Ubisoft hat einige auf der ganzen Welt verteilte Entwicklerstudios. Eins davon ist Ubisoft Shanghai, welches die Entwicklung des Spiels “I Am Alive” anvertraut wurde. Nach der Entwicklung für Xbox 360 und PS3 erfolgt nun die Umsetzung für den PC. Wie der Titel schon vermuten lässt, ist daraus ein düsteres Survival Action-Adventure entstanden. Und was für ein Spannendes!

Düster die Welt…

“I Am Alive” ist Endzeitstimmung! Die Welt ist trist und zerstört, die Menschen trauen einander nicht mehr. Der Stärkere überlebt. Wir spielen eine einsame männliche Figur, die versucht Frau und Kind zu finden. Warum es so weit gekommen ist, bleibt anfangs im Unklaren. Das weckt die Neugier des Spielers, man will einfach wissen, was passiert ist und was noch passieren wird. So bekommen wir Stückchen für Stückchen kleine Storyfetzen hingeschmissen… Das sorgt für Motivation und hält einen immer bei der Stange. In einem ersten Katastrophen-Parkour wird man wunderbar in Form eines Tutorials in das Spiel eingeführt.

Ein wichtiger Teil, neben den Actionpassagen, sind die Klettereinlagen des namenlosen Helden. Ganz besonders im Kopf des Spielers manifestiert sich die Szene, wo man einen unfertig gebauten Wolkenkratzers erklimmt. Anfangs noch in den unteren und unspektakulären Etagen unterwegs, wird es von Stockwerk zu Stockwerk spannender. Der Spieler ist konzentriert, könnte sich doch hinter jeder Ecke ein Feind befinden, der mit uns kurzen Prozess macht. Das sorgt für hervorragenden Nervenkitzel. Die zu erklimmenden Gebäude erinnern – dank des Zerstörungsgrades – an Labyrinthe. Es gibt keine uns bekannte Ordnung, alles kann passieren, weil man sich nicht sicher sein kann, dass der eingeschlagene Weg auch der Richtige ist. Außerdem macht dem Spieler auch der Ausdauerbalken zu schaffen. Der namenlose Held ist kein Superman, daher sollte man den Balken immer gut im Auge behalten. Sonst geht es gen Asphalt…Was den Tod des Charakters bedeutet. Je nach Schwierigkeitsgrad, darf man nach dem Tod die Stelle wenige Male (Schwierigkeitsgrad: Schwer) bis unendlich oft (Leicht) wiederholen.

Für den Tod des Alter Egos sorgen auch öfters Mal die Actionpassagen. Oft steht man drei bis vier Gegnern gleichzeitig gegenüber. Munition ist sichtlich und bis man den Bogen mit wiederverwertbaren Pfeilen findet, dauert es auch ein wenig. Richtig problematisch wird es, wenn man mit einem Machete bewaffnet auf Gegner trifft, die eine Pistole tragen. Daher ist es sinnvoll, gerade diese Gegner als erstes auszuschalten und sich die Munition zu schnappen. Die anderen Gegner ohne Feuer-Waffe lassen sich dann mit der neu eroberten Pistole bedrohen und ausschalten. Der Anspruch ist nicht ohne, man wird öfters mal Staub fressen – aber die Spielmechanik motiviert ungemein, so dass man es immer wieder versuchen wird.

Die ganze Spielmechanik ist eingebunden in eine düstere und oft grau-braune Welt. Die Entwickler verschleiern sehr clever durch Einsatz von Staub und Nebel die Weitsicht, was ungemein wichtig für die düstere Atmosphäre ist. Der Spieler sieht alles, was noch vor ihm liegt, nicht kommen. Die Grafik ist insgesamt gelungen und kommt ohne große Fehler aus. Lobenswert ist auch der düstere Sound, der mal melancholisch mal aufwühlend auf den Spieler einwirkt.

Die Spielzeit beläuft sich auf intensive 5-6 Stunden, was für einen Downloadtitel (erhältlich im Ubisoft Shop oder bei Amazon) zum Preis von 15 Euro mehr als in Ordnung geht.