Nile gehörten für mich seit ihrer Gründung zu der Sorte von Bands, die den Metal mit etwas Besonderem kombiniert haben. Nämlich mit „Leben“, „Ambition“ und „Einfallsreichtum“. Mit „At The Gate of Sethu“ haben sie für diese Begriffe wohl keinerlei Verknüpfungen gehabt zu haben. Das Songwriting ist vorhersehbar, die Produktion ist anscheinend nicht ernst gemeint und der Rest dient nur noch als Mittel zum Zweck. Gerade was den ägyptischen Einfluss der Grundstruktur angeht, wird dieser hier ein wenig mit Füßen getreten.

Produktionsfehler?!

Ja, diese Frage stelle ich durchaus mal einem Nile-Werk. Und damit ist nicht -beispielsweise- der experimentell anmutender Song „Slaves Of Xul“ gemeint. Solche knapp einminütigen Eindringlichkeiten auf das Alben-Thema Ägypten sind vielleicht sogar schon als Höhepunkte des gesamten Albums zu begreifen, denn es ändert sich oberflächlich gesehen grundlegend alles, wofür Nile jemals gestanden haben. Vielleicht geht man mit dieser Argumentation ziemlich stark in Richtung „Verurteilung“ oder „Beleidigung“. Und dies trifft es doch so…bedingt. Egal wie sehr man die Einstellungen seiner Anlage verändert, die Drums klingen stets wie eine Blechtrommel die einen Hügel herunter geworfen wird und die Gitarren-Sounds ertönen wie in einem Übungskeller einer Newcomer-Band. Technisch wird hier der klassische Nile-Fan angesprochen, jedoch finden sich in der Ansammlung ihrer Alben auch Werke, die auch nicht-Death Metal-Fans ansprechen können: „Annihilation of the Wicked“ ist hier nur als Beispiel zu erwähnen.

Nile, wie man sie kennt.

Neu erfunden haben sie sich also nicht. Das müssen sie schließlich auch nicht, weil sie -mit dem bereits erwähnten- Input eine Fanbasis aufgebaut haben. Dagegen befindet sich das Konzept der Band durchaus in einer Zwickmühle: Reformiert man das bestehende Konzept oder bleibt man auf der Stelle stehen und dreht sich maximal um seine eigene musikalische Achse?! Bands wie „At the Gates“ standen selbst vor dieser Problematik und haben sich nach ihrem Werk „Slaughter of the Soul“, im Wissen dass man keine Steigerung herbeiführen konnte, getrennt. Man möchte den Teufel hierbei nicht an die Wand malen, aber der Drang, bloß etwas Neues auf den Markt bringen zu wollen, wiegt hier wohl mehr.

Tracklist:

01. Enduring The Eternal Molestation Of Flame

02. The Fiends Who Come To Steal The Magick Of The Deceased

03. The Inevitable Degradation Of Flesh

04. When My Wrath Is Done

05. Slaves Of Xul

06. The Gods Who Light Up The Sky At The Gate Of Sethu

07. Natural Liberation Of Fear Through The Ritual Deception Of Death

08. Ethno-Musicologial Cannibalisms

09. Tribunal Of The Dead

10. Supreme Humanism Of Megalomania

11. The Chaining Of The Iniquitous