Mit „Madagascar“ verbinden Groß und Klein Kult-Animationsfilme, bei denen es um verrückte Tiere geht, die aus einem Zoo ausgebrochen sind, und so manches Abenteuer erlebt haben. Anfang Oktober kommt nun der heißersehnte dritte Teil in die Kinos. Zeitgleich kommt das gleichnamige Spiel „Madagascar 3: Flucht durch Europa“ für verschiedene Konsolen auf den Markt. Doch auch hier stellt sich die allseits bekannte Frage: Lohnt sich ein filmbasiertes Spiel?

Heimweh packt auch Zoo-Tiere

Die Freunde aus dem New Yorker Zoo haben nur noch einen Wunsch – ab nach Hause. Allerdings leichter als gesagt, da sich die Tierfängerin Chantel DuBois und ihre Männer an ihre Fersen geheftet haben. So heißt es sich verstecken, Umwege einplanen und immer auf der Hut sein. Ihre Reise führt sie durch die Metropolen Europas, wie Rom oder London. Unterstützt von dem strategisch und militärisch angehauchten Plänen der Pinguine heißt es nun den Tierfängern zu entwischen, um der Heimat ein Stück näher zu kommen.

Auf in den Kampf

Allein oder zu zweit heißt es nun für den Spieler die grundlegenden Steuerungselemente, Anweisungen, Sprungeinlagen und Möglichkeiten in einem Tutorial zu erforschen. Im Anschluss heißt es im Story-Modus insgesamt fünft atemberaubende Städte zu erobern. In jeder Stadt heißt es Vorbereitungen treffen, Sachen suchen, Aufträge ausführen und immer Acht geben, denn die Schergen sind nie weit weg. Zwar kann man sich mit einer Sonnenbrille vor Passanten tarnen, aber die Schergen sind nicht ganz so dumm. In jeder Ortschaft gibt es drei Bereiche, die so manche Mission für euch bereit halten. Stundenlanger Spielspaß ist also vom Umfang der Kampagne gewährt. Für jede Mission dürfen zwei Figuren mit unterschiedlichen Spezialfähigkeiten aus dem Film ausgewählt werden, die eben allein durch Wechseln der Spielfigur oder zu Zweit durch die Straßen gesteuert werden. Zu Zweit erwartet euch ein netter Splittscreen, weniger doppelte Arbeit und deutlich mehr Spielspaß als allein, denn die KI des Partners kann mit der Intelligenz eines Toastbrotes verglichen werden. Dadurch heißt es ständig wechseln, den Überblick verlieren und an so mancher Situation einfach nur genervt zu sein.  Dank einer Minikarte und diverser Hilfestellungen dürfte es zwar keine Probleme mit Missionen geben, aber manchmal dauert es eben länger. Gerade junge Spieler hören leider oft nicht genau zu, drücken Texte mit wichtigen Informationen weg, sodass es hier schon zu manchen Frustmoment kommen kann, wenn es wieder heißt: Wo soll ich hin, wie komm ich dahin, was sollte ich eigentlich machen? Trotzdem kann man sich sicher sein, dass das Ziel der Mission früher oder später erreicht wird. Wahrscheinlich eher letzteres, denn die Wege sind nicht immer klar und logisch, sodass auch Erwachsene einige Sekunden überlegen müssen, denn springen, wegräumen und umdenken ist hier an der Tagesordnung. Die Rätsel selbst sind leicht gestrickte Schalteraufgaben, sodass hier keine große Intelligenz gefordert wird. Die Wege verlangen da schon einiges mehr.

Fader Beigeschmack

Schon nach einiger Spielzeit wird jedoch schnell deutlich, dass die Kreativität an ihre Grenzen gestoßen ist. Nicht nur eine gewisse Routine in Aufgaben, sondern auch in der Gestaltung der Häuser und Orte, sorgen bald für einen kleinen faden Beigeschmack. Die Grafik selbst ist zwar bunt und orientiert sich an den Filmvorgaben, ist jedoch stellenweise sehr pixelig und erinnert aufgrund der teilweise unscharfen Konturen an die PS2-Ära. Und genauso sieht es soundtechnisch aus. Eine nervig vor sich hindudelnde Musik und hysterische Schreie von Passanten treffen auf liebenswerte, aber nicht immer originale Synchronstimmen.Wie eingangs erwähnt, sind die Aufgaben mit einiger Zeit nur noch nervige Routine, denn oft fehlen noch ein oder zwei Sammelgegenstände die sich in dem Gebiet versteckt haben, wie zum Beispiel Holz, und das muss alles eingesammelt werden. Was Erwachsene stört, stört auch Kinder, sodass ein genervtes Stöhnen oder ein Fluchen auch aus ihren Munden zu hören ist. Hier können nicht mal die Zirkus-Mini-Games noch für Erheiterung sorgen.

Und was sagt uns das?

„Madagascar 3 – Flucht durch Europa“ ist ein netter, aber sehr kurzweiliger Spaß. Kinder und Erwachsene können in die Rollen ihrer Helden Alex, Melman, Gloria und Marty schlüpfen, werden jedoch bald merken, dass die Routine den Spielspaß um einiges mindert. Bei unserem Test verlor unser Testkind schon nach der dritten Stadt die Lust an dem Spiel, obwohl es die Filme mitsprechen kann und auch sonst Spiele zu Animationsfilmen, wie „Monster vs. Alien“ oder „Wall-E“ gerne gespielt hat. Hier hätten sich die Entwickler deutlich mehr Mühe geben können. Zumal das ständige Wechseln im Einspieler-Modus auf die Dauer gesehen nur stört und nicht jeder einen zweiten Spieler oder gar Controller hat. Alles in allem eine nette Idee, die jedoch nicht durchweg überzeugen kann.

 

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