“Drawn” – diese Spielreihe könnte man fälschlicherweise als Wimmelbild-Adventure einordnen. Da gehört dieses Spiel aber auf keinen Fall hin, was uns bereits die ersten beiden Teile gezeigt haben. Vielmehr ist die Drawn-Reihe genau das, was auch auf dem Cover zu lesen ist: ein cineastisches Abenteuer. Und die ersten beiden Abenteuer haben unheimlich viel Spaß gemacht und man war fast schon traurig, als der Spielspaß vorbei war. Da müssen wir uns natürlich auch gleich den dritten und neuesten Teil der reihe anschauen.

Wir vermissen Iris!

Auch in diesem Teil treffen wir wieder zu Beginn der Handlung auf die bekannten Helden Iris und Franklin. Allerdings haben die beiden diesmal gar nichts mit der Geschichte zu tun. Denn sie sitzen gemeinsam am Kaminfeuer und Franklin erzählt Iris von einem Jungen, der dieselbe Gabe hatte wie sie: Er malte Bilder, die zum Leben erweckt werden konnten. Doch eines Tages zeichnete er eine Tür, durch die ein böser Zauberer kam, der den Jungen entführte. Nun ist es an uns, diese Geschichte aus der Vergangenheit nachzuspielen und den Jungen aus seinen Gemälden zu retten.

Wir vermissen Iris wirklich!

Tja, den dritten Teil der Serie zu bewerten fällt recht schwer. Grafisch steht er den beiden Vorgängern in nichts nach und überzeugt ebenfalls mit schöner Grafik und tollen Hintergründen. Doch mit der Geschichte, die erzählt wird, hat man ein wenig das Gefühl, dass den Entwicklern entweder die Ideen ausgegangen sind oder aber, dass sie sich auf den Lorbeeren der beiden Vorgänger ausruhen. Schön und gut, dass man zu Beginn auf Iris und Franklin trifft, doch trifft man den Rest des Spiels auf kein bekanntes Gesicht mehr und hat eigentlich gar keine Beziehung zu dem Jungen, den man sucht. Die Spannung, das Spiel weiter zu spielen, wird also durch die spärliche Story schwer getrübt, auch wenn die Rätsel immer noch spannend sind, wenn auch stellenweise etwas unlogisch. Ein richtiger „Drawn“ Teil ist es gefühlt aber nicht, da man sich in den ersten beiden Teilen so schön an Iris und Franklin gewöhnt hatte. Allerdings stellt man sich die Frage, was dieses neue Wackel-Feature soll. Ein 3D-Umblick in einem 2D Spiel ist nicht notwendig, in diesem Fall sogar störend, da eben das Bild immer wieder wackelt, wenn man es so gar nicht brauchen kann. Nett gemeint, aber am Ziel vorbei geschossen.

Würde man die ersten beiden Teile der „Drawn“ Reihe nicht kennen, wäre man wahrscheinlich ein bisschen begeisterter von diesem Spiel, aber so ist es zwar nett geworden, doch gefühlt kein wirklicher Drawn-Teil.