Es gibt Bands, die gibt es erst seit kurzem. Wenn dieserlei Spielkapellen einen Hit produzieren, nennt man sie Newcomer. Und es gibt Bands, die schon seit Äonen von Gezeiten Musik machen und auch hier splittet sich diese holde Gemeinde in mindestens 2 Grüppchen: Die, damals erfolgreich waren und es heute auch noch sind und in die, die damals erfolgreich waren, ihren Zenit aber weeeeeeeeeeeeeeit überschritten haben. The Offspring gehören, mit einigen kleinen Ausnahmen, zur ersten Kategorie der zweiten. Die markante Stimme Dexters wurde schnell zum Markenzeichen der Gruppe und macht auch heute noch einen Löwenanteil des Erfolgs aus. Mittlerweile weisen die 4 Amerikaner ihr neuntes Studioalbum vor und wollen uns zeigen, dass die Altpunks es immer noch drauf haben. Ob sich unser aller Empfinden bestätigt oder ob der Zenit doch schon überschritten wurde, lest ihr hier.

Das Ende der Zukunft und der Beginn der Gegenwart

Whow, ich muss sagen, dass mich das erste Stück gleich umgehauen hat. “The Future Is Now” ist ziemlich melodisch bis halbdramatisch, der Chorus eingängig. “Secrets From The Underground” haut in eine ähnliche Kerbe und kann mindestens genau so überzeugen. Gewohnt klarer Gesang trifft auf virtuoses Gitarrenspiel. Es folgt der Song zum Album, “Days Go By”. Wir finden, dass dies mitunter der schwächste und poppigste Track des Albums ist. Dies ist allerdings “Jammern auf hohem Niveau”, denn mit “Turning Into You” ist schon der nächste Kracher in den Synapsen der geneigten Hörerschaft manifestiert. Es ist unbescjreiblich, die Songs von Offspring sind so eingängig, so lebendig, es ist eine wahre Wonne. Das von der Spieldauer her drittkürzeste Stück “Hurting As One” ist auch gleichzeitig das schnellste und erinnert uns stark an “Staring At The Sun” von der Americana. “Cruising California” wartet zu Beginn mit einem Ramones-Zitat auf und ist ziemlich Sprechgesang-lastig. Auch der Effekt der Parodie mit allen damit einhergehenden Konsequenzen erreicht uns voll und ganz. Zum Schießen! “All I Have Left Is You” ist das ruhigste Lied, dominierend ist hierbei der zweistimmige Gesang.

Es wird einmal mehr international auf dem neuen Machwerk der kalifornischen Band: “O.C. Guns” ist smooth, sehr smooth, bis die Trompeten einsetzen und Mechiko-Feeling aufkommt. Es folgt ein Klassiker, der ursprünglich auf dem zweiten Album, der Ignition, eingespielt wurde. Dieses Remake ist wesentlich gesetzter, einen Tick langsamer und, ja, man kann sagen auch ein Stück reifer. Es hat allerdings nichts von seiner Kraft verloren, soviel will ich an dieser Stelle verraten. “I wanna Secret Family” ist gewohnt rotzig und frech, aber noch in den Grenzen der Etikette, eines Till Eulenspiegels gleich. “Dividing By Zero” ist schnell, schneller, hart und härter und unserer Meinung einer der besten Songs, die The Offspring jemals geschrieben und eingespielt haben. “Slim Pickens Does the Right Thing and Rides the Bomb to Hell” hat einen zugegebener Maßen enormen Titel, allerdings auch einen Ohrwurm-Effekt. Wahnsinn!