Wenn es nur eine Sache gibt, die man über Schädlinge sagen kann, dann die, dass sie nur schwer tot zu kriegen sind. Der Beweis ist eindeutig in “Journey of a Roach” erbracht, in dem sich der Großteil der Überlebenden einer nuklearen Katastrophe aus inzwischen zu Menschengröße mutierten Kakerlaken, Ratten und anderem Getier zusammensetzt.

Built to resist

“Journey of a Roach” erzählt die Geschichte von Jim & Bud, zwei Kakerlakenkollegen, die versuchen, an die Oberfläche zu gelangen, um die vielleicht letzte Blume auf Erden zu betrachten. Bud hat sie auf einer seiner Streifzüge entdeckt und möchte sie unbedingt Jim vorführen. Doch das Schicksal macht ihnen immer wieder einen Strich durch die Rechnung, wenn es darum geht auch nur einen Fuß nach draußen zu setzten. Denn leider ist Bud (wie man an seinem lädierten äußeren bereits erkennen kann) ein ziemliches Pechinsekt und bringt sich von einer unglücklichen Situation in die andere. Präsentiert wird die Geschichte ohne viele Worte zu verlieren. Stattdessen werden Gesten, der Situation angepasstes Gebrabbel, vielsagende Bildchen und Slapstick-Comedy verwendet, um die Handlung voran zu treiben. Ein Comic-Buch bildet den Rahmen, wenn die Handlung weiter erzählt wird.

Jim & Bud: Hit the Roach

“Journey of a Roach” ist kein typisches Adventure-Spiel. Zwar gilt es wie bei anderen Vertretern des Genres auch hier, aberwitzige Items zu noch seltsameren Dingen kombinieren, doch Dialoge fallen zum Beispiel größtenteils weg. Dies ist jedoch kein Manko, da man dank Sprechblasenbildchen (in der Regel) kapiert, was das jeweilige Getier von einem will. Außerdem ist das Spiel nichts für schwache Mägen, da es keinen Boden im üblichen Sinne gibt. Kakerlaken können nun mal auch in mutierter Form immer noch frei auf jeder Oberfläche herumlaufen. Bei manchen Rätseln ist Umdenken angesagt, da man (oder auch Kakerlake) in der Lage ist, die Decken und Wände in die Rätsel-Lösung mit einzubeziehen. Aufgehoben und kombiniert wird mit der Maus, die Spielfigur wird aber per Pfeiltasten oder AWSD gesteuert.

Post-Nokular

Die Grafik ist in einem sehr sympathischen Cell-Shading-Look gehalten. Zwischensequenzen werden mal in Ingame-Grafik, mal in Form von handgezeichneten, leicht bewegten Bildern präsentiert, die aber sehr gut zu dem Comic-Buch-Motiv des Spiels passen. Auch die Musik ist sehr schön dem schrägen Motiv des Spiels angepasst und ist ebenso schräg gehalten wie der Rest des Spiel – in einem positiven Sinne.