. Attribute steigern etwa unsere Stärke oder Geschicklichkeit, was mehr Angriffsschaden oder höheren Kritischen Schaden zufolge hat. Skillpunkte wiederum verteilen wir in den Talentbäumen, von denen es drei zur Auswahl gibt. Hier schalten wir passive Fähigkeiten frei. So haben wir die Chance, dass unsere Gegner nach einem Treffer Schaden über Zeit erleiden („bluten“) oder wir bekommen mehr Rüstung, was uns mehr Treffer einstecken lässt.

Neben klassischem Kriegswerkzeug wie Schwert, Dolch oder unseren bloßen Händen können wir zudem eine ganze Menge an magischen Fähigkeiten einsetzen. Anfangs wählen wir aus zwei verschiedenen „Seelen“ aus, die jeweils über vier verschiedene Zauber verfügen. Im Laufen des Spieles erlangen wir vier weiter Seelen, so dass wir aus insgesamt 24 verschiedenen Zaubern wählen dürfen. Darunter Offensive- und Defensive Zauber oder gar neue Fähigkeiten.

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Die Spielwelt ist relativ groß und bietet viel Abwechslung. So sind wir etwa in einem alten Verließ unterwegs, erkunden Kristallminen, Feuertempel oder Eiswelten. Jede Seele (Element) hat dabei sein eigenes Thema. Die Seelen sind wesentlicher Bestandteil des Spieles, denn diese verleihen uns neben neuen Angriffs- und Verteidigungszauber auch neue Fähigkeiten. So haben wir mit der Eis-Seele die Möglichkeit, einen Eisblock zu zaubern, der uns höhere Plattformen erreichen lässt, nutzen die Blitz-Seele dazu, einen Doppelsprung auszuführen oder aber wählen den Feuerschlag aus, der dicke Wände einstürzen lässt. Mithilfe dieser Fähigkeiten öffnen wir zuvor versperrte Passagen, die uns mit nützlicher Ausrüstung, verlorenen Mitgliedern unserer Crew oder besonders wertvollen Materialien belohnen. Ein Teil unserer Crew steht uns dann im Kampf zur Seite. Wir wählen ein Crewmitglied aus, welches dann per Tastendruck im Kampf erscheint und unsere Gegner kurzzeitig betäubt oder unsere Magieregeneration erhöht. Mit den Materialien können wir bei Händlern unsere Ausrüstung aufwerten und so den Rüstungswert erhöhen oder passive Fähigkeiten hinzufügen. Materialien finden wir nicht nur in Truhen, sondern erbeuten wir auch von getöteten Gegnern.

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Um an die goldenen Truhen zu gelangen, müssen wir nicht selten Schalterrätsel unter enormen Zeitdruck lösen. Gerade hier schwächelt Valdis Story ein wenig. Manche Sprungpassagen sind wegen der etwas unpräzisen Steuerung extrem knifflig. So verpassen wir oft den letzten Sprung zum nächsten Schalter. Zusätzlich erschwert uns das sehr knappe Zeitfenster die Jagd nach der wertvollen Beute. Die Steuerung uns das Handling ist trotzdem durchwegs ok und spielt sich flüssig von der Hand. Das benötigt zwar einiges an Training, ist nach einer gewissen Einarbeitung aber in Fleisch und Mark übergegangen. Schlussendlich haben wir unter Schweiß und Tränen dann doch jedes Rätsel lösen können. Grafisch gibt es nichts auszusetzen. Das Spiel läuft butterweich mit 60 Frames pro Sekunde über den Bildschirm, die Animationen sind flüssig und die Sprites gestochen scharf. Die bunte Spielwelt sowie der stimmige Soundtrack runden die Sache dann eindrucksvoll ab.

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Fazit

Für mich war Valdis Story natürlich ein gefundenes Fresse. Schnelle Kämpfe, mysteriöse Story, Herausforderungen mit einer Prise Frustration. An manchen Stellen sind schmerzhafte Erinnerungen an Super Meat Boy wachgeworden. Dieses „Das muss doch zu schaffen sein“-Gefühl hat mich stetig begleitet. Zudem ist das Spiel teilweise bockschwer, was Ich persönlich aber sehr begrüße. Anfänger oder Genre-Neulinge werden aber mit schweren Frustmomenten zu kämpfen haben. Wer diese übersteht und eine Portion Willensstärke mitbringt, der wird mit einem Gefühl ala „Verdammt nochmal, Ich bin der Beste!“ belohnt. Mit insgesamt vier spielbaren Charakteren, fünf Schwierigkeitsgraden, vielen Collectibles, optionalen Bosskämpfen und einer interessanten Story, ist Valdis Story ein wirklich tolles Spiel geworden. Ich kann es kaum erwarten, was die Entwickler mit dieser Geschichte noch vorhaben. Genug Stoff für zukünftige Spiele ist definitiv vorhanden.


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[nextpage title=”Dust: An Elysian Tail“]

Welche Basis benötigt ein Spiel, um den Spieler an den Bildschirm zu fesseln? Ein Multimillionen Dollar Budget? Ein 200 Mann starkes Entwicklerteam? Fotorealistische Grafik? Wenn es nach Dean Dodrill, dem Entwickler von Dust: An Elysian Tail geht, benötigt man nur eines. Hingabe! Man mag es kaum glauben, aber dieses Spiel ist ein Ein-Mann-Projekt. Bis auf den Soundtrack, der Vertonung und Teilen der Story hat der erfahrene Animationskünstler das Spiel im Alleingang programmiert und illustriert. Dodrill hatte schon für den Jump’n’Run-Klassiker Jazz Jackrabbit 2 Grafiken entworfen.

 

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Story

Unser nameloser Held erwacht in einem märchenhaften Wald, ohne Erinnerung wer er ist, wie er heißt oder wie er hierhin gekommen ist. Kurz darauf kommt ein schwebendes Schwert auf uns zu, gefolgt von einem fliegenden Geschöpf, welches einer Mischung aus Fee und Flugeichhörnchen ähnelt. Das Schwert hört auf den Namen Ahrah, sein fliegender Begleiter heißt Fidget. Ahrah nennt uns Dust, ob das unsere richtiger Name ist wissen wir selbst nicht. Mit Fidget an unserer Seite und Ahrah in der Hand machen wir uns auf in das nächste Dorf und versuchen unserer Vergangenheit auf die Schliche zu kommen. Im Laufe der Geschichte erfahren wir langsam, was mit uns geschehen ist und wer wir sind.

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Gameplay

Dust: An Elysian Tail ist ein klassischer 2D-Plattformer mit Rollenspielelementen. Mit unserem Schwert Ahrah schnetzeln wir uns durch unzählige Monsterhorden, sammeln Erfahrung, steigen im Level auf  und verteilen Skillpunkte. Neben der klassischen Klinge können wir zudem Figet in den Kampf schicken. Unsere Begleiterin lernt im Laufe des Spiels verschiedene Angriffe und Zauber, die uns die Monsterjagd erheblich erleichtert. Getötete Gegner lassen Gold, Rohstoffe und Blaupausen fallen, die wir zum Herstellen und verschiedenen Ausrüstungsgegenständen wie etwa Rüstungen, ringen oder Waffen-Upgrades benötigen. Auf unserem Abenteuer treffen wir Händler, die uns neben Heiltränken und Rüstungen auch besagte Rohstoffe anbietet. Im Gegenzug haben wir die Möglichkeit, einem Händler unsere Rohstoffe zu verkaufen. Das bringt nicht nur Gold in unsere Taschen, sondern katalogisiert auch das besagte Material. Fortan haben wir die Möglichkeit, bei jedem Händler die benötigten Teile zu kaufen. Das erspart lästiges farmen!

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Wie es sich für einen „Metroidvania“-Titel gehört, schalten wir im Laufe der Geschichte immer wieder neue Fähigkeiten frei, mit denen wir zuvor unerreichbare Areale besuchen können. Die Spielwelt lässt sich dabei frei erkunden. Neben unserer Hauptquest können wir zahlreiche Nebenaufgaben lösen, was uns zusätzliche Erfahrung einbringt oder aber wir werden mit wertvollen, magischen Schlüsseln belohnt. Diese sind notwendig, um Schatzkisten zu öffnen, die in der kompletten Spielwelt verteilt sind. Diese beinhalten Ausrüstung wie Ringe, Heilgegenstände und zusätzliches Gold, welches wir wiederum in neue Gegenstände investieren können. Neben Schatztruhen finden wir auch hin und wieder verschlossene Käfige. Befreien wir den Gefangenen, erhalten wir einen permanenten Bonus wie etwa 5% mehr Lebensenergie. Dabei handelt es sich um Spielfiguren aus anderen Indie-Titeln wie etwa Meat Boy aus Super Meat Boy oder den Spelunker aus Spelunky.

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Auch wenn Dust: An Elysian Tail ein klassischer 2D-Plattformer ist, liegt das Hauptaugenmerk auf den Kämpfen. Mit Butterweichen Animationen kämpfen wir uns durch eine Vielzahl an Monstermassen. Wir reihen jede Fähigkeit aneinander, was unsere Combo-Kette in die Höhe steigen lässt. Je höher die Combo, desto mehr Erfahrung sammeln wir. Neben der Combo-Kette haben wir auch die Möglichkeit, feindliche Angriffe zu kontern. Ein erfolgreicher Konter betäubt unseren Widersacher, so dass wir ungehindert auf ihn einschlagen können. Solche Aktionen sind bei den Standardgegnern nicht notwendig, bei größeren Feinden oder Bossgegnern aber notwendig.

Neben der flüssigen Steuerung, die übrigens auch per Tastatur tadellos funktioniert, präsentiert sich Dust: An Elysian Tail mit schicker, handgezeichneter Grafik im Anime/Furry-Stil. Hier sieht man, dass ein talentierter Grafiker am Werk war. Neben den wunderschönen Animationen der Figuren sind vor allem die farbfrohen und detaillierten Hintergründe ein echter Hingucker, die zusätzlich durch tolle Wettereffekte stimmig in Szene gesetzt werden. Unser Highlight ist allerdings die musikalische Untermalung. Der orchestrale Soundtrack trägt maßgeblich zur grandiosen Atmosphäre bei. Komponiert wurde dieser von den britischen HyperDuck Studios, die sich unter anderem auch für den Soundtrack von „Moustache King Adventures“ oder „Kingdom Rush: Frontiers“ verantwortlich zeichnen.

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Fazit

Zugegeben, der Anime/Furry-Stil des Spieles ist etwas seltsam und gewöhnungsbedürftig. Ich persönlich hatte anfangs etwas damit zu kämpfen, da Ich kein Fan von dieser Knuddeloptik bin. Allerdings hat sich dieser Eindruck schnell verflüchtigt, als Ich das erste Mal Schwertschwingen durch meine Gegner gerannt bin. Nach einer gewissen Zeit merkt man dann, dass der Stil einfach zur märchenhaften Atmosphäre passt.

Mit Liebe zum Detail, tollem Gameplay und einem hervorragendem Soundtrack zeigen Dust: An Elysian Tail und Dean Dodrill eindrucksvoll, dass es weder einem Millionbudget noch eines großen Entwicklers benötigt, um etwas Großartiges zu erschaffen.


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[nextpage title=”Vorschau & Schlusswort“]

Das Metroidvania-Genre ist relativ schmal bestückt. Vergleicht man die Anzahl verfügbarer Titel mit denen von anderen Genre wie bspw. Ego-Shootern oder Strategiespielen, dann muss man ernüchternd feststellen, dass es sich um ein Nischen-Genre handelt. Trotz allem gibt es fantastische Titel in dieser Kategorie Spiele, die jeder einmal gespielt haben muss. Gerade in den letzten Jahren sind immer wieder ein Paar tolle Titel erschienen. Spiele wie Shadow Complex, Outland, Shovel Knight, Strider oder jüngst Apotheon und das großartige Ori and the Blind Forest sind spielerisch waschechte Metroidvania‘s mit großen Qualitäten, die selbst manchen AAA-Titel vor Neid erblassen lassen.

Glücklicherweise sind Plattformen wie Xbox Live, Steam Greenlight oder Kickstarter ein nahrhafter Boden für junge Entwickler. Der Markt wäre durchaus bereit für mehrere Genre-Vertreter. Auch in Zukunft können wir mit neuen, spannenden Titeln rechnen. 2015 hat unter anderem ein paar langersehnte Spiele in den Startlöchern, darunter Axiom Verge, Chasm, Ghost Song oder Orphan. Für genug Stoff ist also gesorgt. Jetzt fehlen nur noch ein waschechtes 2D-Metorid und Castlevania.

 

DennisDas sagt der Autor

Unschwer zu erkennen, bin Ich bei 2D-Plattformern, speziell bei Metroidvania-Titeln, ein waschechter Fanboy. Ich bin in der 8-bit bzw. 16-bit-Ära aufgewachsen und kam schon früh mit NES, Commodore 64 und dem Amiga in Kontakt. Damals habe Ich meine Freizeit mit International Karate, Wings of Fury, Giana Sisters und Turrican verbracht.

Auch 20 Jahre später fesseln mich besonders Indie-Games immer noch an den Bildschirm. Das schafft kein Call of Duty, kein Battlefield, kein Assassin’s Creed. Schade ist nur, dass zu wenig „Metroidvania-Titel erscheinen. Wieso Spiele wie Valdis Story dermaßen unbekannt sind, kann Ich nicht nachvollziehen. Dieser Titel hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Das Gleiche gilt für Dean Dodrill und Dust: An Elysian Tail.

Ich lege jedem an die Hand, einmal über den Tellerrand zu blicken und die Indie-Szene besser kennen zu lernen. Denn tief unter der 08/15-AAA-Decke sind ein paar richtige Schätze begraben. Man muss Sie nur finden! Und jetzt los, ab auf Steam/Desura und Geld ausgeben. Die Entwickler werden es euch danken! Versprochen!

 

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