„Ave Maria“ das klingt so lieb, so sanft, so einfühlsam. Weit gefehlt! Ost+Front ist alles andere als sanft und lieb! Nicht umsonst gibt es in Deutschland Probleme mit der Jugendfreigabe, so dass das Debütalbum „Ave Maria“ wohl erst ab 18 Jahren erhältlich sein wird.

Neues von Rammstein! Ähm, nee, Ost+Front

Gut, nun wisst ihr also bereits, in welche Richtung Ost+Front gehen. Sie sind nicht jugendfrei und sie klingen nach Rammstein. Was aber genau sagt der Herausgeber über diese neue Scheibe?

„Ost+Front kommt! Mit Wänden aus Gitarren, druckvoller Elektronik, ätzend-bösen, deutschsprachigen Texten und einer Optik zwischen Hellraiser und Mad Max schickt sich die Berliner Horde an, die teutonische Metal-Szene in ihren Grundfesten zu erschüttern. Ost+Front scheuen sich nicht davor anzuecken, sie wollen polarisieren und genau den einen Schritt weiter gehen, vor dem andere Bands bislang gezögert haben. Dennoch geht es nicht um bloße Provokation, der Provokation willen … wie Hofnarren aus der Hölle halten sie unserer Gesellschaft mit hämischem Grinsen den Spiegel vor die hoch erhobene Nase. “Ave Maria” ist ein musikalischer Kreuzzug mit so heftigen, wie einprägsamen Stücken: laut, brutal, ehrlich, unbequem und dennoch unwiderstehlich. Als Klang gewordener Feuersturm präsentieren sich Ost+Front wie ein böser Bruder jener Band, die das rollende “r” wieder salonfähig gemacht hat und entführen in eine von brachialer Maskerade geprägte Endzeitwelt voller Hass, Verachtung und ungezügelter Fleischeslust. Achtung! “Ave Maria” könnte Deine Gefühle verletzen. “Ave Maria” geht unter die Haut! “Ave Maria” erschüttert Dich in Deinen Grundfesten! Du wirst es lieben!“

Nun ja, ob wir es wirklich lieben werden, davon wollten wir uns selbstverständlich selbst überzeugen und so haben wir uns diese Scheibe mal angehört. Und in manchen Punkten stimmt die Produktbeschreibung auch: Ost+Front’s Musik ist laut, brutal, ehrlich und unbequem. Man fühlt sich an Acts wie Eisbrecher, Megaherz und vor allem Rammstein erinnert. Vor allem Rammstein, weil Leadsänger Herrmann Ostfront genau auf die selbe Weise singt wie Rammstein-Sänger Till Lindemann. Inbrüstig und tief bringt er die teilweise sehr schonungslosen und zynistischen Texte zum Besten. Untermalt von brachialen Gitarren-Riffs und harten Drums – fertig ist „Ave Maria“!

Gar nicht mal so schlecht. Aber leider auch gar nicht mal so gut. Denn die Ähnlichkeit zu Rammstein ist einfach zu extrem. Man hat einfach viel zu oft das Gefühl, dass man eine schlechtere Rammstein-Version vor sich hat. Rammstein’s erste Schritte oder ähnliches. Da steckt nicht viel eigenes drin. Abgesehen natürlich von den Texten, die bitterböse und provokant daher kommen – Gang-Bang und sexueller Missbrauch sind nur zwei Stichwörter. Natürlich passt Ost+Front mit ihrer Musik hervorragend in das Genre der Neuen Deutschen Härte. Doch wirklich neu und innovativ ist die Musik eben nicht. Rammstein- oder Eisbrecher-Fans werden sich sicherlich mit der Musik anfreunden können, doch bleibt eben der Beigeschmack der Rammstein-Kopie, die nicht ganz so gut ist wie das Original.

Auch nach mehrmaligem Hören ist „Ave Maria“ alles andere als schlecht, nur so recht vom Hocker reißen kann das Ganze eben auch nicht. Es macht aber extrem Lust darauf, sich mal wieder eine Rammstein-Scheibe in den CD-Player zu werfen!

Tracklist:

  1. 911
  2. Ich liebe es
  3. Dawaj Dawaj
  4. Heimat Erde
  5. Ein alter Mann
  6. Gang Bang
  7. 1&1
  8. Nur für dich
  9. Heimkind
  10. Fleisch
  11. Dein Kanal
  12. Denkelied

Eingehende Suchanfragen: