Es ist ja immer noch so: Wohnt man außerhalb Bayerns, so hat man gegen eben dieses Bundesland und seine Bewohner die wildesten Vorurteile. Tragen alle nur Dirndl bzw. Lederhose, essen Weißwurst, leben eh alle auf dem Land und sprechen einen seltsamen Dialekt. Das sind so ein paar Aussagen, die man wohl bekommt, wenn man jemanden fragt, was ihm spontan zu Bayern einfällt. Und nicht zu vergessen: Die hören da alle nur Volksmusik! Ja ja, was wären wir bloss ohne Lästereien und Vorurteile? Die Norddeutschen wären keine Fischköpfe, die Ostdeutschen nicht die Ossis und die Bayern eben nicht die… ja, Bayern halt! Kommen wir nun aber wieder zurück zum musikalischen Aspekt: Im größten Teil Deutschland mag tatsächlich irgendwie der Gedanke verbreitet sein, dass aus Bayern nur „ufftata“ Volksmusik kommt. Aber das stimmt nicht! Bayern hat viel mehr zu bieten, zum Beispiel richtig guten Mundart-Pop von Lenze und de Buam!

Lenze und de Buam, das sind der Lorenz Schmid alias Lenz und eben seine Buam: aktuell der Atschi Antretter (Schlagzeug), der Waller Korbinian (nein, nicht Schlagzeug: Baß), der Weber Korbinian (Trompete) und der Bene Mias (Ziehharmonika, Keyboard und Trompete). Gemeinsam haben sie das Album „I nim di mid“ aufgenommen und zeigen den nicht bayrischen Hörern damit, dass sich im Süden nicht alles nur ums Oktoberfest und Schunkelmusik dreht! Es gab natürlich vorher schon diverse Künstler aus Bayern, die eine steile Karriere hingelegt haben, aber die meisten haben dann eben doch auf Hochdeutsch oder Englisch gesungen. Lenze und de Buam bleiben aber ihren Dialekt treu und beliefern ihre Fans mit feinstem Mundart-Pop.

Dabei sind nicht nur die Melodien gelungen, sondern auch die Texte geben einiges her. Klar, hier ist natürlich vorausgesetzt, dass man die Texte auch versteht, aber nach ein paar Durchläufen und genauem Hinhören sollte auch ein Norddeutscher den Witz und Charme dieser Texte verstehen können. Besonders gefallen hat uns dabei gleich der erste Song „Kuabua“, bei dem man einfach mit dem Kopf mitnicken und zumindest den Refrain mitsingen muss. Auch gleich der zweite Song „Aloa aloa“ bringt richtig Spaß! Ein bisschen ruhiger wird es dann mit dem Titelsong „I nim di mid“. Ein besonderes Schmankerl ist dann aber „Ois Guade“, ein Geburtstagsständchen, dass in Zukunft bestimmt mal jemand aus unserer Redaktion zu hören bekommen wird!

Insgesamt warten 16 gut gelungene Tracks auf den Hörer, wobei kein Song dem anderen zu sehr gleicht. Von den ruhigen Nummern über die Mitgröhl-Songs bis hin zu den härteren Beats ist alles dabei. Freunde des Mundart-Pops sollten hier unbedingt zugreifen!

 Tracklist:

  1. Kuabua
  2. Aloa Aloa
  3. I nim di mid
  4. Ois Guade
  5. 1000 Rosen
  6. Oiwei wenni in Italien bin
  7. Renga
  8. Autobahn
  9. Seglschiff
  10. Für di
  11. Mia san uns ned einig
  12. Franze
  13. In meiner Lederhosen
  14. Gams
  15. Moped
  16. Bierzelt

Eingehende Suchanfragen: