Wenn man eine solche Redaktion führt wie die unsere, dann kommen hier wirklich fast täglich Alben rein. Dauernd bringt der Künstler A und die Band B Alben heraus und die Pressetexte dazu sind ebenfalls stets überschwänglich. Mal ist die Rede von der “ungehemmten Kreativität eines Musikers”, dann mal von “Kombination aus Kunst, Technologie, Emotion und Explosivität” und schnell ist auch die Rede von einem der “größten und unverkennbarsten Musiker”, die je das Licht der Welt erblickt haben. Und dann gibt es wiederum Alben, die so einen Buhei gar nicht brauchen.

yupp! viel spaß damit!

Genau das waren die Worte des PR-Managers von Nuclear Blast, als Antwort auf unsere Bitte um Bemusterung zum neuen Testament-Album “Dark Roots Of Earth”. Nicht mehr und nicht weniger. Es kam nur noch der Hinweis, dass das Album als Jewel Case CD, limitiertes CD/DVD Digipack inkl. 4 Bonus Tracks, limitierte Nuclear Blast Mailorder Edition inkl. einem dicken Ledergürtel mit TESTAMENT-Gürtelschnalle sowie in verschiedenen farbigen Vinyl-Versionen erscheint. Ende der Durchsage.

Wie gesagt: Es gibt Alben, die brauchen auch nicht mehr. “Dark Roots Of Earth” ist so eines. Und unter allen Metal- und Thrash-Alben, die uns so täglich erreichen ist “Dark Roots Of Earth” sicherlich ein Wegweiser. Die Band rund um Sänger Chuck Billy hat eindeutig zu der ursprünglichen Stärke ihrer Anfangstage zurückgefunden und präsentiert ein Album, welches nicht nur herausragend produziert, sondern auch einmalig ausbalanciert ist, wenn es um den Balanceakt zwischen gnadenloser Brutalität und einfallsreicher Melodien geht. Billy gröhlt zwar nicht mehr so stark, wie noch vor Urzeiten, doch genau diese Entwicklung ist in unseren Augen hervorragend gelungen und bettet sich in das Gesamtkonstrukt genial ein.

In gewisser Weise fühlt man sich mit jedem Riff erinnert an die “alten Testament” und dennoch haben sich die Jungs geupdated, ja – selbst neu erfunden. Sagt man so schnell, ist aber so und wird dem Zuhörer sicherlich ebenso gehen, wenn man dem Album etwas Zeit gibt. Doch schon beim ersten Hören kann man dieser Entwicklung seine Qualität nicht absprechen und muss unwillkürlich mitwippen und moshen. Beim zweiten Durchlauf ist man gefesselt von Tracks wie dem Opener “Rise Up”, die einem die Falten aus der Fresse jagen. Herausragend!

Tracklist

1. Rise Up
2. Native Blood
3. Dark Roots Of Earth
4. True American Hate
5. A Day In The Death
6. Cold Embrace
7. Man Kills Mankind
8. Throne Of Thorns
9. Last Stand For Independence