Mal im Ernst, Leute: Wie geil ist das denn?! Die Rede ist von dem neuem Album von Blumentopf: „Nieder mit der GbR“, ein Album, das uns mit dem ersten Track schon verzaubert hat und das (soviel sei jetzt schon verraten) nichts anderes als Goldstatus bei uns verdient hat!

Ob früher oder heute: Erstklassig!

Verfechter des deutschen Hip Hops müssen sie einfach kennen: Blumentopf. 1992 gegründet, beglücken die Freisinger die deutsche Hip Hop Welt seit Jahren mit genialen Songs wie „Safari“ und natürlich „6 Meter 90“. Auch Fußball-Fans kennen die Band sicherlich von der EM- und WM-Raportagen der vergangenen Jahre. Fans haben mittlerweile 6 Alben in den Regalen stehen, mit „Nieder mit der GbR“ kommt ein siebtes hinzu. Doch was unterscheidet Blumentopf von den anderen Hip Hop Combos? Wie haben sie es geschafft, sich all die Jahre zu halten, während andere, ebenfalls gute Acts irgendwann verschwunden sind? Zum einen liegt das sicherlich an ihren guten Texten, die nicht einfach nur nichtssagend oder aggressiv sind, sondern die eine Story vermitteln. Ein gutes Beispiel hierfür ist der bereits genannte Song „6 Meter 90“ aus dem Jahr 1997, in dem es darum geht, wie weit Boygroup-Fanatismus gehen kann. Eine Geschichte, die zur damaligen Zeit sehr gut gepasst hat, die sicherlich auch heute noch passt und die zum Mitdenken anregt. Aber auch Humor ist ein wichtiger Bestandteil der Songs. Da geht es mal ironisch, mal einfach nur lustig zu. Diese Mischung macht’s: Nicht zu ernst, nicht zu albern, einfach gut erzählte musikalische Geschichten, die der Hörer vorgesetzt bekommt.

Hammergeile Scheibe

Aber schauen wir mal nicht weiter in die Vergangenheit. Widmen wir uns dem neuen Album. Obwohl… Das erinnert doch eben an die Vergangenheit! Blumentopf machen nämlich nicht den Fehler und versuchen sich der heutigen Zeit anzupassen, sondern setzen weiterhin auf Old School Hip Hop! Das ist der erste Gedanke, der einem bereits beim ersten Song „Antihelden“ kommt. Textmäßig zwar passend auf die heutige Zeit, klingt der Track doch aber so, als hätte er auch 1995 auf einem Blumentopf-Album landen können. Sowas mag manchmal vielleicht als negativer Kritikpunkt ausgelegt werden, bei Blumentopf darf dies aber absolut positiv gesehen werden! Denn wer Blumentopf früher geliebt hat, möchte doch gar keine zu großen Veränderungen haben! „Wir sind immer noch dieselben“, wie es aus eben diesem Song „Antihelden“ ertönt, passt hier wie die Faust auf’s Auge und erfreut uns unheimlich!

Während wir also glücklich kopfnickend den letzten Klängen dieses ersten Songs lauschen, dürfen wir uns gleich auf den nächsten Songs „Kein Schu draus“ freuen. Dieser kommt dann schon eine Nummer schneller daher und der Hörer bekommt gezeigt, dass Blumentopf es immer noch drauf haben, mit Wörtern zu jonglieren. Den dritten Song werden einige bereits kennen: „Ich bin dann mal weg“ feat. Pohlmann. Einer dieser Songs, die wieder zum Nachdenken anregen, die nicht nur auf Gute Laune machen, aber trotzdem aufmunternd und Kraft gebend sind. Apropos Pohlmann: „Nieder mit der GbR“ hat noch einige Nummern mit Gastauftritten zu bieten, so zum Beispiel „On Fire“ mit Johnny Popcorn (übrigens ein Song, bei dem wir mehrfach auf Repeat gedrückt haben), „Rosi“ mit Günther Siegl (Scheiße, ist das geil! Storytelling vom Feinsten, noch so ein Fall für die Repeat-Taste), „Supermänner“ mit Sportfreunde Stiller (ein bisschen rockiger, eigentlich in unseren Augen die schwächste Nummer auf dem Album, was aber auch an einer akuten Abneigung gegen die Sportis liegen kann) und „Problem mit Ich“ mit Peter Hadar (ebenfalls wieder ein Song, der ziemlich Old School klingt, aber dementsprechend genial ist).

Neben „On Fire“ und „Rosi“ sind aber gerade die Blumentopf pur Songs die, uns am meisten „geflashed“ haben und mich persönlich ehrlich gesagt nochmal gut in die Jugend zurück geschickt haben. Was waren das doch für Zeiten! Danke Blumentopf, für diese schönen Erinnerungen in einer Neuauflage! Egal ob „Wunderbare Jahre“, „Eurovision“ oder all die anderen Tracks auf diesem Album: „Nieder mit der GbR“ ist einfach fett, ein Muss für jeden Fan des deutschen Hip Hops, egal ob jung oder alt!