“New Little King’s Story”, die Neuauflage eines Wii-Titels aus dem Jahre 2009 – ein Remake oder doch nur eine versoftete Gelddruckmaschine? In unserem Test erfahrt ihr, ob sich die Vita Umsetzung für euch lohnt und welchen Personenkreis das Spiel ansprechen soll.

Neuer kleiner König?

“Little King’s Story” erschien seinerzeit im April 2009 auf Nintendo’s noch aktueller Konsolengeneration, der Wii. Mit einer Mischung aus putzigem Abenteuer, lustigen Dialogen und albernen Charakteren, wirkte das gesamte Konzept sehr ausgeklügelt. Da werden zum einen Gegner mit dem eigenen Team aus beruflich festgelegten Untertanen „vollgeschnippt“, auf der anderen Seite besticht der Titel noch durch ein Aufbaupart, der recht fordernd motiviert. Doch schafft es Konami diesen ehemals von Eidos verlegten Titel mit seinen offensichtlichen Schwächen mit einer guten Portierung auf die Vita zu bringen oder hat das „New“ im Namen keinerlei Daseinsberechtigung?

Neuer Entwickler, neues Spiel?

Grundsätzlich haben Marvelous Entertainment dem Original den eigentlichen festen Spielablauf belassen, veränderten aber gewisse Teile doch sehr in ihren eigentlichen Funktionen. So gibt es eine neue Optik, die sich in der Vita-Umsetzung mehr auf einen Anime Stil konzentriert und so den leicht überzeichneten Comic-Look des Originals ablöst. Das hat gewiss auch seinen Charme, schließlich wirken die Charaktere, sowohl innerhalb der 3D Grafik wie auch in den während Unterhaltungen eingeblendeten 2D Charakterporträts. Doch auch die Handlung wurde erneuert und konzentriert sich nun ein wenig mehr auf einen Versuch der Geschichte, verliert aber aufgrund der Trägheit des Spiels und der teils sehr langwierigen Erzählweise den Spieler doch sehr schnell. Nicht falsch verstehen, Marvelous haben hier dennoch ein interessantes Setting geschaffen und versuchen durch teils sehr lustige Dialoge und überspitzte Charaktere den Spieler zum Schmunzeln zu bringen, doch geht dies nach einer anfänglichen Euphorie doch sehr schnell auf die Nerven.

Schnipp, Schnipp!

Doch worum geht es überhaupt bei “New Little King’s Story”, wie spielt es sich und mit welchen Schwierigkeiten muss man rechnen? Grundsätzlich gesagt: Ihr bewegt euch als König eines neuen Landes durch euer anfänglich sehr überschaubares Reich und versucht mit einer Gruppe von Untertanen, die ihr selber auf verschiedene Berufe aufteilen könnt, euer Königreich durch Besiegen von Monstern, dem Finden von Schätzen und dem Erfüllen von Aufträgen stetig zu erweitern. Hierbei gibt euch das Spiel die Möglichkeit, eure Untertanen in einer kleinen Gruppe selber zu definieren, euch Gruppen anzulegen und diese für einen späteren Einsatz zu speichern. Zum Beispiel legt ihr euch eine Gruppe von Handwerkern, Bauern und Jägern zusammen, oder eine Gruppe rein aus Soldaten, oder eine Mischung um so für alle Hindernisse gewappnet zu sein. Doch hier versagt das Spiel ein wenig am Management. Es wird einem zwar ermöglicht Gruppen zu speichern, aber diese Möglichkeit wird nicht gänzlich ausgeschöpft und erschwert einem das Sortieren und Verwalten der einzelnen Untertanen doch sehr. Ihr könnt eure Untertanen mit allerlei bunten und lustigen Ausrüstungsgegenständen ausstatten, so dass diese im Kampf härter zuschlagen oder mehr Hitpoints bekommen, doch es wird einem einfach nicht richtig ermöglicht, einzelne Charaktere zu rufen und diese zu verwalten, stattdessen bekommt man nur die Möglichkeit gesamte Berufssparten zu rufen. So müsste man mit seinem König durch das Reich marschieren, in der Hoffnung, dass die gewünschte wuselige Figur sich irgendwo antreffen lässt um sie zu rekrutieren.

Doch auch im Kampf kommt das Management mit exakt derselben Schwäche um die Ecke. Versucht man seine Untertanen auf einen Gegner zu hetzen – dies erledigt man, indem man seine Untertanen in Blickrichtung auf den Gegner schnippt – hat man einfach keine richtige Auswahl, welchen seiner Untertanen man auf den Gegner loslässt. Die Kette an Untertanen hinter einem wird nach und nach verbraucht und lässt sich nur durch die Gruppen sortieren. Zum Beispiel lassen sich alle Krieger nach vorne ziehen und so durch ein schnelles Drücken der Tasten oder des Bildschirms auf den Gegner hetzen, aber das Spiel erlaubt es mir nicht innerhalb der Gruppe zu sortieren. So kommt es durchaus einmal vor, dass Krieger aus der Gruppe bereits verwundet sind und man stattdessen lieber die anderen Krieger voran schicken würde. Dies lässt das Spiel nicht zu, es arbeitet die Kette an Untertanen hinter einem einfach ab. So passiert es immer wieder, dass Untertanen bewusstlos werden, weil sich die Reihenfolge einfach nicht ändern lässt. Unglücklich! Und auch die technische Umsetzung für die Vita scheint ihre Schwierigkeiten zu haben, das merkt man bereits nach dem Besiegen der ersten zwei Bosse, wodurch sich euer Königreich vergrößert und ihr mehr Untertanen, Häuser und Ausbildungsstätten bekommt. Solltet ihr eine Gruppe von mehreren Untertanen hinter euch her ziehen, merkt man sehr spürbar den Einbruch der Framerate, wodurch ein gewisser Slowdown im Spiel spürbar wird. Hier wirkt das Spiel fast wie mit angezogener Handbremse.

Aufbau? Taktik? Rollenspiel?

Dennoch entwickelt “New Little King’s Story” einen gewissen Reiz, welcher sich durch das Spiel hinweg wie ein roter Faden zieht. Im Herzen handelt es sich hierbei nämlich um ein Aufbau- und Taktikspiel. Die erfrischende Mischung aus Rollenspiel, einer Aufbausimulation light, gepaart mit einer taktischen Komponente, was die Kämpfe anbelangt, entwickelt sich hier doch ein sehr nettes kurzweiliges Spiel. Ihr sammelt auf euren Wegen durch die Ländereien die Überbleibsel von Gegner ein, buddelt mit euren Bauern Löcher im Boden aus, die wiederum zu einem Schatz münden, sammelt Kräuter und Baumstümpfe ein und könnt diese in eurer Basis in bare Münze verwandeln. Mit diesen wiederum kauft ihr euch neue Gebäude oder mischt beim Alchemisten neue stärkende Tränke zusammen. Eure Untertanen steigen im Level auf, werden kräftiger und halten mehr aus, bekommen von euch Ausrüstung zugewiesen, können mit Medaillen ausgezeichnet werden und, sofern ihr das wollt, von euch in der eigenen Kirche miteinander verheiratet werden. Es entwickelt sich ein putziges kleines Rollen- & Aufbauspiel aus “New Little King’s Story”, das von der Zielgruppe her doch mehr auf das jüngere Publikum abzielt. Doch kann man auch als gereifter Interessent sich einen Blick in das Spiel wagen lassen, denn es entwickelt einen gewissen Charme und reizt mit seinem Aufbaupart.

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