Es ist endlich da, das GTA-ähnliche Spiel aus dem Land der aufgehenden Sonne! Wir haben drauf gewartet, wir haben es gespielt und was wir zu “Sleeping Dogs” von United Front Games (Publisher: Square Enix) zu sagen haben, lest ihr in diesem Test.

Kurz zur Story

Dass “Sleeping Dogs” als eine Art GTA, True Crime etc. gesehen wird, ist bereits jedem bekannt. Treffen die Behauptungen zu? Oder hat es doch einiges mehr bzw. weniger zu bieten? Viele Fragen die einem durch den Kopf schießen, wenn man an Sleeping Dogs denkt. Beginnen tut es jedenfalls schon recht rasant. Polizist Wei Shen befindet sich in einem Undercover-Einsatz und verfolgt eine Zielperson, doch die Polizei funkt ihm etwas dazwischen. Das Ganze dient quasi als Tutorial, damit man auch gleich weiß, wie sich einige Aktionen steuern. Zwar kommen im späteren Verlauf noch ein paar Dinge hinzu, aber diese sind dann ebenfalls schnell erlernt.

Die Geschichte dreht sich um verschiedene Triaden-Gruppierungen mit ihren Bossen und den Konflikten untereinander. Wei wird somit ein Teil des Ganzen. Vereinfacht wird ihm die Sache dadurch, dass er alle aus seiner Kindheit noch kennt. Allerdings erinnern sich alle mehr an seine Schwester, die leider nicht mehr unter den Lebenden weilt. Wei soll zwar dafür sorgen, dass die Triaden-Bosse hinter Gitter kommen, doch ein bisschen Rache ist auch im Spiel. Wei vermutet, dass einer der Triaden-Bosse für den Tod seiner Schwester verantwortlich ist und will diesen natürlich zur Strecke bringen. Hin und her gerissen zwischen seinem Job, den Rachegefühlen und neuen Triaden-Freunden fällt es ihm immer schwerer, seinen eigentlichen Job zu erledigen. Wenn man eben lange Zeit mit Triaden abhängt, empfindet man eine gewisse Sympathie aufgrund der großen Familie, die einem geboten wird. Es bleibt im Großen und Ganzen spannend wie sich die Geschichte entwickelt. Nach einem miesen Attentat auf die Gang in der sich Wei befindet, scheinen sich die Seiten zwischen Gut und Böse mehr zu verwischen. Ist Wei noch ein Polizist? Oder ist er doch eher ein Gangster, der seine Berufung verfehlt hat?

Guter Bulle, böser Bulle

Natürlich hat Wei auch weiterhin Kontakt zu seinem eigentlichen Boss bei der Polizei, welchen er auch immer wieder mit neuen Beweisen usw. füttert. Das Interessante dabei ist, dass es mehr oder weniger zwei Storystränge gibt. Immer wieder kann bzw. muss man Missionen im Auftrag des Gesetzes erledigen, was dazu führt, dass auch schon mal Misstrauen bei den Triaden herrscht aufgrund der Ereignisse. Wir haben es immer so gehandhabt, dass wir die Triaden- und Polizei-Missionen abwechselnd erledigt haben, sofern möglich. Nett sind Missionen in denen man Wanzen anbringen muss, welche etwas Geschick benötigen bei der Installation, da nicht viel Zeit zur Verfügung steht. Die Triaden haben z.B. Missionen wie das Eintreiben von Schutzgeldern oder anderen triadentypischen Dingen wie man sie aus Filmen kennt. Es ist also immer ein Hin und Her für welche Seite man gerade etwas erledigt. Eine coole Sache wie wir finden, auch wenn sich die Polizei-Aufträge ab und an wiederholen. Beschatte den, besorge Informationen, lasse den verhaften.

Jackie Chan lässt grüßen

Im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Art, in denen man meistens mit Pistolen bewaffnet ist, liegt hier das Hauptaugenmerk beim “Material-Arts”, dem Kämpfen mit Fäusten und Beinen. Das funktioniert auch eigentlich alles recht gut, drückt man aber nur wild auf der Angriffstaste herum, liegt man schneller auf dem Boden als man schauen kann. Es ist also empfehlenswert, immer im richtigen Moment zu drücken. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit andere Angreifer abzuwehren und zu packen. Schlägt man z.B. gerade auf einen Feind ein, während ein anderer versucht uns zu treten, leuchtet er rot und dann sollte man die entsprechende Taste drücken. Klappt alles, kickt man die Person hinter sich weg oder wirft ihn gekonnt zu Boden. Hier ist also etwas Übung gefragt, am Anfang ist das alles etwas umständlich, mit der Zeit kommt man aber gut mit der Steuerung klar. Findet man bestimmte Statuen und bringt sie zurück in die Kampfschule, lernt man auch gleich ein paar neue Moves. Besonderheit an den Kämpfen ist die Möglichkeit seine Feinde zu greifen und z.b. in eine Telefonzelle zu schleudern, über eine Brüstung zu werfen oder man wirft jemanden einfach mal durch die Klasscheibe in einer Disco.

Genau diese Spezialattacken, die man so machen kann, sollen in der deutschen USK Version nicht vorhanden sein. Wir denken aber eher, dass nur die etwas brutaleren Aktionen nicht möglich sind, sonst wären es nicht nur  “verschmerzbarer” Einschnitte, da diese Aktionen oft genutzt werden. Also können wir nur abwarten, was die USK Version bieten wird.

Neben der Möglichkeit, seine Kampfkünste zu verbessern, gibt es auch für die gute und böse Seite Upgrades sowie andere Erweiterungen, wozu auch die Kleidung zählt. Je nach Kleidungsstück bekommt man ein paar Extrastats.

Nebenaufgaben und Co.

“Sleeping Dogs” ist bekanntlich ein Open-World Spiel und bietet daher auch allerhand nebensächliches. Darunter zählen unter anderem Hilfstätigkeiten um sein Ansehen zu erhöhen – manche dieser Hilfeleistungen stellen sich aber auch gerne mal als List heraus und man wird ausgeraubt. In jenem Fall rennt man dem Dieb hinterher und bringt ihn zur Strecke. Aber auch andere Dinge sind möglich, wie das beschaffen von Autos.

Wer nicht immer irgendwelche Aufträge oder Missionen annehmen will, kann sich auch anders frei vergnügen. Entweder in der Karaokebar, beim Hahnenkampf oder bei Straßenrennen mit Autos oder Motorrädern. Wem das nicht genug ist, der kann sich auch mit dem einen oder anderen Mädel auf einen schönen Abend zu zweit verabreden.

Wer dagegen gerne Sammelobjekte sucht, kann sich frei austoben. Wenn man nämlich die Statuen haben möchte, um seine Kampfkünste zu erweitern, muss man diese erst finden. Zusätzlich gibt es auch Kisten mit Geld zu finden, Tresore zu knacken, Überwachungskameras zu hacken, um Drogendealer zu entlarven. Wer Geld zu viel hat, kann sich auch mal ein neues Auto oder Motorrad kaufen, allerdings ist das vom Ansehen abhängig gemacht.

NfS Underground läßt grüßen

Zwar ist es nichts neues, dass in Open-World-Spielen dieser Art Autos geklaut werden und auf der Straße einfach mal fahrende Autos angehalten werden, aus welche man den Fahrer dann hinauswirft. Doch die Nebenaufgaben welche sich um Rennen drehen sind doch recht gut gemacht. Durch die Autos, die man so kaufen kann und die Gegner in den Rennen, kommt doch ein gewisses Underground Gefühl auf. Zwar kann man seine Kisten nicht tunen, aber das wäre in solch einem Spiel auch etwas zu viel verlangt. Sehr cool ist es, dass die Rennen auch mit Motorrädern bestritten werden können. Etwas nervig dagegen ist die Gummiband KI, welche es bei vielen Spielen gibt. Wenn man sich damit allerdings anfreunden kann, macht es viel Spaß die Rennen zu fahren.

Und sonst, Grafik usw.?

Ja, was sollen wir noch schreiben, ohne alles zu verraten. Vielleicht ist es jetzt genug, damit ihr selber noch was zu entdecken habt. Leider gibt es auch einen Minuspunkt, welcher im Grunde eigentlich nicht so schlimm ist. Die Grafik von Sleeping Dogs ist wirklich nicht gerade auf dem aktuellsten Stand, was besonders bei den weiter entfernten Häusern auffällt. Doch wie jeder weiß, wurde das Spiel von Publisher Activision fallen gelassen und Square Enix hatte es dann aber doch noch unter seine Fittiche genommen. Wenn man also von der Grafik absieht, hat man hier ein tolles Open-World Polizei Drama, welches endlich mal nicht in den USA spielt. Seien wir mal ehrlich, wie oft will man noch amerikanische Großstädte in solchen Spielen verwenden? Es gibt schließlich noch mehr Orte in der Welt mit großen Städten!

Im Spiel wird zwar hauptsächlich Englisch gesprochen, aber auch hier und da Kanton. Die wichtigen Stellen im Spiel wie die Story, Nebenaufgaben, Bildschirmtexte usw. sind allerdings wieder in Deutsch verfügbar. Nur leider sind die Texte wieder sehr klein und es wird viel geredet während der Fahrten in den Autos, wodurch man sich doch mehr auf die Schrift konzentriert als auf die Straße. Wer gut genug englisch kann, wird dieses Problem natürlich nicht haben.

Weitere Informationen

  • Sprachausgabe Englisch, Texte in Deutsch

  • Preis: ca. 40 – 50 Euro

  • Online Modus: Nein

  • Onlinezwang: Nein

  • Wiederspielwert: Ja

  • Spielzeit: ca. 20+ Stunden