Ihr kennt das ja: Manchmal schlagen in einer Brust zwei Herzen. Da kommt einem beispielsweise ein Spiel wie “Ridge Racer Unbounded” unter, bei dem man auf der einen Seite kaum etwas findet, was man dran aussetzen könnte, aber irgendwie will einen das Spiel auch nicht so recht fesseln. Was ist da nur los? Ich fühle mich heute so zerrissen. Zwischen gut und böse. Uahh….Uaaaaarhgh!……UAAAARGH!!!

Das Teufelchen spricht…

Ridge Racer ist mit dem neuesten Teil Unbounded auf der XBox 360 Konsole zurück. Der neue Teil der Reihe hat sich vor allem auf wilde Rennen bei einer Street Racing Gang spezialisiert. Klingt nicht neu, aber soll besser sein. Das ist aber nur bedingt so. Auch wenn Ridge Racer Unbounded auf Grund der neuartigen Grafik versucht zu überzeugen, so bleibt ein fahler Nachgeschmack nach den ersten Spielstunden zurück. Das Spiel handelt beinahe nur in der Nacht, sodass die Grafik erst gar nicht so rüberkommt, wie das womöglich die Entwickler wollten. Zudem sind es die unübersichtlichen Strecken, der hohe Schwierigkeitsgrad wie auch oftmals das monotone Fahren der ausgewählten Fahrzeuge, die den Spielspaß trüben.

Die Steuerung ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Die Fahrzeuge reagieren im Endeffekt alle gleich; unterschiedliches Fahrverhalten je nach Fahrzeug ist eher Mangelware. Die Grafik überzeugt nur teilweise. Für XBox 360 Verhältnisse ist die Grafik wie auch der Sound recht dürftig. Dies liegt vor allem daran, dass auf Grund der dunklen Spielverhältnisse die Grafik erst gar nicht richtig Wirkung zeigen kann. Auch wenn Ridge Racer Unbounded versucht seine Fans zufrieden zu stimmen, so überzeugt das Spiel nur bedingt. Grafische Neuerungen, neue Fahrmanöver wie auch spektakuläre Stunts sind leider nur Mangelware.

Das Engelchen spricht…

Na, jetzt mal langsam. “Ridge Racer Unbounded” ist keineswegs schlecht. Ganz im Gegenteil: “Ridge Racer Unbounded” füllt eine Lücke, die von der obsoleten “Burnout”-Reihe hinterlassen wurde. Wer so richtig derbe ins Blech rasen möchtem hat heute wenig Auswahl. Da kommt uns “Ridge Racer Unbounded” gerade recht. Der Hinweis auf den Schwierigkeitsgrad kann ich nur wohlwollend zu Kenntnis nehmen: Das Spiel ist halt nur was für Könner. Und dass man einige Strecken in der Nacht zu absolvieren hat, entspricht nicht selten dem Lebenswandel des Spielers. Kurzum: Astrein.

Die Steuerung ist recht präzise, wenn man sich mal mit dem Spiel vertraut gemacht hat. Man braucht schon eine längere Eingewöhnungszeit, aber wie gesagt: Ein Spiel für Könner. Die Optik ist ansprechend, für einen Fun-Racer ist das Spiel allemal sehr schön gelungen. Realos sollen doch mit ihrem Mountainbike auf die reale Strasse gehen – ich zocke da lieber mit schicken Fantasy-Cars in den wilden Strassen der virtuellen Grossstadt. Wer Arcade Racer á la “Split Second” mag, der sollte ruhig mal einen Blick riskieren.

Ja, was denn nun?

“Ridge Racer Unbounded” hat das Potential die Racing-Community zu spalten und auch wir haben uns lange Zeit genommen, um das Spiel gebührend zu testen. Es ist beileibe kein einfaches Spiel und beide obigen Stimmen haben ihre Berechtigung. Die Einen werden von dem Game maßlos enttäuscht sein, insbesondere weil der Frust-Faktor recht hoch sein kann. Wer damit prinzipiell weniger Probleme hat, wird am Game aber wiederum sehr viel Spaß haben. Es kommt also ein bisschen darauf an, ob man für das Spiel bereit ist. Im Zweifel muss man wirklich jedem Spieler anraten, selbst einen Test zu wagen.