Mit ihrem achten Studioalbum melden sich Lisa Gerrard und Brendan Perry, nach diversen Ausflügen in andere Projekte, unter den Namen „Dead Can Dance“ wieder zurück auf die World Music-Bühne. Stilistisch bewegt sich „Anastasis“ nach den ersten Durchläufen auf einem Mix aus „Aion“ (1990) und „Into the Labyrinth“ (1993), wobei ihr unverwechselbarer Stil an westlicher und nicht westlicher Musik weitestgehend erhalten geblieben ist.

Der Aha!-Effekt

Als alter DCD-Fan bin ich natürlich schwer beeindruckt davon gewesen, dass nach der 2005-Tour doch noch ein neues Album angekündigt worden ist, Gerrard und Perry erneut die Welt mit ihren musikalischen Einflüssen prägen sollten. Doch gibt es da den verstaubten Vorwurf der Alltäglichkeit hierbei anzuwenden. Ich habe wirklich nichts dagegen, dass Bands und Musiker bei ihren eigenen und erfolgreichsten Rezepten bleiben. Projekte wie „Finntroll“, „Moonsorrow“ oder eben auch „Dead Can Dance“ schenken sich in ihren Konzepten generell nichts. Nur habe ich dabei manchmal den Gedanken „Okay, morgen könnten sie nochmal ein Album veröffentlichen, was genau die selbe Qualität besitzt, das selbe Konzept an die Hörmuschel trägt und was den selben Einfluss auf den Einzelnen haben wird.“, im Hinterkopf. Das kann man sowohl negativ als auch positiv auslegen. Was ich im Einzelnen damit meine ist z.B. das Eröffnungslied „Children Of The Sun“, was einfach nach einer aufgemotzten Version von „How Fortunate the Man with None (aus „Into the Labyrinth“)“ klingt. Abseits dieser Kritik besticht Brendan Perry hier enorm durch seine gewaltige Stimme, welche sich unweigerlich durch den Gehörgang schleicht.

Anabasis“ hingegen versprüht einen weitaus arabischen und spirituellen Klang, der durch den Gesang von Lisa Gerrard getragen wird. Man merkt direkt den Unterschied zwischen den beiden Interpreten Gerrard und Perry selbst, die durch verschiedene instrumentaler Untermalung glänzen. Man könnte dabei allerdings schnell der Überzeugung sein, dass hier zwei verschiedene Konzepte für ein und das selbe Album vorgelegen haben müssen. Werden Perry’s Lieder noch imposant in Szene gesetzt, verhallen Lisa’s Tracks im produzierten Windschatten. Es bleibt also ein leichter Aha!-Effekt übrig, wenn man es denn mit den älteren Werken vergleichen möchte. Wie stark man sich von den Namen Gerrard und Perry beeindrucken lässt, bleibt jedem selbst überlassen. Als Fan gehört dieses Werk unumgänglich in die Sammlung, der Rest sollte sich zunächst mit anderen Alben von Dead Can Dance auseinandersetzen oder auf Probe lauschen.

Tracklist:

1. Children Of The Sun

2. Anabasis

3. Agape

4. Amnesia

5. Kiko

6. Opium

7. Return Of The She-King

8. All In Good Time

In diesem Sinne: Frohes Hören!