Gerade in der Metalszene gibt es einiges an Geheimtipps. Dabei handelt es sich dann meistens um Bands, die nicht so klingen, wie die meisten anderen. Die Band Volksmetal gehört definitiv zu diesen Geheimtipps! Schon der Name der Band lässt erahnen, dass hier kein typischer Dark Metal oder Thrash Metal auf den Hörer zukommt. Aber das man wirklich so eine gelungene Mischung aus Metal und (ja, wirklich) Volksmusik bekommt, das erwartet wohl kaum jemand.

Musi meats Metal

Volksmusik… Tja, das ist so eine Sache… Nein, keine Angst, wir beginnen nun nicht hier, den Begriff zu analysieren und auseinander zu rupfen. Wir möchten nur darauf hinweisen, dass Volksmusik im Allgemeinen sofort mit Florian Silbereisen und den Wildecker Herzbuben in Verbindung gebracht wird und sich demnach bei vielen jungen Leuten sofort die Fußnägel aufrollen. Gut, seien wir aber auch mal ehrlich: Es gibt schon den einen oder anderen volkstümlichen Song, den gerade die Jugend in Bayern oder Österreich zum Mitfeiern animieren kann (ob nun mit Alkohol oder ohne, sei mal dahin gestellt).

Man stelle sich nun also mal vor, die etwas ältere Dame im Dirndl (stellvertretend für die Volksmusik) trifft auf den langhaarigen, schwarz gekleideten Metalfan (logischerweise stellvertretend für den Metal). Wie passt das zusammen? Gar nicht, mag man nun denken. Musikalisch passt es aber doch zusammen! Zumindest, wenn diese Mischung von Volksmetal gemacht wird. Denn die fünf Musiker – namentlich Marco Gregor (Gesang), Christian Häberlein (Drums), Martin Ibele (Bass), Patrick Bayernhammer (Gitarre) und Martin Bottlinger (Tuba) – haben es mit ihrem Album „Volksmetal“ geschafft, diese beiden völlig unterschiedlichen Musikrichtungen in einer zusammen zu fassen.

An dieser Stelle sei aber gesagt, dass viele eventuell eine gute Rezension zu diesem Album nicht wirklich nachvollziehen können. Schließlich hat jeder seinen eigenen Geschmack und Volksmetal entspricht sicher nicht dem Geschmack aller. Vor allem in Norddeutschland oder in Nordrhein-Westfalen kann man eventuell kaum verstehen, wie man „sowas“ gut finden kann. Man braucht wohl schon einen gewissen Hang zu Bayern oder auch Österreich, um sich hier begeistern zu können. Und wie es der „Deifel“ so will, landete diese CD nun bei einer Österreicherin zum Probehören auf dem Schreibtisch. Und dann gibt’s da auch noch eine Metalversion des Songs „Fürstenfeld“! Im Original schon ein Song, den die Redakteurin trotz Hang zur Punk-, Rock- und Metalmusik wirklich liebt und immer wieder hören könnte, so ist es in der Metalversion doch nochmal was ganz anderes.

Versuchen wir aber mal, das ganze ein wenig distanzierter zu sehen: bayrische Mundart mit Tuba und typischer Schunkelmelodie hinterlegt mit Gitarre und Drums in Metalmanier. Klingt komisch, ist es auch. Ganz so ernst nehmen sollte man das wirklich nicht. Hat man aber einen zu der Musik passenden Humor, dann wird man sich dieses Album gerne mehrfach anhören, egal was andere sagen. J.B.O. hatte sich vor einiger Zeit auch mal an einen Song gewagt, in dem sie Metal mit Volksmusik mischten. Das war schon ein ordentlicher Hammer. Volksmetal aber packt ein ganzes Album mit dieser Musikrichtung voll. Auf Dauer ein wenig anstrengend, vor allem wenn man Probleme hat, den Dialekt zu verstehen und somit auch nicht wirklich den Witz hinter den Texten verstehen kann. Für Süddeutschland und Österreich ist dies aber eine Scheibe, die Interesse wecken könnte! Ob die Fünf auch ein paar norddeutsche Herzen erobern können, wird sich Anfang August auf dem Festival Wacken zeigen, denn dort dürfen sie am 3.8., dem Termin des Album-Releases der breiten Masse ihre außergewöhnliche Musik vorstellen.

Tracklist:

  1. Da Deifel is a Oachkatzerl
  2. Da Mäddelbänger
  3. Fürstenfeld
  4. Geh lass ma mei Ruah
  5. Bayer
  6. Brutaler Modelwahn
  7. Mausig schaut mei Alte aus
  8. Säuferjodler
  9. Küss die Hand Herr Kerkermeister
  10. Die oide Goass
  11. O’zapft is
  12. Volksmetal Thema