Life is Good, das neue und zehnte Album des US-amerikanischen Rappers Nas steht in den Plattenregalen bereit und wartet auf freudige neue Besitzer, treue Fans und interessiere Hip-Hop-Hörer. Ob sich das langersehnte neue Werke der heimlichen Rap Legende wirklich zum Kassenschlagen entwickeln könnte, lest ihr in unserem Test!

2 Jahre hat Nasir Bin Olu Dara Jones, alias Nas sich Zeit gelassen zwischen seinem letzten Release und dem jetzt veröffentlichten Life is Good. Dabei stand mit dem 2010 veröffentlichten Werk Distant Relatives ein Kollaborationsalbum zusammen mit Reggae Legende Damian Marley auf dem Programm. Zwischen dem jüngsten Werk und seinem letzten Studioalbum Untitled sind inzwischen sogar 4 Jahre vergangen. Genügend Zeit für ein neues Album möchte man meinen.

Zwischen mittlerweile bekannten Übergrößen wie Kanye West, Jay-Z, Eminem, Rick Ross und der Odd Future Bande, hatte Nas schon immer eine schwere Stellung. Abgenagt wirkten seine letzten Alben, obwohl viele gute Tracks vorhanden waren. Die Erwartungen an seine Veröffentlichungen waren aufgrund des überragenden Debütalbum Illmatic einfach viel zu hoch. Nas konnte bisher kein ganzes Album mit der Leichtigkeit, dem Stil und dem tiefgründigen Storytelling wie aus Illmatic füllen. Und auch Life is Good schafft diesen Schritt leider nicht, obwohl viele gute Ansätze vorhanden sind.

Doch nicht falsch verstehen! Life is Good klingt beim ersten Durchhören vollkommen rund und geschmeidig. Das Album schafft es von der ersten bis zur letzten Minute einen in die typisch „alte“ Laune von Nas zu befördern und weckt zugleich die perfekte Symbiose mit den neusten technischen Entwicklungen des gesamten Genres. Das gesamte Album sollte vom Konzept her sehr an den Sound der 90er Jahre angelehnt sein, und diesen Schritt schafft es auch. Es schafft beinahe den perfekten Spagat zwischen eben diesem angelehnten Soundkonstrukt, und der technischen und stilistischen neuen Ausrichtung. Doch irgendwie erwartet man zwischen den Tracks versteckt einen DJ Premier Beat, der auf den letzten Alben stets das Highlight markierte. Doch zu dieser Zusammenarbeit kam es auf diesem Album leider nicht, auch wenn Nas und Premier bereits ihr Interesse an einem gemeinsamen Album bekundet haben. Dennoch kommen mit u.a. Salaam Remi, No I.D., J.U.S.T.I.C.E. League und dem verstorbenen Heavy D einige hochkaratige Produzenten auf die neue Scheibe. Und das hört man!

Gäste gibt es wie bei einem US Rapstar genügend auf dem Album, auch wenn einige aufgenommene Produktionen es nicht auf die finale Trackliste geschafft haben. So wurden u.a. Songs mit den Odd Future Mitgliedern Tyler, The Creator, Frank Ocean und Hodgy Beats aufgenommen, diese aber nicht im Zusammenhang mit dem Album veröffentlicht. Womöglich erwartet uns auf dem nächsten Machwerk, The Lost Tapes Vol. 2, die bisher unveröffentlichten Stücke. Doch zurück zu den eigentlichen Feature Gästen, denn die Liste ist lang und zeug von Qualität. So kommen unter anderem Rick Ross, Mary J. Blige und Swizz Beatz zum Einsatz. Doch auch Nas‘ alter Freund Large Professor gibt sich auf der fünften Single Loco-Motive die Ehre und unterstützt seinen altbekannten Kumpanen. Ebenso findet sich ein sehr interessantes Feature zwischen der Trackliste versteckt. Amy Winehouse gibt postum Vocals für den Song Cherry Wine ihre Stimme. Sehr schön und gliedert sich sehr harmonisch in den Song ein.

Tracklist
1. No Introduction
2. Loco-Motive feat. Large Professor
3. A Queens Story
4. Accident Murderers feat. Rick Ross
5. Daughters
6. Reach Out feat. Mary J. Blige
7. World’s an Addiction feat. Anthony Hamilton
8. Summer on Smash feat. Miguel & Swizz Beatz
9. You Wouldn’t Understand feat. Victoria Monet
10. Back When
11. The Don
12. Stay
13. Cherry Wine feat. Amy Winehouse
14. Bye Baby
15. Nasty (Deluxe Edition Bonustrack)
16. The Black Bond (Deluxe Edition Bonustrack)
17. Roses (Deluxe Edition Bonustrack)
18. Where’s the Love? feat. Cocaine 80s (Deluxe Edition Bonustrack)
19. Trust (iTunes Bonustrack)
20. The Don (Don Dada Remix) (Japan Bonustrack)