Im Juli konnten J.B.O. ihr legendäres Frühwerk „Explizite Lyrik“ endlich über ihr hauseigenes Label MEGAPRESS veröffentlichen. Doch kaum einen Monat im Handel, schlägt die Zensur erneut zu: Um auch im iTunes Store erhältlich zu sein, verlangt die Firma Apple von J.B.O. eine optische Änderung des bereits berüchtigten Covers. Grund ist der satirische Hinweis, der auf dem Titel des Booklets auf die „Gefahren der CD“ verweist. Für Apple ein verbotener Hint darauf, dass es die Songs auch als physikalischen Tonträger zu kaufen gibt! Kurios, denn so muss sich das liebevoll in „Schwarz Rosa Gold“ gestaltete Titelbild des 1995er Erfolgs-Albums zum zweiten Mal korrigieren lassen… Bereits 1996 fiel der ursprüngliche Bandname „James Blast Orchester“ einer Unterlassungserklärung gegenüber Polydor zum Opfer. J.B.O. nehmen‘s gelassen: Auch für iTunes-Nutzer ist das Original-Cover direkt auf der Band-Homepage erhältlich.

„Vorsicht! Diese CD ist gefährlich!! Diese CD kann Ihren CD-Player zerstören und führt bei Überdosierung unweigerlich zu völliger geistiger Verwirrung und Verblödung. Bei zelebralem Griesbrei und Nebelbildung sagen Sie Ihrem Arzt, er sei ein Apotheker.”

Seit der Erstveröffentlichung 1995 zierte dieser „Warnhinweis” das Cover des Albums „Explizite Lyrik“ und wurde bisher auch von niemandem ernst genommen. Von niemandem außer Apple. Nach der Neuveröffentlichung der Platte über das bandeigene Label Megapress, wurde die Band von einer Nachricht des iTunes Store Betreibers überrascht: Das Album könne in der Form nicht neu in den Store aufgenommen werden, da sich auf dem Cover ein Hinweis auf das physikalische Produkt befindet, was laut den Richtlinien des Stores untersagt sei. Das Cover sei entsprechend zu ändern.

Vito C.: „Das kam für uns wirklich überraschend, schließlich war das Album ja schon mit genau diesem Cover im iTunes Store”. Einerseits ist man in Erlangen natürlich amüsiert über die Humorlosigkeit von Apple, andererseits ist so ein Vorgehen bedenklich. „Früher waren Alben Gesamtkunstwerke, da zählten nicht nur die Songs, sondern gerade auch das Cover und das Booklet”, ergänzt Hannes „G.Laber“ Holzmann. „Der letzte kümmerliche Rest dieses Gesamtwerkes in einem Download-Store ist die Abbildung des Covers und da will Apple jetzt auch noch mitreden”. Immerhin geht es hier ja nur um einen satirischen Hinweis in einem historischen Kontext und nicht um gesetzlich fragwürdige Inhalte. Auch die „moralischen Standards” des US-Unternehmens werden nicht verletzt. Wolfram: „Wir haben doch nicht mal Titten auf dem Cover”.

Auch wenn die Forderung von Apple nicht nachvollziehbar ist, schließlich handelt es sich doch eher um eine „Warnung” vor dem physikalischen Produkt als um einen Hinweis darauf, wurde das Album nun mit einem geänderten Cover an Apple übermittelt. „Wer möchte schon auf den iTunes Store als Vertriebskanal verzichten?”, fragt Ralph Bach. Für die Fans, die das Album bei iTunes kaufen gibt es deshalb auf der Band-Homepage www.jbo.de ab sofort den Scan des Original-Covers zum Download.

Für Vito C. steht fest: „Es ist fantastisch, dass es legale Download-Stores wie iTunes gibt, keine Frage, aber ich werde auch in Zukunft lieber CDs mit unverfälschtem Cover und Booklet kaufen.”

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