Jeder weiß wie es ist, wenn man einen Albtraum hat und man ifroh ist, wenn man in seinem Bett zu Hause aufwacht. Doch bei Alan Wake ist das anders. Denn sein Albtraum scheint nicht mehr enden zu wollen.
Alles was Alan wollte, war ein paar Tage Ruhe von der anstrengenden Tour, die er mit seinem Manager Berry absolvierte, um den letzten Teil seiner berühmten Bestseller-Reihe zu promoten. Also fährt er mit seiner Frau Alice in das kleine Städtchen Bright Falls, um sich zu erholen. Doch als sie zu der Insel kommen, wo sie ihren Urlaub verbringen wollen, haben Alan und Alice einen fürchterlichen Streit und Alice fällt in den See und droht zu ertrinken. Alan versucht sie zu retten, doch wacht hinter dem Steuer seines Wagens auf, mit dem er soeben einen Unfall hatte. Er torkelt durch den Wald, in dem es von komischen Gestalten nur so wimmelt. Schnell wird klar, diese Gestalten sind von der Dunkelheit besessen und Alan muss diese Dunkelheit stoppen und seine Frau retten.

DON’T TRUST ANYBODY IN THE DARK!

„Alan Wake“ fängt schon sehr düster und gruselig an, welches sich durch das komplette Spiel zieht (es sei denn, es ist gerade Tag…) und eine gedrückte Stimmung in dem Spieler hervorruft. Denn viele können diese Situation nachvollziehen; mit einer Taschenlampe (allerdings ohne Revolver oder Pumpgun) durch den Wald zu streifen, in dem jeder noch so kleine Schatten wie ein bedrohliches Monster ausschaut.
Und genau auf dieses Gefühl der Angst und Beklommenheit baut „Alan Wake“ und bringt diese sehr gut auf den Bildschirm. Es setzt nicht so sehr auf Schockmomente, nach denen wir unsere Hose wechseln müssen, sondern viel mehr auf die Stimmung, die in diesem Spiel herrscht, und die Urangst des Menschen vor dem Ungewissen, dem Dunkel. Die Musik, die gruseligen „Besessenen“, die ständige Angst keine Batterien oder Munition für die Waffe zu haben, lassen den Spieler vor dem Bildschirm in diese Welt voller Angst und Schatten eintauchen.

An manchen Passagen zieht sich das Spiel sehr in die Länge und man denkt sich „Och Mensch, schon wieder durch den fiesen, dunklen Wald?“ Allerdings liegt es teilweise auch einfach daran, dass man sich selbst davor fürchtet, wieder in diesen fiktiven Wald zu marschieren aus Angst, was denn auf einen wartet.

Die Geschichte ist, wie schon gesagt, etwas verzettelt und es lohnt sich im Internet ein paar Meinungen anderer Leute einzuholen. Mit ein bisschen Nachgrübeln, was wohl jeder nach diesem Ende tun wird, kommt man aber sehr schnell dahinter.

Einzig und allein die Gesichtsanimationen lassen zu wünschen übrig und führen bei jeder Großaufnahme einer Figur zu einem nicht gewollten Gruseln. Doch darüber kann man locker hinwegsehen, denn „Alan Wake“ ist mit seiner verstrickten und komplizierten Story, der schon erwähnten Atmosphäre und dem super Ende ein geniales Teil Spielkultur.

Also, Licht aus, Fernseher laut und abtauchen in die wunderbar gruselige und verzettelte Welt von „Alan Wake“.