Bevor ich diese Rezension starte, muss ich diesen Satz einfach abschmettern: Wie brachial ist das denn bitte? Es ist ja nicht so, dass ich für Black Metal ansich nichts übrig hätte. „Deathspell Omega“ standen jedenfalls bis heute für abwechslungsreichen und modernen Black Metal. Und das beweisen die Franzosen ebenfalls mit „Drought“, wobei sie hier noch eine große Menge an Ambitionen und andere Faktoren einfließen lassen.

Bestandsaufnahme!

Angefangen hat die Band Ende der 90er Jahre als reine Black Metal-Band. Seither haben sie sich mit jeder Veröffentlichung qualitativ gesteigert. Dies äußerte sich insbesondere bei der Abmischung der einzelnen Instrumente und den hervorragenden Songwriting. Geben wir es zu: Kein anderes Feld bietet so viel Angriffsfläche wie die Religion, bei der sich Songwriter dermaßen austoben können. „Paracletus“ (2010) beendete die Trilogie dieser atemberaubenden Reise, die sich uns in vielen Facetten und abstrakten Formen gezeigt hat. Hierbei muss man betonen, dass die Kritik insbesondere das Christentum trifft. Die anschließende Frage ist: Würden sich „Deathspell Omega“ trauen, sich auch an andere Religionen heranzuwagen? Das bleibt abzuwarten, denn die Kritik und das Lob hielten sich bis heute in den Armen und man kann nicht sagen, dass die Thematik als solche wirklich bei jedem Menschen ankommt.

Drought“ schafft somit einen würdigen Epilog auf die vorherige, vervollständigte Trilogie bestehend aus „Paracletus“ (2010), „Fas – Ite, Maledicti, in Ignem Aeternum“ (2007) und „Si monvmentvm reqvires, circvmspice“.(2004).

Meckern auf hohem Niveau.

Man hätte diesen Absatz auch „Motzen für Fortgeschrittene.“ oder auch „Meck, meck, meck.“ nennen können. Einige Dinge sind mir dann doch bei den vielen Durchgängen der EP eher negativ aufgefallen. Da wäre der Track „Sand“ inmitten diesem Chaos, was eher meditativ daherkommt und das Gefühl einer Dürre ausdrücken könnte. Allerdings vergeht er mit einer Laufzeit von knapp einer Minute und dreißig Sekunden. Bevor dieser Eindruck weiter gefestigt werden kann und bevor die Struktur dieses Liedes vollkommen ausgespielt werden kann, endet er und es geht mit dem gewohnten, gleichzeitig gewollten Einschlag weiter.

Positiv überrascht bin ich vom Intro dieser EP gewesen. „Salowe Vision“ mag zwar nur für die Einstimmung dieses Epilogs stehen, strotzt gleichzeitig aber von Einfallsreichtum und prognostiziert eine gespaltene Erwartungshaltung in Richtung der weiteren Veröffentlichungen der Band selbst. Man fühlt sich fast schon in einen bösen Bann gezogen von der Doom Jazz-haften Spielweise. Was mich auf „ Paracletus“ noch gestört hat, spielen „Deathspell Omega“ einfach von meiner Seele. Darüber hinaus vermag meine Nase einen etwas starken Einfluss von „Bohren & Der Club of Gore“ zu riechen. Ich kann mich dabei natürlich irren, aber Doom Jazz habe ich auf bisher keinem „Deathspell Omega“-Album wahrgenommen. Nicht einmal auf dem atmosphärisch stärksten Album „Kénôse“, bei dem ich mir bis heute nicht sicher bin, ob ich es nun vergöttern oder angewidert im Regal stehen lassen sollte.

Den Weg, den die Band hier einschlägt weiß auf jeden Fall zu überzeugen. Dadurch dass die Aufnahmequalität drastisch nach oben geschraubt worden ist und, neben einigen Kritikpunkten, auch andere Stilelemente mit einfließen konnten, gestaltet sich ein Blick in die Zukunft maßgeblich schwerer.

Tracklist:

1. Salowe Vision

2. Fiery Serpents

3. Scorpions and Drought

4. Sand

5. Abrasive Swirling Murk

6. The Crackled Book of Life

In diesem Sinne: Frohes Hören!