Wow! The Expendables 2 ist ein riesen Knaller! Stallone, Willis, Norris und Schwarzenegger – mehr Krawall geht nicht! Denn der Film hält was er verspricht: Action, Explosionen, Geballer, One-Liner und noch mehr Action. Und wenn man sich als gelegentlicher Kinobesucher auf das brachiale, kompromisslose Action-Hollywood-Spektakel einlässt, wird man auch prächtig unterhalten. Alles super also.

Natürlich folgt da eine Filmversoftung auf dem Fuße und spätesten bei dem Wort “Filmversoftung” sollten alle Alarmglocken leuten – denn wir wissen alle: Bis auf wenigste Ausnahmen kann man Videospiele mit Filmlizenz ohne Bedenken in die Tonne treten oder besser gleich eiskalt auf dem Tresen liegen lassen. Da macht “The Expendables 2 Videospiel” absolut keine Ausnahme und lauert schon in den hiesigen Händlerregalen auf ahnungslose Expendables-Kinofilm-Fans.

Wie und warum sich Expendables 2 den Titel “schlechteste Filmversoftung des Jahres” sichern konnte, lest ihr am besten in unserem Test.

Liebloses Geballer

Bereits das Menü lässt Böses erahnen: Ein richtig trashiger Titelbildschirm, in dem die vier herzlos animierten Hauptcharaktere (Sly Stallone, Jet Li, Terry Crews und Dolph Lundgren) in geduckter Position vor Panzern, explosiven Fässern und brennendem Schutt darauf warten von euch durch die insgesamt vier Kapitel der Kampagne gescheucht zu werden. Dabei präsentiert sich das Game als sogenannter Twick-Stick-Shooter (Prinzip: kompromissloses Ballern aus der Vogelperpektive), was in Anbetracht der Kinovorlage durchaus einleuchtend und passend erscheint. Ihr kämpft euch also als Vierer-Team, wahlweise online mit Freunden oder auch offline im Alleingang, durch die verschiedenen Stages der Kampagne, pulverisiert dabei nicht enden wollende Horden an Gegnern und fragt euch, wo sich bloß der Spielspaß versteckt hat. Denn alles wirkt wenig einfallsreich und lieblos hingeklatscht. “Schnell noch die restliche Kohle, welche uns die Kinovorlage hinterlassen könnte, einsammeln” – so oder so ähnlich lautete wohl die Devise der Entwickler.  Zwar ist einem das stumpflose  – in den meisten Fällen jedoch recht lustige – Baller-Prinzip aus anderen Twick-Stick-Shooter bekannt, doch nirgendwo wurde dieses Schema schlechter umgesetzt, als in “The Expendables 2 Videospiel”.

Auf was schieß’ ich eigentlich?

Das Trauerspiel fängt schon bei der Steuerung an: Um Zielen zu können, muss man  – umständlicherweise – zu aller Anfang auf die rechte Maus klicken und diese Taste gedrückt halten. Erst dann kann man den Gegner anvisieren, um anschließend mit der linken Maustaste auf diesen zu feuern. Das ist wenig innovativ. Und wenn euch die Steuerung keinen Strich durch die Rechnung macht, dann ist es die automatische Zielerfassung. Denn diese macht weitgehendst nur das, wozu sie gerade Lust hat. Die Folge: Ihr wisst oft nicht auf wen oder was ihr schießt und ob ihr überhaupt irgendetwas mit euren Waffen getroffen habt.  Apropos Waffen: Die vier spielbaren Charaktere haben  – der “Abwechslung” zur Liebe –  jeweils unterschiedliche Knarren im Gepäck. Stallone schießt vorzugsweise mit Revolver und Pistolen, Jet Li schmeißt dagegen lieber mit übergroßen Messern um sich oder packt gelegentlich auch mal die Maschinenpistole aus. Ansonsten unterscheiden sich die Protagonisten in ihrer Spielweise kaum voneinander.

Rettungsmission: Koop – fehlgeschlagen

Auch die KI verdirbt euch den Spaß, denn man hätte auch genauso gut “Pappmanschkerl” als Zielscheiben aufstellen können. Um den Schwierigkeitsgrad also auf irgendeine Weise spürbar zu machen, werden euch als Auslgeich endlose Wellen an Feinden entgegen geschleudert. Um der übermächtigen Langeweile  jedoch die Krönung aufzusetzen, hat man sich auch in Sachen Synchronisation und Grafik einiges an Budget gespart: Das Leveldesign ist langweilig, die Landschaften so karg und grau wie die Geisterstadt Prypjat, und die Synchronisation wurde so lieblos hingeklatscht wie die Palakatanzeige eines Steuerberaters.

Dafür geht der Sound und die musikalische Untermalung in Ordnung. Der Soundtrack fügt sich letztendlich sogar sehr gut in die chaotische Action ein. Ein weiterer – dennoch magerer – Pluspunkt von “The Expendables 2 Videospiel” stellt der On- und Offline-Koop-Modus dar. Bis zu vier Spieler können sich gemeinsam in das ermüdende Ballerspektakel stürzen. Macht aber auch nur bedingt Spaß und hilft der entwickelten Videospielkatastrophe keineswegs aus der “Schrott-Filmversoftungs-Patsche”.

Eingehende Suchanfragen: