Das Hamburger Entwicklerstudio “Daedalic Entertainment” wagt sich mit “Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten” nun auch in das Universum des Schwarzen Auges. Die Macher von Deponia haben sich für dieses Adventure dabei den Publisher “Koch Media” mit ins Boot geholt. Nachdem es um die erfolgreiche Pen & Paper Serie in Form von Videospielen nach der Insolvenz von “Radon Labs” und dessen Spiel “Drakensang” ruhig geworden ist, versuchen sich nun die Hamburger an einem düsteren 2D-Adventure mit handgemalten Hintergründen und jeder Menge Rätselspaß. Ob die Mischung stimmt, lest ihr hier.

Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten

Das Spiel beginnt für unseren Protagonisten Geron mit einem kräftigen Zug Jauche aus einem Schweinetrog. Ein Gegner in einem Wettbewerb will ihm den Sieg unmöglich machen, indem er ihm seine gefundenen Trophäen abjagen will. Doch er besitzt Zauberkräfte und kommt durch einen Überraschungsmoment noch einmal davon. Geron hat es aber schon lange nicht mehr leicht im Leben, ein Seher, der mittlerweile schon lange auf dem Scheiterhaufen verbrannt ist, sagte das er irgendwann mal sein kleines Heimatdorf Andergast in den Untergang stürzen wird. Somit ist er immer nur der Unglücksrabe in Andergast und dementsprechend unbeliebt. Doch im späteren Verlauf merken wir langsam, dass der Seher doch noch nicht so tot ist wie er eigentlich sein sollte und fleißig an der Erfüllung seiner Prophezeiung arbeitet.

Das Spiel ist ein klassisches Adventure wie es im Buche steht. Wir sammeln also Gegenstände, um sie an anderen Stellen wieder einzusetzen und so bestimmte Vorgänge auszulösen. In der nun rund 12h fassenden Geschichte erleben wir so einige Wendungen und knifflige Rätsel. Diese sind in „Satinvas Ketten“ besonders schwer ausgefallen, von Frust ist allerdings mit dem gezielten Einsatz von etwas Gehirnschmalz überhaupt keine Spur. Nur im Vorbeigehen erledigen wir die Aufgaben mit Sicherheit nicht.

Die Story erleben wir dann doch etwas anders als in klassischen Adventures. Wir können nämlich wie in der scheinbaren Kopiervorlage „Mass Effect“ in den Dialogen auswählen, was unser Protagonist so zu melden hat. Die dann getroffenen Entscheidungen wirken sich zwar nicht groß auf das weitere Spielgeschehen ein, bringen aber einen gewissen Grad Individualität ins Spiel.

Einen besonderen Reiz bekommt das Spiel auch noch durch die Begegnung mit der Fee Nuri, Gerons neuer Begleiterin. Während nämlich unser Protagonist mit seiner laienhaften Magie das meiste seiner Umgebung zerstört, kann die Fee wiederum auch wieder etwas reparieren bzw. zusammenflicken. So entsteht eine sehr schöne Symbiose die wir vielleicht zuletzt aus dem Coop-Spiel „Hunted – Schmiede der Finsternis“ kennen. Leider eben ohne Coop-Modus, dafür aber mit ähnlichen Elementen. Zu guter Letzt kommen auch noch die Romantiker auf ihre Kosten, die gespannt die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden miterleben können.

Technik

Mit den wunderschön gemalten Hintergrundgrafiken beweist Daedelic wieder einmal seine Klasse im Adventure Genre. Die Animationen sind natürlich typisch hakelig, jedoch reißt deshalb die Atmosphäre nicht ab. Einzig bei den Gesprächen bei denen das Spiel an die Sprecher heranzoomt fällt dieser Kritikpunkt negativ ins Gewicht. Hier hätte es die normale Darstellung trotz des „Mass Effect“ Auswahlverfahrens auch getan. Allgemein passt dort aber auch manchmal das Gesprochene nicht zu den Mundbewegungen der Figuren.

Ansonsten machen aber die Synchronsprecher eine gute Arbeit und geben gekonnt die Stimmung des Charakters wieder. Auch die Titelmusik und die sonstigen Geräusche können überzeugen.

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