Wer bei Brettspielen an kriminalistische Ermittlungen und Aufklärungen von Verbrechen denkt, dem fällt sicherlich als erstes das beliebte „Cluedo“ ein. Aber haben wir nicht alle schon x-mal Baronin von Porz als Mörderin mit dem Seil im Salon überführt? Bringt sicherlich immer wieder Spaß, aber es darf doch auch mal etwas neues sein, dass die kriminalistischen Instinkte in uns weckt! Der Gmeiner Verlag sieht das anscheinend auch so und hat eine ganze Reihe von aufregenden Detektiv-Kartenspielen auf den Markt gebracht. Eines dieser Kartenspiele haben wir uns mal genauer angeschaut.

Fang den Komplizen!

Uns wurde ein äußerst brisanter Fall übertragen: Zwei Kriminelle haben einen schweren Überfall begangen und sind geflüchtet. Einer der Diebe ist uns aber mittlerweile ins Netz gegangen! Nun gilt es allerdings noch heraus zu finden, wo sich der Komplize aufhält und wo die Beute versteckt ist!

Am Montag fand der Überfall statt, am Samstag konnten wir einen der Täter erwischen. Aber wo war er in der Zwischenzeit? Dies gilt es ebenfalls heraus zu finden, denn wenn wir das wissen, wissen wir auch bald, wo sich Komplize und Beute befinden!

Kommissar oder Verbrecher?

Diese Frage stellt sich gar nicht, denn bei diesem Spiel für zwei Personen schlüpft man abwechselnd in die Rolle des Kommissars und des Verbrechers. Nachdem man zu Beginn des Spiels ermittelt hat, wo das Verbrechen statt fand und wo man gefasst wurde, darf man dann seinen Fluchtweg konstruieren. Hierbei dürften die verschiedenen Verkehrsmittel (Auto, Zug, Bahn, Bus, Flugzeug, Schiff) jeweils einmal verwendet werden. Durch gezielte Fragen gilt es nun in der Rolle des Kommissars die Fluchtroute des Gegenspielers aufzudecken bzw. in der Rolle des Täters dem Kommissar Rede und Antwort zu stehen.

Um die Sache aber noch ein wenig spannender zu machen, gibt es verschiedene Aktionskarten zur Ermittlung und Verteidigung. Hier kann der Verbrecher zum Beispiel von einem Anwalt Gebrauch machen oder der Kommissar darf sich auf Zeugen berufen.

Schwerer Einstieg, großer Spaß

Der Einstieg in das Spiel ist nicht ganz so einfach. Die Regeln sind sehr umfangreich und so bietet es sich an, beim ersten Spielen jeden Schritt nach und nach gemäß Spielanleitung zu durchleben. Die Anleitung selber ist aber sehr gut und verständlich geschrieben, so dass man kaum Probleme hat, den Sinn dahinter zu verstehen. Hat man aber dann nach einigem Zeitaufwand zum ersten Mal alle Regeln gehört, bleiben diese auch leicht im Gedächtnis, weshalb ein wiederholtes Spielen nicht sonderlich kompliziert sein sollte.

Letztendlich ist „Auf der Flucht“ ein gut gelungenes Krimi-Kartenspiel für zwei Personen mit hohem Wiederspielwert, das Denksportfreunden und Knobelfans sicherlich einige Stunden Spielspaß bereiten kann.