Filmkritik: Lieben (DVD)

1117 0 0 14. Oktober 2009
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Titel:Lieben - Nur tot kann er dich lieben
EAN:4047879400278
USK:Freigegeben ab 18 Jahren
Label:Indigo
Release:2009-05-22

Zwei Menschen liegen kopulierend im Bett. Zunächst nichts ungewöhnliches. Auch fingen schon viele Filme so an. Doch eins wird schnell klar: Irgendetwas ist hier anders wie sonst. Der weibliche Teil des Paares rührt sich nicht. Ist ihr etwa langweilig? Beim genaueren Hinsehen stellt man fest, dass eine lebendige Frau anders im Gesicht aussieht. Die Frau ist tot. Der Mann treibt trotzdem sein freudiges Spiel mit ihr…

Nur tot kann er dich lieben

Willkommen in der Welt von Boris. Boris hat ein Problem. Er hat viel Liebe in sich. Gut, dass an sich ist noch kein Problem. Dass er seine liebe nach aussen hin nicht ausdrücken kann sollte auch noch kein Problem darstellen. Wie er das verarbeitet, ja das ist wiederum ein sehr grosses Problem. Er sucht sich junge Frauen aus welche er eine Weile beobachtet. Hat er genügend Informationen zusammen, versucht er das Vertrauen seiner Opfer zu gewinnen. Hat er dies geschafft geht alles ganz schnell. Kaum ergibt sich eine gute Chance schlägt er zu. Und das im wahrstem Sinne des Wortes. Er ermordet seine Opfer. Er schleift sie zu sich nach Hause. Dann kommt der kranke Teil in Boris zum Tragen. Denn er lässt seine Opfer nicht einfach wie alle anderen Mörder verschwinden. Nein, er lebt mit ihnen. Er liebt sie.

Das allerdings nicht nur einmal. Er bewahrt seine Opfer tagelang in seinem Schlafzimmer aus. Er behandelt sie als wären sie seine ganz normale Frau. Er schaut mit ihnen Fern. Er kuschelt mit ihnen. Und zu allem Überfluss schläft er auch mit ihnen. Erst wenn der Gestank anfängt unerträglich zu werden entschliesst sich Boris eine neue Freundin zu suchen. Also legt er sie in die Badewanne. Er nimmt seine Elektrosäge und zerstückelt seine Opfer in viele kleine Einzelteile. Danach könnte er wieder ein ganz normaler Grossstadtmörder sein. Er entsorgt seine Opfer. Schmeisst sie unter einer Brücke in einen Gullydeckel oder sucht sich andere Verstecke.

Eines Tages lernt Boris die bezaubernde Dame Mariet kennen. Sie sucht verzweifelt ihre Tochter. Da Boris ehrenamtlich bei einer Essensausgabe für drogenabhängige Jugendliche arbeitet gerät sie an Boris. Sie fragt nach seiner Hilfe. Ob er ihre Tochter schon einmal irgendwo gesehen hat. Nach langem überlegen bietet er seine Hilfe an. Was Mariet allerdings nicht weiss, wir aber schnell anfangen zu ahnen: Mariets Tochter ist es, mit der Boris am Anfang des Films seinen Spass hatte. Und ihre Tochter soll auch nicht das einzigste Opfer sein, welches wir im Laufe des Films zu sehen bekommen.

Mariet ist frisch geschieden. Das verschwinden ihrer Tochter kommt nur noch erschwerend dazu. Schnell fängt sie an Gefühle für Boris zu entwickeln. Das merkt er allerdings erst einmal nicht. Für ihn ist dieses Gefühl schliesslich total neu. Für Boris gibt es nur ein verbindentes Element. Die Liebe zu Mariets Tochter. Eines Tages wird Mariets Tochter gefunden. Für sie bricht eine Welt zusammen. Sie will es nicht wahr haben. Ist total fertig. Sie will bei Boris übernachten, doch dieser ist nicht zu Hause. Er sucht sich bereits schon wieder ein neues Opfer zum lieben aus.

Sie geht nach Hause. Fühlt sich alleine gelassen. Auf Boris Mailbox spricht sie nur: “Es tut mit Leid.” Als Boris am nächsten Morgen diese Nachricht hört fährt er voller Schreck zu Mariets Haus. Sie liegt regungslos am Boden und muss in das Krankenhaus eingeliefert werden. Es war ein klarer Selbstmordversuch, sagt der Arzt zu Boris. In der Zeit als sich Mariet im Krankenhaus und danach in der Psychiatrie befindet steht ihr Boris stets zur Seite. Sie verliebt sich auf Grund dessen immer mehr in ihn.

Die Extras der DVD

Neben dem üblichen Kinotrailer zum Film findet man auf der DVD unveröffentlichte Szenen von etwa 7Minuten länge. Außerdem kann man sich ein Interview mit Jörg Buttgereit & Regisseur Blankenfeld von etwa 25 Minuten länge ansehen. Der Audiokommentat stammt diesmal von Jörg Buttgereit & Rouven Blankenfeld. Der Kurzfilm “Tag der Umkehr” von R. Blankenfeld ist etwa 15 Minuten lang.

Fazit

Ein kranker Film ganz sauber erzählt. Lieben kann man in kein Genre einordnen. Zwar findet man den Film als Horrorfilm, doch findet man keine Horroreinlagen. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Ganz sachlich erzählt läd der Film auch immer wieder zum denken ein. Wer also auf die etwas andere Art von Horror steht ist mit lieben genau auf der richtigen Spur.

Gesamtwertung

70%

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