Wer wollte nicht immer schon mal einem Land vorstehen, seine Politik lenken und dessen Fehler beseitigen? Vielleicht sogar die Nation zu einem kleinen Paradies auf Erden verändern? Der mächtigste Mann der Welt werden, wenn nötig mit Gewalt und illegalen Maßnahmen? Mit dem “Politiksimulator 2: Rulers of Nations” ist das möglich – auch wenn das Spiel seine Möglichkeiten nicht voll ausschöpft.

Aus Fehlern lernt man…oder?

Bereits im Herbst 2008 kam der erste Teil des Politiksimulators auf den Markt und machte seine Sache auch ganz ordentlich. Sah man von den Kinderkrankheiten der miesen Grafik und der nicht immer realistischen Tagespolitik ab, so war das Spiel doch sehr solide. Auch wenn einige Ereignisse selten wirklich nachvollziehbar waren und Fehler im eigenen Handeln schnell mal die Ermordung durch aufgebrachte Menschenmassen zur Folge hatten.

Umso schwerer wiegt, dass der zweite Teil der Reihe, der den eigenen Maßstab mit dem Titelzusatz “Rulers of Nations” sehr hoch ansetzt, die gleichen Fehler wiederholt. Denn Innovationen sucht man vergeblich, Schwachstellen des ersten Teiles wurden nicht behoben und der Nachfolger kommt nur als lauwarmer Aufguss der ersten Version daher.

Dabei wäre vieles möglich gewesen. Die Weltkarte weist alle Nationen auf, statt sich nur auf die wichtigen Länder zu konzentrieren. Der Spieler kann hier auswählen, wo er Politik betreiben will. Die große USA steht ihm ebenso zur Verfügung wie das kleine Luxemburg. Und alle diese Länder haben ihre eigenen Probleme, die sehr realistisch der aktuellen Tagespolitik entnommen wurden.

Gamer an die Macht!!!

Steuererhöhungen und Verschuldung, Arbeitslosigkeit und eine schwache Konjunktur. Mit diesen Problemen muss sich der Staatschef herum schlagen. Die Mittel seiner Wahl sind unterschiedlich und können von kleinen Gesetzesänderungen bis zum großen Krieg führen. Und da jede Maßnahme ihre Konsequenzen hat, geschieht auch beinahe nichts ohne Ergebnis.

Jedoch ist das bereits der erste Knackpunkt: Viele dieser Konsequenzen sind sehr unrealistisch. Gesetzesänderungen – und seien sie noch so positiv – werden vom Parlament rundweg abgelehnt oder lassen die Beliebtheit des Politikers sinken. Selbst in undemokratischen Nationen wie Nordkorea kommt es plötzlich zu Demonstrationen und der Mob fordert Rache. Dem gegenüber ist aber ein Krieg zwischen den Supermächten Russland und USA höchstens eine Randnotiz der Medien.

Auch grafisch ist das Ganze bestenfalls Massenware von der Stange. Zwar präsentiert sich das Spiel farbenfroh, aber die Grafik könnte problemlos einem Verkaufssimulator der 90er Jahre entnommen sein. Ebenso kommt der Soundtrack recht lahm daher und dudelt im Hintergrund so vor sich hin – fast unbemerkt und nicht zu den aktuellen Ereignissen passend.

Features:

  • Interaktive Weltkarte mit mehr als 100 verschiedenen Elementen in 3D (Gebäude, militärische Einheiten, Fabriken etc.)
  • Möglichkeit der Integration eigener Bilder, Logos und Namen für mehr Realismus
  • Wahl geheimer Ziele
  • Inkl. dem Quiz “Teste Dein Wissen” mit über 3.000 Fragen aus vielen Bereichen, Multiplayer-Optionen und Ranglisten – Eine gute Möglichkeit, spielend Ihr Wissen zu erweitern!
  • Online- und Echtzeit-Spieler-Ranglisten
  • Interaktives Tutorial zum Erlernen der wichtigsten Spielfunktionen