Was ein langer und abgefahrener Titel. “Holy Avatar vs. Maidens of the Dead” ist ein Spin-Off der Grotesque Tactics-Reihe und genau so schräg und abgefahren wie seine Vorgänger. Held ist, wie unschwer auf dem Cover zu erkennen ist, Holy Avatar. Entwickler ist Silent Dreams aus Mülheim an der Ruhr. Publisher Headup Games aus Düren. Also Made in Germany sozusagen.

Holy Avatar auf Holy Island

Holy Avatar ist ein Kämpfer und dazu noch ein äußerst attraktiver. Nach seiner großen Schlacht in “Grotesque Tactics 2: Dungeons & Donuts” braucht seine Heiligkeit unbedingt Urlaub. Spontan geht es auf die Insel Holy Island, die ihm sogar gehört bzw. aufgeschwatzt wurde… Er wollte lieber ein Dungeon mit immer respawnenden Gegner. Also er packt in seinen Koffer: eine Jungfrauengilde und eigentlich Waffen. Die Jungfrauen möchten aber Urlaub ohne Keilereien – also keine Waffen. Angekommen, bemerkt er zahlreiche tote Jungfrauen, die wie ein Pfad ins Inselinnere führen. Natürlich ist die Jungfrauengilde beunruhigt. Nicht aber Holy Avatar, der sich aufmacht die Insel mit einigen Gefährten zu erforschen. Nur doof, dass er seine Waffen daheim lassen musste, ein Paddel, welches er am Strand findet, wird es für den Anfang aber auch tun.

Das erste, was dem Spieler in “Holy Avatar vs. Maidens of the Dead” auffällt, ist die stimmige Cel-Shading Grafik. War schon in den Vorgängern alles schön bunt, greift Silent Games für “Holy Avatar vs. Maidens of the Dead” noch mal richtig in den Farbeimer. Der Karibik-Look steht dem Spiel sehr gut und hebt ihn wohltuend von den ersten beiden Teilen ab. Auch haben sich die Entwickler für eine fest eingestellte Kameraposition entschieden, die sich auch Zoomen lässt. Gerade die Kamera war in den Vorgänger doch sehr störisch. Abgerundet wird der Karibik-Flair vom karibischen Soundtrack. Die technischen Seite ist sicherlich nicht überragend, aber doch überraschend stimmungsvoll. Wie sieht es aber unter der karibischen Strategie-Motorhaube aus?

Strategie der einfachen Art

Ahnt ihr bereits die größte Stärke des Titels? Ja, es ist, wie auch bei den Vorgänger, der unverwechselbare Humor, der vor nichts Halt macht. Das war schon in den ersten zwei Teilen so und auch “Holy Avatar vs. Maidens of the Dead” tritt voller Stolz in die Humorfußstapfen. Beispiel gefällig? Holy Avatar trifft auf seinen ersten Gegner. Ein Teddybär, der in geradezu todknuddeln möchte. Unser Held holt einmal schön mit dem Paddel aus und schon ist der Gegner dahin. Anstatt sich zu freuen, motzt seine Heiligkeit erst mal drauf los, dass er schon einen Level aufgestiegen und das Heldenleben zu “Casual” geworden ist. Oder auch das Gemotze über den Elite-Schnucki-Muck, der nur zwei Schläge zum Sterben braucht anstatt einen. Die Dialoge sind wirklich gelungen und zum Teil so saublöd, dass man grinsen, ja sogar lachen muss.

Das Kampfsystem selbst ist sehr einfach gehalten. Solange wir keinen Gegner sehen, dürfen wir uns frei bewegen. Ab dem Zeitpunkt wo ein Gegner in unsere Nähe kommt, schaltet das Spiel in einen rundenbasierten Modus um. Hier dürfen wir nun eine bestimmte Anzahl von Feldern laufen und angreifen. Eine Leiste informiert uns, welcher Charakter am Zug ist. Neben dem normalen Angriff und einem Defensivmodus, haben die Kämpfer natürlich noch Spezialfähigkeiten auf dem Kerbholz. Der Avatar kann z. B. richtig stark zupaddeln (mächtiger Schlag) und die Jungfrau Candy, die für seine Heiligkeit in einen sexy roten Badeanzug schlupfen muss, zielgenau mit Pfeil und Bogen schießen. In einem simplen Charaktersystem könnt ihr nach jedem Levelaufstieg Punkte in Fähigkeiten investieren. So könnt ihr den mächtigen Schlag noch mit Feuerschaden versehen. Seit ihr mal verletzt oder fehlt euch Mana, dann schafft eine Toast-Hawaii bzw. der Mana-Cocktail Abhilfe.