Es gibt Reviews, an denen man sich sehr schwer tut. Seien es quietschebunte Wimmelbildspiele aus Asien mit Manga-Look oder düstere Horror Point and Klick Games. “Phobos 1953 – Im Netz des KGB”, von CP DIGITAL, ist letzteres. Der Point and Klick Gedanke ist vorhanden, aber der nervenaufreibende Horror bleibt aus.

Dimitri alles KAPUTT!

Nach einem kurzen Intro, geprägt von sowjetischer Propaganda der fünfziger Jahre, fährt die Kamera unter Tage, in ein altes Bunker-System, das unter Moskau angelegt wurde. Gleich vorab: in den fünfziger Jahren experimentierten die Russen wirklich mit dem Paranormalen. Telekinese, aber auch wie sehr der menschliche Organismus bei psychischer Belastung und Stress in Form von Angst reagiert. Überwacht und durchgeführt im Auftrag des KGB, also dem Geheimdienst der damaligen UDSSR. Dass solche Experimente auch mal schief gehen können, kann man sich denken und hier beginnt auch das Spiel.

Der bewusstlose Techniker und Protagonist Pjotr Michailowitsch Jaschkin, erwacht in einer kleinen Kammer. Ein Heilloses durcheinander herrscht hier, denn etwas Schlimmes muss in Anlage 418-23-04 (die Bezeichnung der Forschungseinrichtung) passiert sein. Pjotr richtet sich auf und hier fällt auf, das der interaktive Film, der das Intro darstellte, in die animiert gezeichnete Spielgrafik übergeht. Wir schnappen uns die Lötlampe vom Regal und verlassen des Raum, denn es riecht ja nach Rauch und wir müssen schnell aus dem Bunker raus, denn Feuer und Bunker sind keine Freunde und moderne Löschanlage, wie in einem Parkhaus in unserer Zeit, gibt es noch nicht! Pjotr hat den Raum erfolgreich verlassen und sieht einen Generator, der nicht mehr funktioniert. Die Tür zur Linken ist versperrt und dazu ist es sehr dunkel, O-Ton Protagonist beim Anklicken der Tür. Die Kabel, die zum Generator führen, wurden mit flüssigem Stickstoff vereist, ganz klar: Die Lötlampe kann dieses Problem lösen. Siehe da, die Kabel sind frei, trotzdem schnappt die Sicherung des Generators wieder zurück und lässt das Ding nicht starten. Unter einer Abdeckung entdecken wir weitere Schalter, die das nächste Rätsel darstellen. Hier gilt es nun die richtigen Schalter zu finden, was sehr viel probiere und „schaue ob es geht“ Zeit verbraucht.

Was kann man zusammenfassend sagen

Das Spielprinzip von “Phobos 1953″ ist in die Jahre gekommen. Adventures sind zwar noch immer sehr beliebt, aber diese aus der Ego-Sicht, wie damals “Atlantis”, sind mehr als antiquiert. Die Grafik ist alt und die Videosequenzen sind mehr als pixelig. Dazu frustiert das Spiel ungemein mit zeitfressenden „Try and Watch“ Rätseln, anstatt den Spieler bei der Hand zu nehmen. Horror und Psycho Feeling kommt nicht auf. Die Vertonung ist in Ordnung und gelungen, einzig die Musik nervt sehr schnell und trägt nicht zur Atmosphäre bei!