Sodele, jetzt kommen wir zu einer meiner Lieblingsdisziplinen – der cineastischen Grundausbildung. In welchem Film philosophiert ein Doktor über die Chaostheorie und ist ein großer Anhänger eben dieser? Richtig, Jurassic Park, der erste Teil. Wir erinnern uns, Ian Malcolm im Wagen mit Ellie Sattler… Nun gut, aber dies ist eine andere Geschichte. Was besagt denn die Chaostheorie eigentlich? Also vom Prinzip her meint diese Theorie, dass, ganz vereinfacht ausgedrückt, schon die kleinsten Veränderungen Großes bewirken können. Somit sei sehr wenig wirklich vorhersehbar. Wir wagen allerdings ein Blick in die musikalische Zukunft, genauer gesagt in die der italienischen Band Chaos Theory. Das Quintett hat sein mittlerweile 2. Album auf dem Markt und hat sich dem Thrash Metal (der in unseren Augen aber stellenweise sehr nach Heavy Melodic Rock klingt) verschrieben. Und melodisch gehts auch schon zur Sache. Sehr geehrte Damen und Herren, Bühne frei für Chaos Theory. (Applaus)

Und da geht das allgemeine Schunkeln auch schon wieder los, hier auf der Butterfahrt in Richtung Helgoland. Wir haben heute im Angebot: Den ersten Track der 5 Mannen aus Italien mit dem beschaulichen Titel “Faith”. Wir können nur hoffen, dass der Vokalist dieser illustren Truppe bei diesem Gebrüll nicht platzt, derart wird hier ins Mikrofon gegröhlt. “Virus” ist der zweite Song und überzeugt durch Doublebase-Einlagen und lädt zum gesellschaftlichen Headbangen ein. Da soll noch mal jemand sagen, Metal macht einsam.

Der nächste Titel erinnert doch stark an einen unserer Lieblingsfilme. Nur fehlt bei Dawn Of Dead” das “The” zwischen Of und Dead. Gut, sei’s drum, das Lied rockt trotzdem ziemlich, denn der Gesang ist der Hammer, geht eine perfekte Symbiose mit seiner auditiven Umwelt ein. Bei “Carnage” geht es ähnlich hart zur Sache. “Biodeath” geht durch seine eingängigen Riffs verflucht schnell ins Ohr. Herrlich! Wer Aggressionen aus welchen Gründen auch immer hegt, der ist beim Abreagieren der eben Selbigen mit dem Song “Chockers” bestens bedient. Wer immer noch Rest-Aggressionen verspürt, kann sich schließlich bei “Domination” austoben.

“Xenotransplant” ist das verhältnismäßig ruhigste Lied auf dem Album. Wobei dies immer noch reicht, um Whimps und Poser (Manowar lassen grüßen) in die ewigen Metalgründe zu schicken. “Final Solution” wäre, jetzt konsequent weiter zu machen, bis die Trommelfelle bersten. Ja, wäre, hätte, könnte… Und ist. In eben dem Tempo und der Brachialgewalt, wie wir sie bereits auf dem gesamten Album erleben, geht es auch beim vorletzten Track weiter. Den Abschluss bildet “Spyral”, der melodischste aller Songs auf dem Album und unserer heimlicher Favorit.