„Great Gipsy Soul“ ist ein ein Tribut an Tommy Bolin, hierzulande wahrscheinlich am besten bekannt als Gitarrist von Deep Purple, der leider viel zu jung gestorben ist. Nun haben sich alte Freunde von ihm zusammen getan und ihm das vorliegende Album gewidmet, auf dem auch Bolin selbst seinen Teil dazu beiträgt.

Tommy Bolin

Die Band Deep Purple wurde 1968 gegründet, eine Zeit, die viele unserer Leser nicht miterlebt haben. In den 70er Jahren hatten Deep Purple dann ihre Glanzzeit, ebenfalls eine Zeit die sicher einige, aber viele von euch eben auch nicht miterlebt haben. Aber besonders diejenigen, die damals „Smoke on the Water“ als Neuheit im Radio hören durften, erinnern sich sicherlich auch an Tommy Bolin. Bolin stieß 1975 zur Band, verließ sie aber bereits ein Jahr später wieder. Das machte aber gar nichts, denn dieses eine Jahr machte ihn auch in Deutschland einen Namen als hervorragender Gitarrist. Kurz bevor Bolin allerdings bei Deep Purple ausstieg, veröffentlichte er sein Solo-Album „Teaser“, auf dem er nicht nur als Gitarrist, sondern auch als Leadsänger zu hören war. Leider verkaufte sich das Album damals eher schlecht als recht, auch wenn es für Fans sicherlich genial war. Bereits ein Jahr später im Jahr 1976 kam sein nächstes Solo-Album „Private Eyes“ auf den Markt. Viel von den Reaktionen zu diesem Album hat Tommy Bolin aber leider nicht mehr mitbekommen, denn er starb nur wenige Wochen danach im Alter von 25 Jahren im Dezember 1976. Damals hieß es, er sei an Drogen gestorben, dies wurde allerdings niemals offziel bestätigt. Klar ist nur, dass ein hervorragender Musiker viel zu früh gehen musste.

Eine Ehre oder eher respektlos?

Für das vorliegende Album „Great Gipsy Soul“ hat Tommy Bolin’s Familie Originalbänder zur Verfügung gestellt und diverse namenhafte Musiker haben sich daran beteiligt, der „alten“ Musik einen neuen Schliff zu geben, haben Ideen und Innovationen eingebracht und heraus gekommen ist letztendlich ein klanglich einwandfreies neues Album. Fans sind die Titel, die es auf diesem Album zu hören gibt, sicherlich fast ausnahmslos ein Begriff. Da finden sich zum Beispiel rockige Nummern an der Seite von ruhigen Songs wie „Dreamer“. Viele alte Freunde von Tommy Bolin haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um noch einmal sozusagen gemeinsam mit ihrem Freund spielen zu dürfen. Da haben sich zum Beispiel namenhafte Größen wie Glenn Hughes oder Steve Morse zusammen gefunden und jeder gibt den Songs noch eine extra Note.

Natürlich mag diese Art eines Albums umstritten sein, viele mögen rufen „Lasst die Toten doch in Frieden ruhen!“. Aber hätte Tommy Bolin sich nicht vielleicht auch gefreut nach so vielen Jahren nochmal mit seinen Freunden gemeinsam etwas aufzunehmen? Würde er sich nicht freuen, dass auch heute noch an ihn gedacht wird und seine Musik geehrt wird? Klanglich gibt es an diesem Album jedenfalls nichts auszusetzen und der Kauf ist wirklich jedem Fan wärmstens empfohlen!

Tracklist:

  1.  The Grind (with Peter Frampton)
  2. Teaser (with Warren Haynes)
  3. Dreamer (with Myles Kennedy & Nele Cline)
  4. Savannah Woman (with John Scofield)
  5. Smooth Fandango (with Derek Trucks)
  6. People People (with Big Sugar & Gordie Johnson)
  7. Wild Dogs (with Brad Whitford)
  8. Homeward Strut (with Steve Lukather)
  9. Sugar Shack (with Glenn Hughes & Sonny Landreth)
  10. Crazed Fandango (with Steve Morse)
  11. Lotus (with Joe Bonamassa, Glenn Huges, Nels Cline)