Es gibt viele Dinge, die man in 30 Sekunden erledigen kann. Man kann beispielsweise alle Fenster in einer kleinen Wohnung öffnen, eine 5-Minuten-Terrine zu 10% fertig kochen oder mal eben die Welt retten.

Zeit = Geld

Letzterer Situation sieht sich der Held des Spiels mit dem unverwechselbaren Namen “Half-Minute Hero: Super Mega Neo Climax Ultimate Boy” ausgesetzt. Ein Name, dessen Aussprache allein schon ausreicht, mindestens ein Drittel der zur Weltrettung zur Verfügung stehenden Zeit zu verbrauchen. Das Problem ist nämlich, dass ein gefährlicher Zauberspruch unter den Bösewichten der Welt im Umlauf ist. Dieser kann in besagter Zeit das Ende der Welt hervorrufen. Alles wäre recht ausweglos, würde dem Helden des Spiels nicht die Zeitgöttin zur Seite stehen. Diese liefert einem nicht nur hilfreiche Hinweise zum jeweiligen Level, sondern stellt auch den 30-Sekunden Timer immer wieder zurück, wenn man an den in der Welt verteilten Statuen von ihr einen immer größer werdenden Geldbetrag “opfert”, da Zeit ja bekanntlich Geld ist.

Erzählt wird die Geschichte um den Ende-der-Welt-Zauber, den Mächten, die hinter seiner Verbreitung stehen und der Zeitgöttin in Kapiteln, die präsentiert werden wie einzelne Episoden einer Zeichentrickserie. Am Anfang jedes Levels erfolgt jeweils ein kurzes Intro und nach erfolgreichem Abschließen ein Abspann inklusive Credits des Entwicklerteams, die glücklicherweise vorspul- oder gleich überspringbar sind. Vom Humor her kann das Spiel durchaus als Parodie auf bekannte J-RPGs verstanden werden, beispielsweise wenn darüber lamentiert wird, dass gewisse Graphiken bei Gegnern wiederverwendet werden.

Schwere Zeiten

Im Laufe des Spiels läuft man per Weltkarte von Level zu Level und trifft dort auf viele verschiedene Probleme, die in einer halben (und etwas mehr, dank Zeitgöttin) Minute gelöst werden müssen. Gleich bleibt während den Missionen eigentlich nur, dass man den Boss des Areal besiegen muss. Dies gelingt in der Regel, indem man hin und her läuft, bis man durch genug Zufallsbegegnungen (die in 2 bis 3 Sekunden besiegt sind) weit genug aufgelevelt hat, sodass man den Boss problemlos besiegen kann. Schwerer wird es nur, wenn man innerhalb des Zeitlimits versucht, Nebenaufgaben zu erfüllen. Dann ist gekonntes Zeit- und Laufmanagement gefragt, um strategisch günstig die Rückspulfunktion der Zeitgöttin zu nutzten. Denn Nebenaufgaben können einem diverse Vorteile bescheren. Neben einer besseren Levelbewertung winken einem beispielsweise neue Ausrüstungsgegenstände, Gefährten, die einem während des Levels und später bei manchen Kämpfen helfen, sowie alternative Routen zu neuen Leveln.

Ausrüstungsgegenstände erhält man als Belohnung für das Abschließen eines Levels, kann sie aber auch in Städten für das Gold, das man von Zufallsbegegnugen erhalten hat, kaufen. Gezielter Ausrüstungswechsel kann jedoch nur zwischen den Leveln stattfinden. Wenn man einen Gegenstand im Level kauft, zieht man ihn direkt an. In typischer RPG-Manier bieten verschiedene Ausrüstungsteile unterschiedliche Boni, wie mehr Schaden, mehr HP und so weiter. Manche Gegenstände bieten aber auch die Möglichkeit, gewisse Monstersorten mit nur einem Schlag zu töten oder Wasser zu überqueren. Das Ausrüstungsrepertoire reicht von Fliegenklatsche bis Drachenlanze, von Eisenrüstung bis Fass.

Zeitvertreib

Nach dem Beenden der durchaus langen Hauptkampagne ist das Spiel jedoch bei weitem nicht vorbei. Es warten vier weitere Kapitel und Modi wie beispielsweise Evil Lord 30 oder Princess 30 sowie ein Multiplayer-Mode, in dem man versucht, schneller als sein Gegenspieler den Boss des Levels zu besiegen. Man kann also durchaus sagen, dass einem inhaltlich sehr viel geboten wird und man garantiert mehr Zeit mit HMH:SMNCUB verbringen kann als nur 30 Sekunden.

Gesteuert werden kann das Spiel entweder per Tastatur oder Gamepad. Mit Tastatur ist das Bewegen des Helden etwas hakelig, sprich, man spurtet manchmal über das Ziel hinaus, was zu Problemen führen kann, da man ja etwas unter Zeitdruck steht.

Optisch präsentiert sich das Spiel im Zeichentrickstil, bietet aber auch als Grafikoption den 8-Bit-Retrolook für den ultimativen Flashback. Hier gilt auch zu beachten, dass die Modi je nach Grapfiklook variieren. Princess 30 verwandelt sich beispielsweise im 8-Bit Look in ein Sidescrolling-Shoot’em up. Musikalisch wird das Ganze untermalt mit Melodien, die jedem RPG-Fan irgendwie bekannt vorkommen sollten.

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