Blackmetal ist in der Metallszene ein schwieriges Thema. Oft hört man von rechten Strukturen, nordischen Kulten, welche auch als rassistisch angesehen werden können und man hat sofort Männer im Sinn, die sich das komplette Gesicht in schwarz-weiß geschminkt haben, Leder tragen und sehr viele Nieten.

Dass sich Szenen wandeln und nicht immer diese Schubladen bedient werden müssen, zeigt heutzutage keine Band so gut wie die Jungs von “Der Weg einer Freiheit”. Schon mit der 2010 erschienen EP haben diese bewiesen, dass da etwas Großes auf uns zu kommt, was die Metalszene spalten und ändern wird. Und genau so kam es. Viele Kids der Hardcoreszene sind auf einmal aufmerksam geworden auf den Blackmetal und die alteingesessenen Blackmetaller fiühlen sich etwas veralbert. Hier und da kam Kritik und wurde in der Waage gehalten mit den großen Lobeshymnen auf diese junge Band, die weder geschminkt, noch benietet oder politisch daher kommen.

Unstille..

Um es von vornherein zu sagen, “Unstille” ist für mich ein Meisterwerk. Es verbindet klassische Blackmetal Arrangements mit sehr modernen Ideen und einer Melancholie, welche die Grundstimmung dieses Album prägen wie kein anderes. Schon der erste Song beweist, was für Potential diese Jungs haben. “Zeichen” heißt dieser und geht 12 Minuten, wobei es nie langweilig wird. Der Hörer wird in eine Welt entführt, in der er langsam eingewebt wird, wie die Fliege im Netz und spätestens nach 8 Minuten ist man dieser Stimmung so verfallen, dass man nicht mehr weg hören kann. Die Melodien sind auf den Punkt gespielt und es entsteht durch alle Instrumente eine solche Harmonie, die einem alles vergessen lässt.

Ich würde nicht behaupten, dass “Unstille” eine hartes Album ist und trotzdem geht es nach vorne, gerade der Song “Zeichen” zeigt, dass sich der Weg hinter Bands wie “Marduk” nicht verstecken muss. Ob melancholisch oder in Fresse: die würzburger Jungs machen es möglich. Sehr positiv ist auch die Tatsache, dass die Jungs ausschließlich in Deutsch singen, was der Melancholie nur noch mehr nach vorn hilft.

Die Produktion ist wirklich mehr als gelungen. Der Gesang könnte vielleicht etwas lauter sein, aber ich kann mir vorstellen, dass dies genauso gewollt ist, um das sphärische noch mehr zu betonen. Was der Drummer in dieser Band leistet ist einfach nur oberste Liga, jedes Fill und jeder Blast überzeugt und das sogar auch live.