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Meine Oma(88): Mystery-Adventure verhandelt NS-Geschichte

Das Leipziger Studio Rotxblau feiert Messe-Premiere auf der Gamescom.


24.08.2026  Redaktion  0 Likes  0 Kommentare 
Meine Oma(88): Mystery-Adventure verhandelt NS-Geschichte Bild Meine Oma(88): Mystery-Adventure verhandelt NS-Geschichte Screenshot Meine Oma(88): Mystery-Adventure verhandelt NS-Geschichte Foto

Auf der Gamescom 2026 erwartet dich ein ungewöhnlicher Indie-Titel aus Deutschland: Das Leipziger Entwicklungsstudio Rotxblau präsentiert sein handgezeichnetes Mystery-Thriller-Adventure "Meine Oma(88)". Wenn du die Messe in Köln besuchst, kannst du das Spiel in der Indie Arena Booth in Halle 10.2 (Stand F010g–E019) zum ersten Mal selbst anspielen. Was auf den ersten Blick wie eine familiäre Spurensuche wirkt, entpuppt sich schnell als vielschichtiges Verwirrspiel um Verdrängung und historische Verantwortung.

Wenn die eigene Großmutter zur Gegenspielerin wird
Das inhaltliche Zentrum des Titels dreht sich um eine außergewöhnliche Spielmechanik. In "Meine Oma(88)" stehst du der Erzählerin deiner eigenen Geschichte direkt gegenüber. Die namensgebende Oma fungiert nämlich keineswegs nur als passive Stimme aus dem Off, sondern greift aktiv in das Geschehen ein. Es entsteht eine dynamische "Player-versus-Narrator"-Mechanik, bei der die Großmutter zu deiner unmittelbaren Widerpart wird.

Sie verändert während des Spielverlaufs die Erinnerungen, formt die Spielwelt nach ihren eigenen Vorstellungen um und versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass du ein düsteres Familiengeheimnis aufdeckst. Dieses Geheimnis reicht tief in die Zeit des Nationalsozialismus zurück. Durch diesen erzählerischen Kniff entsteht ein spannender Konflikt zwischen der Wahrheitsfindung der Hauptfigur und dem Verdrängungsdrang der älteren Generation.

Hintergründe zur Entwicklung und Präsentation auf dem Gamescom Congress
Hinter dem Projekt steht das unabhängige Leipziger Studio Rotxblau. Das Entwicklerteam wurde im Jahr 2020 von Richard Minkus, Michael Zöller und Alexander Zenker gegründet. Nach mehreren vorausgegangenen Auftragsproduktionen stellt "Meine Oma(88)" das erste vollständig eigene narrative Projekt des Studios dar. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, handgezeichnete Ästhetik mit emotionalen Geschichten und spürbaren Konsequenzen für getroffene Entscheidungen zu verknüpfen.

Neben der Anspielstation in der Messehalle widmet sich das Studio auch im Rahmen des begleitenden Gamescom Congress der Frage, wie sensible historische Themen in digitale Spiele übersetzt werden können. Am 27. August hält Co-Mitbegründer Michael Zöller von 17:30 bis 18:00 Uhr auf Stage C einen Vortrag mit dem Titel "How We Made Remembrance Playable—and Funded an ‘Unfundable’ Game".

Dabei beleuchtet er den von Rotxblau gewählten "Entertainment First"-Ansatz. Die Entwickler sind der Überzeugung, dass ein Spiel primär durch funktionierende Spielmechaniken und Spielspaß überzeugen muss, um überhaupt eine breite Reichweite zu erzielen. Erst durch dieses Fundament entfalte ein Titel auch sein Potenzial für gesellschaftliche Wirkung, Erinnerungskultur und Bildungsarbeit. Der Vortrag geht zudem darauf ein, wie vermeintlich schwer finanzierbare, politisch und gesellschaftlich anspruchsvolle Themen den Weg zu Partnern und Förderungen finden können.

Veröffentlichung für PC geplant
Wer nicht persönlich nach Köln reisen kann, muss sich noch etwas gedulden: Die Veröffentlichung von "Meine Oma(88)" ist für das Jahr 2026 auf der PC-Plattform Steam angesetzt. Neben der Präsentation auf der Gamescom geben Trailer und Bildmaterial auf den offiziellen Kanälen des Studios einen ersten Einblick in die düstere, handgezeichnete Atmosphäre des Spiels.

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