Stategie- und Simulationsspiele haben es sehr schwer auf Konsolen. Sie bleiben wie Blei in den Regalen stehen und das zu Unrecht! Oftmals wird solchen Spielen eine schlechte Konsolen-Anpassungen unterstellt. Dieses Vorurteil trifft aber nicht mehr zu – Spiele wie „Herr der Ringe – Schlacht um Mittelerde 2“ und „Command & Conquer“ haben vorgemacht, wie sich ein Strategiespiel auf Konsolen zu steuern hat. „R.U.S.E.“ hat bewiesen, dass auch neue Steuerungsformen wie “PS-Move” gut funktionieren können. Warum sprechen wir eigentlich dieses Thema jetzt an? Wegen “Port Royalee 3″.

Nische

Denn dieses Spiel ist wirklich gut, nicht nur auf dem PC, sondern auch auf Konsolen! Eine Wirtschaftssimulation ist nicht gerade das Genre, welches auf Konsolen die Leute vom Hocker reißt. Es bedient eine Nische und das weiß auch Publisher Kalypso. Es dennoch auf Konsolen herauszubringen, ist durchaus bemerkenswert und zeigt den Stellenwert von Konsolen heutzutage. Kalypso hat sich nicht nur die Mühe gemacht, das Spiel einfach nur zu portieren, sondern es auch optimal an die Konsolensteuerung anzupassen. Das ist schon die Hälfte der Miete, aber das eigentliche Gameplay ist auch wirklich gut gelungen, so dass wir es mit einem tollen Nischentitel zu tun haben.

Wer “Port Royal” vom PC nicht kennt, kann sich „Sid Meier’s Pirates“ mit einer Mischung aus Seekämpfen und Handeln vorstellen. Im Story-Modus hat der Spieler die Wahl zwischen einer Abenteuer-Kampagne oder einer Handels-Kampagne. Je nach Wahl erlebt der Spieler eine andere Story, die sich darum dreht, eine hübsche, junge und reiche Vize-Königstochter zu heiraten. Die Story wirkt aber reichlich aufgesetzt und unnötig. In der Handels-Kampagne liegt der Focus auf das ausgefeilte Handelssystem, das dem Spieler viele Möglichkeiten zum Handeln, Rohstoffe anbauen und Gebäude errichten, bietet. Dort arbeitet sich der Spieler vom kleinen Händler bis zum Administrator einer ganzen Stadt hoch. Die Abenteuer-Kampagne konzentriert sich ganz auf Seeschlachten und Stadtbelagerungen. Dort kapert der Spieler, im Auftrag der verschiedenen Fraktionen, Städte und Schiffe der Konkurrenz. Aber die Schiffsschlachten sind etwas umständlich geraten, da die KI der eigenen Schiffe, die vom Computer gesteuert werden, ziemlich dumm und nicht wirklich eine große Hilfe ist.

Insgesamt gibt es vier Fraktionen, die um die Vorherrschaft in der Karibik kämpfen. Spanier, Niederländer, Franzosen und Engländer hauen sich gegenseitig die Köpfe ein und freuen sich, wenn der Spieler die Konkurrenz ausraubt. Im Grunde sind die Kampagnen aber nur lange Tutorials, die euch die verschiedenen Funktionen des Spiels näher bringen sollen. Das eigentliche Herzstück aber ist natürlich das freie Spiel. Damit dem Gamer nicht auf Dauer langweilig wird, gibt es zusätzlich Schatzkarten-Stücke zu finden, Schiffbrüchige zu retten, Rohstoffe zu liefern und Piratennester zu Plündern.

Wirklich gut!

Die große Stärke des Spieles ist neben dem süchtig machenden Spielprinzip die tolle Musik. Sie ist episch und wirklich gut gelungen. Eine Mischung aus karibischen Klängen und klassischen Kompositionen sorgen für eine dichte Atmosphäre. Die Grafik auf der anderen Seite ist allerhöchstens zweckmäßig. Sie reißt keine Bäume aus, wobei klargestellt werden muss, dass eine Wirtschaftssimulation keine Bombast-Grafik braucht. Die Steuerung ist sehr gut gelungen und alles läuft flüssig von der Hand. Das Spiel ist aber nichts für jedermann. Der normale actionverwöhnte „Konsolero“ kann wahrscheinlich nicht viel mit dem Spiel anfangen, aber jeder, der sich auch nur ein bisschen für Simulationen begeistern kann, sollte zugreifen.

  • Spielprinzip
  • Soundtrack
  • Steuerung
  • Grafik mau
  • KI