Was haben wir doch für ein kunterbuntes Flaggenmeer in dieser unserer musikalischen Welt. Billy Talent wedelte seiner Zeit mit der roten Fahne, Dido hisste die Weiße und Ektomorf reihen sich in dieses possierliche Reigen ein. Die Farbe deren Flagge ist schwarz. Huiuiui, wird sich jetzt der Eine oder Andere denken. Schwarz ist ja schon… dunkel. Ja, das stimmt, aber dies passt haargenau auf den Stil, den die Ungarn spielen. Das seit 1994 bestehende Quartett mit hier und da mal wechselnder Besetzung bringt diese Tage nun sein mittlerweile 12. Album heraus. Und, dies sei an dieser Stelle schonmal verraten, sie haben nichts verlernt. Aber lest selbst, warum wir der Auffassung sind, dass es sich lohnt, diese Scheibe im heimeligen Plattenschrank zu besitzen.

“War Is My Way” ist nicht nur eine klare Kampfansage und mitunter auch eine, wenngleich auch fragwürdige, Lebensphilosophie, nein, es ist auch gleichzeitig der erste Track des Albums. Nach einem kurzen, aber atmosphärischem  Intro geht es gewohnt brachial zur Sache. Für Unerschrockene geht es in ebenso harter Manier weiter. Teilweise erinnert uns dieser Song an ältere Slipknot-Stücke. Dies beweist einmal mehr die Qualität der Spielweise dieses virtuosen Quartetts. “The Cross” geht gleich kompromisslos zur Sache. “Cut It Out” steht dem nach einem kurzen folklorischen Intro in Nichts nach. Eine Wonne für die Nackenmuskulatur.

Da ist er nun, der eine Song, “Black Flag”. Brutal rotzt Zoli die Vocals ins Mikro. DAS ist wahre Härte. Es wird jetzt etwas intim, zart beseelte LeserInnen also an dieser Stelle einmal weggucken. Alle anderen werden eingeladen in die… “Private Hell”. Dieser Song überzeugt durch Beständigkeit. Charly hatte 3 Engel. Für Ektomorf muss das wie ein schlechter Witz klingen, können sie doch in folgendem Song mit sage und schreibe “12 Angels” aufwarten, einem ruhigen Instrumental-Song und Quasi-Intro für das um so heftigere “Enemy”. Stürmt den Pogoherd!

Wer heute noch keine Ahnung hat, mit wem er denn den gemeinen Beischlaf ausführen soll, für diese Menschen haben Ektomorf einen gut gemeinten Tipp in Form des nächsten Songs: “Fuck Your God” brennt uns und euch den Pariser von wo auch immer. So macht die Paarung Freude. Eine Lebensphilosophie, die wir als unterstützenswert erachten, ist “Never Surrender”. Und das Lied rockt ganz nebenbei auch noch ziemlich. Wir kennen es alle irgendwie, fiesen, miesen Liebeskummer, da die/der Angebetete die Liebe nicht erwidert. Ektomorf haben sich diesem Thema angenommen und et voila, “Sick Love” war geboren.

“Feel Like This” ist unser heimlicher Favorit, sehr dynamisch und beispielsweise für Autofahrten auf der Autobahn bestens geeignet. “Kill It” tötet an dieser Stelle alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Zumindest in dem Ego-Shooter, den man dazu spielt. Denn für solche Geschichten ist dieser Song geradezu prädestiniert. Als letzten Song… Moment mal, den kennen wir doch? Na klar, der letzte Song, “The Pretender”, ist ein Cover von den Foo Fighters und bedarf an dieser Stelle keinen weiteren Kommentars bis auf: Genial!