Tüchtige Thrasher tollen tobsüchtig tuntige Tanten tot. Gut, ich gebe zu, dieser Satz hinkt an der einen oder anderen Stelle… Was aber definitiv Fakt ist, ist, dass das hessische Thrashmetal-Urgestein Tankard ihre mittlerweile 15. Studioplatte rausgebracht haben. Die sympathischen und Fan-nahen Kopfschüttler wollen es also wieder wissen. Nachdem die letzten beiden Alben ziemlich positive Resonanzen bekommen haben, steht dieser Silberling unter einem guten Stern. Der Titel des Albums lässt schon vermuten, dass Gerre und Co. ihrer guten, alten Linie treu bleiben was Texte anbelangt. Wer also hochphilosophische Konversationen über die aktuelle wirtschaftliche Lage in Nicaragua erwartet im Kontext mit der Dali-Ausstellung auf Langeoog im Jahre 2005 unter Berücksichtigung der Planung des Mammutprojektes “Elb-Philharmonie”, dem sei gesagt: Pustekuchen. Wobei Bierkuchen an dieser Stelle passender wäre, denn einmal mehr geht es unter anderem und vor allem um… zünftig durchzechte Nächte, ein bisschen um Freundschaft und selbstredend um holde Weiblichkeiten.

Los geht es allerdings mit “Rapid Fire”, zunächst eher langsam, lassen Gerre und Co. schon gleich am Anfang erahnen, dass auch dieses Album auf der Erfolgswelle mitsurfen darf. Wie bereits erwähnt, wird auch die holde Weiblichkeit besungen… Bühne frei also für Carmen Conchita Cervesa, respektive “A Girl Calles Cervesa”, ein Stück, welches live mit Sicherheit brennt. Denn schon der Track auf dem Album burnt einem regelrecht die Synapsen durch. Um die holde Damenwelt geht es auch im nächsten Song, doch ist der Hintergrund nicht ganz so erfreulich, wie im Vorgänger… Zumindest nicht für die Damen. “Witch Hunt” ist gewohnt brutal und kompromisslos und macht einfach, zweifach, dreifach Spaß. Wahnsinn! Etwas sozialkritisch geht es dann doch zu, “Masters of Farces”, nicht zu verwechseln mit Master of Farts, rechnet ein Stück weit mit der aktuellen Weltpolitik ab. Und dies, wie auch anders, in musikalisch thrashiger Manier. “The Metal Lady Boy” könnte allein wegen der Gesangskonstellation bereits jetzt ein neuer Klassiker werden, denn Gerre wird gesanglich von niemand Geringerem als der Metal-Königin schlechthin unterstützt: Doro Pesch, kaum zu glauben aber wahr. Und der Song haut mal so richtig aus den Socken… Ohrwurmgarantie inklusive!

“Not One Day Dead” ist anfangs basslastig, rockt dann schließlich wie einst beispielsweise “(Empty) Tankard”. “Son Of A Fridge” ist nicht etwa eine Persiflage auf einen bekannten Accept-Song, nein, es ist eine Halbballade. Zumindest will uns das die erste Minute vor Ohren führen. Aber wer Tankard kennt, der weiß, dass es irgendwann IMMER eine Nummer heftiger zur Sache geht. So auch hier. “Fandom At Random” erinnert stark an “Endless Pleasure” von der Beast of Bourbon. “Metal Magnolia” bildet schließlich den Abschluss dieser rundum gelungenen Scheibe. Auch hier darf nach einem seichten Einstieg nach Herzenslust gebangt werden.

Wir sind der Auffassung, dass man gar nicht genug Tankardscheiben im Haus haben kann. Ebenso sind die Konzerte mehr als nur lohnenswert, zumal Tankard wirklich eine Band ist, die verflucht nah am Geschehen sind. Mittendrin, statt nur dabei. Wir wollen mehr! Danke an dieser Stelle für diese neue Scheibe.