Es gibt klasse Spiele, die auf altbewährtes setzen und damit Erfolg haben. Es fehlt ihnen vielleicht an Innovationen, aber das, was dort vorkommt, ist gut umgesetzt. Der Third-Person-Deckungsshooter „Global Ops: Commando Libya“ möchte eines dieser Spiele sein, aber ob es das angestrebte Ziel auch schafft, erfahrt Ihr jetzt.

„Warum?“

Nicht nur, dass es diesem Spiel an Innovation fehlt, es fehlt hier an Qualität an allen Ecken und Enden. Normalerweise ziehen wir das Fazit zum Schluss, aber diesmal kommt es zuerst und wir fragen uns: „Warum gibt es dieses Spiel?“. Das Spiel ist weder besonders gut, noch bietet es irgendwelche Highlights oder Innovationen – wir haben alles schon einmal gesehen, alles schon gespielt und das, was uns gezeigt wird, ist schlecht umgesetzt. Bugs, grafische Probleme, mauer Soundtrack und wirklich, ich meine WIRKLICH, dumme Gegner lassen zu keinem Zeitpunkt erkennen, was die Programmierer von Spectral Games hier eigentlich erreichen wollten. Das Spiel wirkt unfertig und selbst vor zehn Jahren wäre es nichts Besonderes gewesen.

Die Story ist die gleiche wie in fast jedem Kriegsspiel der letzten fünf Jahre: ein Terrorist bedroht mit Bombenanschlägen die Welt und wir müssen ihn nun aufhalten. Dafür jagen wir ihn quer durch die ganze Welt, um am Ende im namensgebenden Libyen auf ihn zu treffen. Nicht nur die Geschichte ist klischeebehaftet, auch die Charaktere sind austauschbare Stereotypen, ohne jede Tiefe oder nennenswerte Charakterzüge. Durch insgesamt neun Missionen werden wir im Spiel geschickt, das insgesamt eine Netto-Spielzeit von vier bis fünf Stunden hat. Zusatzmissionen oder Dinge zum Einsammeln um den Wiederspielwert zu erhöhen, suchen wir vergebens. Wirklich viel Abwechslung möchte auch nicht aufkommen, außer ein paar eingestreuten Fahrzeugsequenzen gibt es sonst nicht viel zu tun, außer die immer gleichen Gegner zu töten. Zwar gibt es Bosskämpfe, diese sind aber alles andere als spektakulär in Szene gesetzt und recht simpel gestrickt, wirklich viel Taktik ist nicht gefragt. Bösartig wird es nur an einigen Passagen die ganz nach dem Trial & Error Prinzip wie aus dem nichts auftauchen und uns beim ersten Spielen garantiert das Leben kosten. Das sorgt für unnötige Frustmomente in einem bisweilen zu leichten und simplen Spiel.

Technik

Als „nichts Besonderes“ kann hier so ziemlich jedes Element im Spiel bezeichnet werden. Fangen wir bei der Grafik an, diese ist mies und die Texturen wirken wie aus der Steinzeit. Die Animationen der Figuren sind steif und unnatürlich, außerdem sind verschiedene Objekte im Spiel einfach nur schlecht modelliert und wir wussten nicht, was das genau sein sollte. Auch wie aus dem Nichts auftauchende Gegner und Texturen sind nicht einfach nur schlecht und unzeitgemäß. Das mit Abstand schlimmste sind aber die Explosions- und Raucheffekte. Diese sind praktisch nicht vorhanden, besonders beim Einsatz von Granaten wird das sehr deutlich, anstatt der üblichen Explosion gibt es hier nur ein kurzes rotes Flackern zu bewundern.

Die Musik an sich ist ganz gut und treibt ordentlich nach vorne, das Problem dabei ist das Timing, jedes Mal wenn alle Gegner schon tot sind, fängt die Musik an so richtig abzugehen, bis wieder neue Gegner erscheinen und wie von Zauberhand die Musiklautstärke nach unten gedreht wird und sich wieder in den Hintergrund verabschiedet. Wo ist dort die Logik? Gerade im Schusswechsel mit den Gegnern soll die Musik antreiben und in den Laufpassagen wieder in den Hintergrund treten um uns kurz Luft schnappen zu lassen. Genau das Entgegengesetzte ist hier aber der Fall und wir fragen uns, ob die Programmierer damit die eintönigen Laufsequenzen etwas aufpeppen wollten. Schlecht sind aber eindeutig die Waffengeräusche – wir hatten das Gefühl mit Spielzeug-Gewehren um uns zu schießen, gerade in einem Militär-Shooter ein wichtiger Punkt. Die deutsche Sprachausgabe ist kein Totalausfall kann aber nicht an die Genre-Größen heranreichen.

Null Orientierung

Eine Karte oder gar einen Pfeil, der uns anzeigt wo es als nächstes hingeht suchen wir vergebens. Stellenweise irren wir herum ohne zu wissen wo wir genau hin müssen, weil das Spiel es nicht für nötig hält uns darüber zu informieren. Auch diverse Bugs erschweren uns das Leben, beispielsweise legen wir einen Raketenwerfer auf den Boden um ihn später wieder aufzuheben, aber auf einmal lässt sich das gute Stück nicht mehr anwählen und das mitten in einem Bossfight!

Die Steuerung ist ok, aber wir können uns im Spiel nicht ducken. Stattdessen gibt es ein automatisches Deckungssystem, wo wir uns auf Knopfdruck hinter Mauern und Wänden verschanzen. Das Zielen geht überraschenderweise gut von der Hand und ist präzise.

Den Multiplayer konnten wir nicht testen, weil es einfach keine Spieler gibt! Das ist wohl ein gutes Zeichen, denn empfehlen können wir das Spiel sicher nicht. Dazu ist es zu lieblos dahin geklatscht, zu einfallslos um gegen die Konkurrenz zu bestehen.

Das Spiel ist ein 08/15-Shooter von der Stange und es gibt weitaus bessere Spiele in dem Genre und der Preisklasse.

  • Zielsystem
  • Sehr kurz
  • Technik
  • keine Innovationen