Nachdem „Risen“ die Rollenspiel-Fans wirklich begeistern konnte und gerade den Fans der Gothic-Reihe nach den verunglückten dritten und vierten Teil der Serie wieder eine Menge Spielspaß brachte, ist nun mittlerweile auch der zweite Teil dieser neuen Serie auf dem Markt: „Risen 2 – Dark Waters“.

Da sind wir wieder

Auch in diesem Teil kommt wieder unser bekannter namenloser Held aus „Risen“ zum Einsatz, der sich diesmal gemeinsam mit der Piratenbraut Patty, die man ebenfalls im ersten Teil schon kennenlernen durfte, auf, um den Kampf gegen den weiblichen Titanlord Mara aufzunehmen. Um sich diesem Gegner aber stellen zu können, müssen zunächst vier magische Artefakte von vier verschiedenen Piratenkapitänen erbeutet werden. Es dauert also eine Weile, bis man sich daran machen kann, das eigentliche Ziel anzugehen.

Piraten!

Wie man sich nun schon denken kann, spielt sich alles um das Thema Piraten ab und somit mal eine ganz neue Richtung für ein Rollenspiel dieser Art. Fluchende Seebären, derbe Sprüche und dazu ein wunderschön gestaltetes Südseeszenario warten auf den Spieler, der sich in tropischen Wäldern und an malerischen Sandstränden mal ganz anders fühlen darf als in den üblichen 0815-Rollenspiel-Gebieten. Verschiedene Insel gilt es zu erkunden, wieder gibt es Nebenmissionen zu entdecken und zahlreiche Schätze auszuheben. Man muss sich also nicht nur mit der Storyline beschäftigen, sondern kann frei wählen, welche Insel das nächste Ziel werden soll. Auch bringt es unheimlich Spaß, einfach mal ein wenig durch die Gegend zu laufen, denn es gibt unglaublich schön und atmosphärisch gestaltete Gebiete zu entdecken.

Grafisch ist „Risen 2“ mit viel Liebe zu Detail gestaltet, auch wenn es hier und da den einen oder anderen Grafikbug zu bemängeln gibt. Erfreulicher Weise gibt es dafür aber sonst kaum Bugs zu bemängeln! So trägt aber auch nicht nur die malerische grafische Gestaltung zu einer hervorragenden Atmosphäre bei, auch der Soundtrack ist mehr als gelungen! Die Musik passt immer zu der jeweiligen Situation und keinesfalls nervig. Besonders toll sind aber die Hintergrundgeräusche gelungen. Regen prasselt, ein Gewitter grummelt in der Ferne oder die Tiere im nächtlichen Wald geben unheimliche Geräusche von sich. Ja, hier wird man regelrecht von der Atmosphäre aufgesaugt und kann sich voll und ganz in diesem Spiel verlieren!

Gameplay

Aber natürlich macht „nur“ eine gute Atmosphäre noch lange kein tolles Spiel aus. Das Gameplay muss sicherlich auch stimmen und das tut es bei „Risen 2“ auch größtenteils! So ist die Mainquest zwar auch diesmal nicht herausragend interessant, dafür gibt es aber zahlreiche spannende Nebenquests, die ihre eigene, hervorragend gelungene Story haben. Hier gibt es dann auch alternative Lösungsmöglichkeiten, so dass man nicht nur dank Fraktionswahl, sondern eben auch dank verschiedener Lösungsmöglichkeiten einen hohen Wiederspielwert hat. Auch Voodoopuppen spielen eine tolle Rolle, welche genau, solltet ihr euch aber lieber selbst anschauen.

Ein weiterer Punkt, der nicht nur neu sondern auch gelungen ist, sind die Kampfgefährten. Aus Spielen wie „Das Schwarze Auge“ zum Beispiel kennt man es schon, dass man im Laufe des Spiels Kampfgefährten rekrutieren kann, die dem namenlosen Helden dann tapfer zur Seite stehen oder aber einfach auf dem Schiff auf ihren Einsatz warten. Diese Gefährten machen aber während eines Kampfes ihr eigenes Ding. Ausrüsten oder kommandieren ist dabei nicht drin, dennoch sind sie eine große Hilfe!

Es muss doch einen Haken geben?

Bis hierhin scheint „Risen 2“ ja wirklich DAS Rollenspiel des Jahres zu sein. Für manche Spieler und vor allem Fans trifft das sicherlich zu. Und um ehrlich zu sein, ist es sogar recht schwer, wirklich negative Punkte zu finden.

Lediglich das Kampfsystem ist nicht sonderlich erwähnenswert, weder positiv noch negativ. Und eben die nicht allzu spannende Hauptquest, zu der auch noch zahlreiche Botengangsquests kommen. Dies ist aber eben zu verkraftet, da viele der anderen Missionen einfach hervorragend gestaltet sind.

Ein wirklich unschöner Punkt sind allerdings die DLC’s. War man doch froh, bei manchen Spielen noch von extra bezahlbaren Inhalten verschont zu bleiben, so ist Piranha-Bytes diesmal doch auch diesen Weg gegangen und bietet verschiedene Inhalte zum kostenpflichtigen Download an.

Außerdem ist man diesmal den Weg über Steam gegangen, was zum einen den Weiterverkauf des Spiels unmöglich macht. Zum Installieren muss also auch ein Internetzugang vorhanden sein, beim Spielen selber braucht man diesen aber nicht.