Apokalyptische Reiter, der Untergang der Welt wie wir sie kennen, Engel und Dämonen. An welches Spiel der letzten Jahre müssen wir dabei denken? Genau, an Darksiders! Nachdem dieses Spiel seinen Erfolg feierte, gibt es nun den Nachfolger Darksiders II, auch hier bei uns im Test!

Tod lebt! Und Krieg ?

Wie wir alle wissen, befindet sich Reiter Krieg in Gefangenschaft und es wird ihm vorgeworfen, Auslöser für die Apokalypse zu sein. Einer der anderen vier Reiter will dies nicht wahrhaben, wobei es sich um niemand anderen handelt als Tod! Bevor es allerdings los geht, bekommt man nochmal erzählt, was passierte und wie das ganze mit den Engeln, Dämonen und Nephilim eigentlich so ist, denn wer sich damit nicht so auskennt, kann doch schnell verwirrt werden und blickt am Ende gar nicht mehr durch. Nach der kleinen Einführung wird man auch gleich ins Geschehen geworfen. Tod reitet mit seinem Ross “Verzweiflung” durch ein Schneegebiet, welches zugleich als Tutorial dient. Unser neuer Protagonist ist nämlich um einiges agiler und auch sonst spielt sich der zweite Teil etwas anders als noch sein Vorgänger (dazu später mehr). In der Hoffnung einen Weg zu finden Krieg’s Unschuld zu beweisen, begegnet er dem “Krähenvater”, welcher von diesem Besuch nicht sonderlich begeistert ist. Nach einer Sequenz und einem kurzen Kampf geht das eigentliche Spiel auch schon los.

Waffen, Rüstungen und EXP = Action-Adventure mit RPG Elementen?

Bei Darksiders handelte es sich noch um ein reines Action-Adventure, Darksiders II dagegen geht einen etwas anderen Weg. Die Feinde droppen wie in anderen RPGs Waffen (Axt, Hammer usw.), Rüstungsteile (Schulterteile, Brustteile usw.), Heiltränke, Geld etc. Hier denkt man in den ersten Minuten wirklich, man würde ein Action-RPG spielen, was dadurch noch verstärkt wird, wenn man in sein Inventar schaut. Hier kann man seine Beute begutachten und schauen, ob man etwas Brauchbares eingesammelt hat. Das tolle ist: jedes Ausrüstungsstück sieht anders aus, was auch an Tod zu erkennen ist. Die Waffen dienen als Zweitwaffe und davon gibt es im Laufe des Spieles eine ganze Menge. Auch Tod selber levelt von Zeit zu Zeit vor sich hin, was das Tragen von Rüstungen und Waffen höheren Levels erlaubt. Wem das Finden nicht reicht, kann später auch mit dem nötigem Kleingeld seine Ausrüstung in Shops kaufen. Tod kann aber noch etwas mehr: von Zeit zu Zeit erhält man Fähigkeitspunkte, die einem nützliches erlernen lässt, wodurch einem das Leben etwas leichter gemacht wird. So können wir in wenigen Worten sagen, dass Darksiders 2 tatsächlich ein Action-Adventure mit RPG Elementen ist. Manche wird diese Änderung vielleicht stören, da die Spielwelt allerdings etwas offener und größer ist als noch im Vorgänger, passt das alles aber doch irgendwo wieder zusammen.

Nebenaufgaben…

Auch davon werden wir nicht verschohnt, hier wird der Trend der letzten Jahre mit einbezogen und so dürfen wir kleinere Aufgaben neben der Hauptstory erledigen. Besonders viele gibt es davon allerdings nicht, was nicht weiter schlimm ist. Das liegt mitunter daran, dass jene auch recht langweilig und einfallslos sind. Besorge dies, bringe das usw. Wer sie dennoch erledigen möchte, bekommt auch immer eine Belohnung. Gut ist, dass sie wie immer optional sind.

Langweilig wird es nie

Schon bei der ersten Hauptaufgabe, welche uns in eine alte Schmiede führt, merkt man schnell, dass es sich hier verstärkt um ein Action-Adventure handelt. Es gilt wie im Vorgänger Hebel zu ziehen und zu drücken, Schlüssel zu suchen und Schatztruhen zu öffnen. Am Anfang sind die Rätsel noch einfach, im weiterem Verlauf wird es allerdings doch etwas kniffliger. Dazu kommt, dass die Gebiete auch alle sehr groß sind, welche ohne Sinn für Orientierung für Ärger sorgen können. Damit der Frustfaktor nicht so hoch bleibt, kann man über Tastendruck einen weiteren nützlichen Begleiter von Tod rufen. Dabei handelt es sich um einen Vogel namens “Asche”, welcher einem hier und da den Weg zeigt. Allerdings sagt er einem nicht, was man machen muss, um an das Ziel zu kommen, sonst wäre es ja auch zu einfach.

Tod hat den Dreh raus

Krieg konnte ja schon so einiges wie klettern, hangeln usw. Tod kann aber noch mehr als sein Freund. Er kann sich später in einen gefährlichen Reaper verwandeln, an der Wand entlang laufen, über Balken klettern und diese an der Wand nutzen um länger an den Wänden zu laufen. Säulen sind für ihn auch kein Hindernis und er klettert diese hinauf und springt von einer zur nächsten wie ein Affe. Am Anfang wirken diese vielen Neuerungen etwas erdrückend, hat man sich aber erst einmal eingespielt, geht alles gut von der Hand. Auch das Kämpfen selber läuft je nach Waffenwahl (Die Sensen sind seine Hauptwaffen, und erinnern etwas an Dolche eines Assassinen) etwas schneller oder langsamer ab. Verständlich, wer kann auch schon eine Riesenkeule schnell herum schleudern?

Kino reif oder Blender?

Immer wieder gibt es wie in jedem Spiel mit einer Story Momente, welche oft kinoreif wirken. Auch Darksiders II hat davon ein paar, zwar nicht all zu viele, da der Schwerpunkt beim Gameplay liegt, aber wenn etwas passiert, dann richtig. Allerdings spielt die Musik während dieser Szenen eine große Rolle, welche das Geschehen ins rechte Licht rückt. Die gute Deutsche Sprachausgabe sorgt für den Rest. Das Spiel würde zwar vielleicht kein 20 Amys gewinnen, aber ohne würde es auch nicht nach Hause gehen.

Hui oder Pfui?

Grafisch macht das Spiel einen soliden guten Eindruck, zwar ist es keine Ultra High End Grafik, aber mit seiner Art Comiclook kann es dennoch sehr überzeugen. Besonders wenn man zuvor nur Videos gesehen hat und es dann auf einem 119cm LED TV sieht. Es ist sehr farbenfroh und bunt. Leider ist dieses Spiel nicht ganz von Tearing verschont. Zwar kommt es nicht sonderlich vor, aber wenn, dann merkt man es schon. Vielleicht kommt ja noch ein Patch der dieses Problem löst.

Weitere Informationen

  • Sprachausgabe Deutsch, Texte in Deutsch

  • Preis: ca. 50  Euro

  • Online Modus: Ja

  • Onlinezwang: Nein

  • Wiederspielwert: Ja

  • Spielzeit: ca. 20+ Stunden