Manchmal gibt es Spiele, bei denen schaut man auf Cover und fragt sich: Muss das wirklich sein? Es gibt so viele Jagd-Simulationen auf dem Markt, die aus Sicht einer tierlieben Person sicherlich sowieso schon fragwürdig sind, aber im Großen und Ganzen spricht nichts dagegen. Schließlich ist es nur virtuell und auch in der Realität gibt es genügend Jäger. Aber müssen solche Jagd-Spiele unbedingt auf selten, sogar vor dem Aussterben bedrohte Tiere ausgedehnt werden? Anscheinend schon, sonst hätte „Remington Jagd-Action Afrika“ wohl nicht den Weg in unsere Redaktion gefunden. Aber schauen wir uns das Ganze trotzdem mal so objektiv wie möglich an.

Begrüßt wird der Spieler von einer Stimme aus dem Off, die erstmal für einen ordentlichen Lacher sorgt. Da hat man doch glatt irgendeinen armen Kerl dazu verpflichtet, einen auf schlecht englisch sprechenden Afrikaner zu machen. Das ist schonmal ordentlich in die Hose gegangen, denn das kommt einfach nur lächerlich herüber. Nachdem man sich also von dieser kleinen Komikeinlage erholt hat (die einem übrigens durch das gesamte Spiel verfolgt), kann es auch schon los gehen. Erstmal sind die Gnus dran. Aber Vorsicht! Weibchen sind tabu, na immerhin! In fortgeschritteneren Leveln geht es dann auch diversen anderen afrikanischen Tieren ans Leder, ob nun Löwen oder Elefanten, hier wird nichts verschont. Auch wird der Schwierigkeitsgrad in einigen Levels durch Nachtjagd oder Jagd aus dem Hubschrauber erschwert.

Damit ist das Spielprinzip also auch schon geklärt, mehr als Schießen darf der Spieler eigentlich nicht machen. Kein Heranschleichen oder ähnliches, er wird sogar durch die jeweiligen Level gesteuert und muss nur seine Waffe im Griff haben. Waffen gibt es dafür aber einige zur Auswahl, die im Laufe des Spiels freigeschaltet werden können. Natürlich lizensierte Jagdwaffen von Remington, immerhin ist die Firma namensgebend für das Spiel eingestanden. Aber nicht nur Waffen gilt es freizuschalten, auch warten eine Menge Trophäen und Erfolge auf den Spieler, wodurch natürlich der Ehrgeiz bei vielen geweckt wird. Auch ist die Online-Highscore ein weiteres Ziel, das erreicht werden darf. Messen gegen Spieler aus aller Welt, das kam schon immer gut!

So haben Freunde von solchen Jagd-Shooter sicherlich Motivation, das Spiel nicht schnell wieder in die Ecke zu stellen. Theoretisch. Denn der Spielspaß wird extrem getrübt durch miese Grafik und fast noch mieseren Sound. Grafisch ist das Spiel keinesfalls auf dem heutigen Stand und auch für den Preis des Spiels hätte man einiges mehr erwarten dürfen. Pixelig und nicht sonderlich schön gestaltete Landschaften tun mit der Zeit in den Augen weh. Dazu kommt noch diese schrecklich nervtötende Stimme aus dem Off, gepaart mit Tierlauten, die mindestens genauso albern sind wie die Stimme des Sprechers. Nein, echt nicht, da kann kein Spaß aufkommen!

Wir wollen uns hier also auch gar nicht als Moralapostel aufspielen und eine schlechte Wertung lediglich mit dem unschönen Thema des Großwildjägers rechtfertigen. Schließlich werden in diversen Rollenspielen auch Tiere getötet, die man in der realen Welt lieber nicht tot sehen möchte, ganz abgesehen davon, dass man in Shootern auch Menschen abknallt. Virtuelle Welt eben. Trotzdem ist das Thema Afrika und das Töten von Elefanten und Co. in unseren Augen kein schön gewähltes Thema, aber das mag Geschmackssache sein. Letztendlich ist „Remington Jagd-Action Afrika“ also ein schlechtes Spiel aufgrund der miesen Grafik, des schlechtes Sounds und der fehlenden Abwechslung, Trophäenjagd hin oder her. Wer gerne Jagd-Spiele spielt, der findet einige auf dem Markt, die viel besser sind als dieses hier!