Parallel zum ELO-Best Of “Mr. Bluesky” erscheint das neue Solo-Album des Rock-Urgesteins Jeff Lynne. Es ist in unseren Augen stets etwas Schönes, wenn ein Album nicht einfach nur so vor sich hinproduziert wird, sondern mit Herzblut und Fleiß. Wenn diese Eigenschaften schließlich noch eine noch schönere Hintergrundgeschichte haben, haut es uns quasi vom Hocker. So ähnlich war es, als wir die Geschichte zu diesem Album gehört haben, denn sie enthalten Songs, die Jeff Lynne in seinem musikalischem Schffen stark beeinflusst und geprägt haben. Und eben diesen Songs setzt Lynne durch seine eigene musikalische Virtuosität seinen ganz eigenen Stempel auf. Wie es sich für Songs dieser Ära gehört, überschreitet nicht ein einziger Song die 3-Minuten-Grenze. Dies kann bei einigen natürlich sauer aufstoßen, aber Herr Lynne kann in diesem Fall das Rad nicht neu erfinden. Soll er ja auch gar nicht, sondern eben diesem Rad lediglich sein eigenes Profil aufdrücken. Und, Freunde der entspannten Musikkultur, dies tut er nach Leibeskräften.

Den Anfang macht er mit “She”, einer Ballade zum Dahinschmelzen. Weiter geht es ebenfalls schmelzender Weise mit “If I loved You”. Und wir können an dieser Stelle behaupten, dass es nun nicht fröhlicher wird, was der Titel des dritten Tracks “So Sad” vielleicht schon vermuten lässt. Zu “Mercy, Mercy” kann man auch nicht unbedingt abhotten, allerdings ist dieser Song nicht mehr ganz so herzschmerzend wie seine Vorgänger. “Running Scared” geht da schon andere Wege und lässt auf bessere Zeiten hoffen. Und das im Bolero.

“Bewitched, Bothered and Bewildered”, geht da eher wieder ruhigere Wege und ist eher schleppend. Unserer Meinung das unpassendste Lied auf dem Album. Jeff ist nun wohl der Auffassung, dass es nach so viel Melancholie an der Zeit ist, wieder zu lächeln. Mit “Smile” schafft er es zwar nicht ganz, dass uns das Grinsen ins Gesicht getackert wird, aber wir erkennen seine Mühen an und ringen uns dann doch ein Lächeln ab. “At Last” ist, naja, nicht das Letzte, aber auch nicht unser Favorit. Es wäre ein typischer Song für Kneipenhintergrundsbeschallung. “Love Is A Many Splandored Thing” haut uns auch nicht wirklich vom Hocker. Hat der Altmeister des Rock sich wirklich von diesen Songs beeinflussen lassen?!

“Let it rock”, na endlich! Guter, alter Rock and Rooooooll, Baby. Wäre das gesamte Album mit solchen Perlen bestückt, die Wertung wäre mit Sicherheit wesentlich positiver ausgefallen. Das Schlusslicht bildet nunmehr ein echter Klassiker: “Beyond the sea”, wer ihn nicht kennt, hat hier die Möglichkeit. Tjaaaa, leider konnte uns diese musikalische Reise durch Jeffs Vergangenheit nicht gänzlich überzeugen.