Es gibt Geheim-Tipps, bei denen man sich wirklich wundert, warum sie noch Geheim-Tipps sind. Warum läuft manchmal so viel Schrott im Radio, wenn es Talente wie Cosmo Jarvis gibt? Cosmo Jarvis gehört nämlich wirklich zu den Musikern, die es einfach drauf haben und mit einer unheimlichen Vielfalt eigentlich jeden irgendwo ansprechen müssten. Aus diesem Grund findet ihr heute sein Album „Think Bigger“ bei uns im Test.

Zuordnen? Geht nicht!

Cosmo Jarvis einer Musikrichtung zuzuordnen ist einfach nicht möglich. Wenn man ein Auge zudrückt, könnte man höchstens „Indie“ oder „Alternative“ anführen. Aber wenn man sich sein Album „Think bigger“ oder auch den Vorgänger „Is the world strange or am I strange?“ anhört, stellt man schnell fest, dass Cosmo Jarvis sich gar nicht festlegen möchte. Da findet man rockige Nummern, kritische Nummer, ruhige Nummer, ja sogar Elemente von Hip Hop, Jazz und Punk. Aber nicht nur in seiner Musik ist er vielseitig. Der gebürtige US-Amerikaner, der in Großbritannien aufwuchs, hat nicht nur das Singen drauf. Er schauspielert, er komponiert, er schreibt und er spielt die verschiedensten Instrumente. Sein schauspielerisches Talent kann man übrigens auch in seinen Musikvideos entdecken. Hier sei besonders „She doesn’t mind“ und „Sure as hell not Jesus“ als Reinschautipp empfohlen!

Kommen wir nun aber mal zum aktuellen Album „Think Bigger“. Man hat das Gefühl, hier einen englischsprachigen Liedermacher vor sich zu haben, einen regelrechten „Storyteller“. Jeder seiner Songs klingt dabei anders, man kann einfach keine bestimmte Musikrichtung heraus hören. Diese verschiedenen Richtungen harmonieren allerdings auf diesem Album hervorragend miteinander. Cosmo Jarvis scheint es dabei völlig egal zu sein, ob seine Art des Musikmachens gerade angesagt ist oder nicht – er macht sein Ding, er haut Songs raus, die er selber gut findet und erreicht damit eine Menge Menschen, die es wohl ähnlich sehen wie er. So folgt auf „Lacie“, eine ruhige, rührselige Nummer, zum Beispiel das rockige „Sunshine“, das man sich immer wieder anhören möchte! Der nachfolgende Titel „Good Citizen“ klingt dann wieder völlig anders, so dass man als Unwissender gar nicht glauben möchte, dass all diese Songs von ein und derselben Person sind.

Kritisch betrachtet, könnte man behaupten, Cosmo Jarvis hat sich wohl selbst noch nicht gefunden, weiß noch nicht, in welche Richtung er gehen möchte. Aber ist es nicht viel eher so, dass jeder von uns manchmal auf völlig unterschiedliche Dinge steht? Findet nicht der Hardrocker doch manchmal eine Mainstream-Pop-Nummer richtig gut (selbst wenn er nicht dazu stehen will)? Kann man als Punk-Fan nicht doch auch mal bei einer guten Country-Nummer abgehen? Warum sollte sich Cosmo Jarvis also auf eine Musikrichtung konzentrieren, wenn er doch gerade diese Mischung aus verschiedenen Stilen so hervorragend beherrscht? Wir glauben nämlich, er hat sich längst gefunden und weiß genau, was er machen will: Er zeigt uns, dass er vielseitig ist, dass man sich nicht auf einen Stil beschränken muss! Und diese Mischung ist hervorragend! In Australien zum Beispiel ist Cosmo Jarvis schon ein richtiger Star, seine Konzerte sind immer restlos ausverkauft. Wir können nur hoffen, dass er auch in Deutschland den verdienten Ruhm bekommt und können euch nur sagen: Hört euch seine Musik an, der Junge hat es drauf!

Tracklist:

  1. Love this
  2. Train downtown
  3. Tell me who to be
  4. Lacie
  5. Sunshine
  6. Good Citizen
  7. Friend of the Devil
  8. Hopeless Bay
  9. Whatever
  10. The girl from my Village
  11. Think Bigger