Endlich! Das lang erwartete “Tales of Graces F” hat den Weg in den Westen gefunden und natürlich haben wir uns es nicht entgehen lassen, den (für uns) neuesten Teil der “Tales of” Saga zu spielen. Ihr wollt wissen was wir davon halten? Na dann solltet ihr einen Blick in unseren Test werfen!

Von Ost nach West

Vor über zwei Jahren hörte man das erste mal vom Wii Exklusiv-Titel “Tales of Graces” von Namco Bandai, welches zu der “Tales of” Reihe gehört. Nicht nur, dass es für die Wii erscheinen sollte verwunderte viele, sondern auch dass es außerhalb von Japan nicht erscheinen sollte. Diese Serie leidet doch immer mehr darunter, dass wir den einen oder anderen Teil nicht zu Gesicht bekommen, dabei ist die Serie mindestens genau so bekannt wie Final Fantasy (okay, bei Final Fantasy warten wir alle auch noch auf den Westrelease von Type-0). Doch vor ein paar Monaten kam dann die überraschende Meldung, dass “Tales of Graces” nun doch im Westen erscheinen wird, dazu sogar mit einer deutschen Lokalisierung (Texte) incl. US Synchronisation. Allein das hat uns dann doch schon sehr gefreut. Als wir aber hörten, dass es für PS3 erscheint und ein “F” am Ende des Titels dran gehangen wird, hatte es uns dann doch verwundert. Im Endeffekt war es eine gute Idee, den Titel auf PS3 zu veröffentlichen, da es so eine Aufpolierung der Grafik erhalten hat. Man könnte vielleicht von einer Art HD Version sprechen, wobei die Wii Version gar nicht so ein schlechtes Bild abgegeben hatte. Wie dem auch sei, die Tales Götter meinten es gut mit uns und nun können alle in den Genuss des Spieles gelangen, so wie wir.

Das Leben könnte so schön sein

Held des Spiels ist der kleine Fürstensohn Asbel aus der Stadt Lhant, welcher sich gerne in Schwierigkeiten begibt und seinen Bruder Hubert sowie Freundin Cheria mit hinein zieht. So begeben sich die drei Freunde an einen Ort, wo sie auf ein unbekanntes Mädchen treffen, welches scheinbar an Gedächtnisschwund leidet und sich nicht daran erinnern kann, wer sie ist und wo sie her kommt. Asbel beschließt natürlich sie mit in die Stadt zu nehmen um heraus zu finden, ob sie vielleicht jemand kennt. Natürlich hat noch nie jemand dieses Mädchen gesehen. Da sie nicht wissen, wie sie nun das Mädchen ansprechen sollen, geben sie ihr kurzerhand den Namen Sophie. Die Ereignisse in den ersten zwei Stunden laufen ungefähr so ab, dass die (jetzt) vier Freunde einen Prinzen aus einer anderen Stadt kennenlernen und sich mit diesem anfreunden, ihn später besuchen. Doch immer noch weiß man nicht, wer nun Sophie wirklich ist, sie wirkt sehr geheimnisvoll und süß zugleich, sind ihre Antworten doch immer sehr knapp. Alles in allem – bis auf kleinere Zwischenfälle – scheint alles in Butter zu sein. Doch eines abends, als Asbel, Hubert und Sophie den Prinzen treffen wollen, geschieht ein einschneidendes Ereignis … Sophie … . Ab diesem Wendepunkt wird die bisher ruhige Geschichte interessant. Denn kurz nach der einen Sache will Asbel ein Ritter werden und pfeift auf den Wunsch seines Vaters, später einmal in seine Fußstapfen als Fürst zu treten und geht fort, um ein starker Ritter zu werden. Sieben Jahre später geht die Geschichte weiter, wo Asbel kurz davor ist ein echter Ritter zu werden. Doch in seiner einstigen Heimat ist ein Krieg ausgebrochen und er muss nach dem Rechten sehen. Von nun an ändert sich alles. Die Geschichte wird spannend und fesselt einen regelrecht an die Konsole.

In “Tales of Graces F” dreht sich alles um die Freundschaft der einstigen Kinder, um Sophie und den anderen Dingen, die wir euch nicht verraten wollen. Man erkennt zwar viele Dinge aus anderen Teilen wieder, doch das tut dem Spiel nicht sonderlich weh. Wer Fan der Reihe ist, sollte jedenfalls nicht zögern zuzugreifen.

Nichts für Grafik-Junkies

Eins vorweg, die Grafik des Spiels gefällt uns recht gut, alles ist schön bunt und klar, Tearing-Probleme gibt es auch keine. Dennoch sollte man immer bedenken, dass es sich eigentlich um ein Spiel für die Wii handelt, wodurch wir also keine High End Grafik haben. Der “Cell-Shading” Look (manche würden Anime Stil dazu sagen) steht dem Spiel sehr gut und alles ist für die PS3-Version überarbeitet worden. Auch die Anime Videosequenzen sind mehr als gelungen und tun ihr nötiges, um die Story noch intensiver zu erzählen. Wer aber die Reihe kennt, weiß auch mit welcher Grafik er zu rechnen hat, doch wie wir wissen, ist Grafik nicht alles. Bei Konsolenspielen erwartet man allerdings dennoch eine gewisse Qualität bzw. Optik und diese wird erfüllt. Wer also die Tales Spiele nicht kennt und auf Ultra-Mega-Grafik steht, sollte vielleicht doch besser auf “Crysis 3″ warten.

Kämpfen, Arts usw.

Die Kämpfe sind wie nicht anders aus der Reihe gewohnt actionlastig. Arts (Skills) werden auf den linken Stick verteilt, “X” und “O” Button dienen zum Schlagen und “Viereck” lässt euch blocken. Wer zwischendurch mal einen Trank braucht, klickt auf “Dreieck”. Wie man also sieht ist alles so wie man es kennt. Zwar gibt es auch in diesem Teil ein paar Neuerungen, doch wer das alles genau wissen will, muss sich die vielen Erklärung dazu schon selber genau durchlesen, da einem immer wieder was neu erklärt wird. Schade ist es nur, dass man am Anfang ziemlich wenig ausprobieren kann im Kampf. Mitunter liegt das Problem dabei, dass die Kämpfe doch alle meist in unter 5 Sekunden beendet sind. So kann es sein, dass man anfangs nur wild herum drückt. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit geht aber alles gut von der Hand.

Auch das Sammlerherz wird hier höher schlagen, es gibt eine Menge an Gegenständen zu finden bzw. zu kaufen, die miteinander vermischt werden können um andere Items zu erhalten, die einem im Kampf das Leben retten.

Gelevelt wird wie immer durch das Erhalten von EXP. Dazu kommt, dass man von Zeit zu Zeit Titel erhält, wodurch sich die Werte und Eigenschaften der Figuren verändern. Ausrüstungsgegenstände und Arts tun ihren Rest dazu. Wer alles perfekt haben will wie Ausrüstung usw., wird also eine ganze Weile beschäftigt sein.

Legt die Lupe weg

Im Gegensatz zu anderen Spielen bei denen man für die Untertitel schon fast eine Lupe braucht, sind sie hier groß genug und gut lesbar. Auch langsame Leser werden keine Probleme haben die Texte sowie das Bild in den Ingame /Anime Videos verfolgen zu können. Desweiteren werden viele Gespräche über Sprechblasen getätigt, welche man nach eigenem Ermessen weiter klicken kann.

Anmerkung:

Als J-RPG Fan muss ich zugeben, dass mich bisher kein Teil dieser Serie wirklich packen konnte. Selbst “Tales of Vesperia” kam für meinen Geschmack nicht wirklich richtig in die Gänge, so dass ich es frühzeitig beendet haben. Hier muss ich allerdings gestehen, dass ich schon nach den ersten Minuten weiter spielen wollte nur um zu erfahren, was es mit Sophie auf sich hat, bis es dann sogar wirklich interessant wurde. Nun kann also das nächste große J-RPG Titel “Ni No Kuni” erscheinen (Lightning Saga und Versus XIII lassen ja schließlich noch auf sich warten).

Weitere Informationen

  • Sprachausgabe Englisch, Texte in Deutsch

  • Preis: ca. 50 – 60 Euro

  • Online Modus: Nein

  • Onlinezwang: Nein

  • Wiederspielwert: Ja

  • Spielzeit: ca. 40+ Stunden