Es ist immer etwas befremdlich. Befremdlich im Sinne von, wenn man versucht WWE Superstars in Kinorollen zu quetschen. In den 90zigern war es “In”, dass Hulk Hogan in vielen B- Movie-Filmen auftrat, gutes Beispiel “Der Ritter aus dem All”. Auch Serien wurden mit einer Vielzahl von WWF Charakteren besetzt – “Thunder in Paradise” war so eine Serie. Später wurde Dwayne “The Rock” Johnson zu einem gefragten Action-Schauspieler und konnte sich gut etablieren im Action Kino. Nun versucht sich Paul “Triple H” Levesque als Leinwandheld und mint in “The Chaperone” unter der Regie von Stephen Herek, einen Ex- Knastbruder.

Manche kennen ihn als Ray, andere als Ray Ray

Wenn man den Namen Ray Ray hört, denkt man sofort eher an einen schmächtigen Afro Amerikaner, der eine große Klappe hat. Geschnappt bei einem kleinen Raubdelikt, quasselt er sich aus Problemen raus. In “The Chaperone” ist Ray Ray oder einfach Ray Bradstone (Paul “Triple H” Levesque), nach einem etwas missglückten Banküberfall, Gast in der staatlichen Vollzugsanstalt. Sein alter Kumpel Larue hatte ihn im Stich gelassen und ist ohne Ray getürmt. Als gelernter Fluchtwagenfahrer bekam Ray di Schuld für den Überfall und musste sieben Jahre einsitzen. Die Zeit nutzte Ray um sich weiterzubilden, er las viele Bücher, auch Selbstfindungsbücher, und rief regelmäßig seine Lieblings-Radioseelsorgerin an, um sich einen Rat zu holen um weiterhin der neue Mensch zu bleiben der er geworden ist. Geläutert und bereit ein neues Leben zu beginnen wird Ray aus der Haft entlassen. Kurz nach dem Gefängnistor fängt ihn sein alter “Freund” Larue (Kevin Corrigan) ab. Ihm tut es leid, dass er für die Gruppe den Kopf hinhalten soll und möchte es wieder gut machen und Ray mit dem Auto mitnehmen. Ray wiederrum leiht sich Larues Auto aus und fährt in die Stadt.

Ein neues Leben

Auf Rays Agenda steht das er alles tun will um sauber zu bleiben. Ebenso möchte er wieder Kontakt zu seiner Ex-Frau und seiner Tochter Sally (Ariel Winter) aufnehmen. Sally, die damals noch ein kleines Mädchen war als Ray ins Gefängnis musste, ist nun im Teenager- Alter und gar nicht gut auf ihren Vater zu sprechen. Ray besucht seine Ex Frau Lynne (Annabeth Gish) und Sally in ihrem neuen Heim. Dort gibt Sally ihrem Vater zu verstehen, dass sie nichts mit ihm zu tun haben möchte. Ray ist aber fest entschlossen die Beziehung zu ihr zu kitten und sucht immer wieder das Gespräch zu Sally. Als Ray an Sallys Schule auftaucht, schlichtet er Streit zwischen zwei Schülern, wodurch er angesprochen wird als Aufpasser mitzukommen auf einen Schulausflug nach New Orleans. Die Jobsuche gestaltet sich als schwer für Ray, niemand möchte einen Ex-Knacki einstellen. Langsam geht Ray das Geld aus und so wendet er sich an Larue, der ihm einen lukrativen Job anbietet.

Wieder zurück im Geschäft oder doch nicht?

Larue und seine Bande bereiten sich im Auto auf einen Banküberfall vor. Mit Ray als Fahrer sollte nichts schief gehen. Die Bande betritt die Bank und Ray sieht aus dem Auto. Zufällig liegt die Bank genau neben Sallys Schule. Ray bemerkt Sally, die Entschlossenheit den Überfall durchzuziehen schwindet und Ray steigt aus dem Wagen und aus und läuft zum Bus. Er will nicht wieder einen Fehler machen und seine Tochter verlieren. Ray steigt in den Bus und meldet sich als Aufsichtsperson bei der Lehrerin an. Die Polizei rückt an und Larue und seine Gang laufen zum Fluchtwagen, Ray ist weg, der Schlüssel auch, zu Fuß versuchen die Ganoven zu fliehen. Der Bankräuber mit dem Geld stolpert zufällig über das Reisegepäck der Kinder die im Bus sitzen und lässt die Tasche fallen die der Busfahrer auch sogleich einlädt. Larue und ein anderer können fliehen, der Geldträger wird von der Polizei angefahren und kommt ins Krankenhaus, wo er auch gleich vernommen wird.
Larue klaut mit seinem Komplizen ein Auto und sehen an einer Kreuzung Ray im Bus sitzen und nehmen die Verfolgung nach ihm auf. Da Larue nicht dumm ist denkt er eins und eins zusammengezählt zu haben:
Ray und der Geldträger stecken unter einer Decke und die Tasche mit dem Geld wurde mit Absicht am Bus abgestellt in dem Ray fährt um das Geld alleine zu behalten während Larue, als Racheakt, in den Bau geht. Von alldem weiß Ray nichts, er will nur ein guter Vater sein und versucht sich wieder mit Sally anzufreunden. Was auch in New Orleans gelingt. Langsam kommen sich Vater und Tochter näher, die traute Zweisamkeit wird aber durch Larue gestört der sein Geld will. Als Larue erst Sally entführt und die Geldübergabe schief geht, gerät Ray in Schwierigkeiten…

Ja, dieser Film birgt einige Gags und Lacher, leider sind diese eher Situationsbedingt oder resultieren aus dem schauspielerischen Talent der Protagonisten. Gemeint ist, “The Chaperone” ist ein netter seichter Film in dem ein Wrestler die Hauptrolle spielt. Im Ring und am Mikrofon, eröffnen sich Triple H Möglichkeiten als Actor zu überzeugen. Als Filmschauspieler sollte er sich lieber Rollen geben lassen, die zu einem muskelbepackten Hünen mit langen Haaren passen. Panzerfahrer in einer postapokalyptischen Welt, wo er mutierte Aliens den “Pedigree” verpasst. Aber die Rolle als treusorgenden Vater kann man ihm einfach nicht so ganz abnehmen. Besser gesagt als Anhänger von Selbstfindungbüchern und treusorgender Vater, der alles ins reine bringen kann. Nee, nicht wirklich. Darum kann man den Film eher als Komödie einordnen und sich einreihen lassen zu den ganzen anderen Filmen in denen Wrestler zeigen können, was sie schauspielerisch drauf haben, aber für gefühlsduselige Charaktereigenschaften einfach nicht das Können haben. Wenn man etwas dem Film abnehmen kann, dann Szenen wo es auf die Zwölf gibt, hier sieht man, “Ja das hat der Bub drauf!”, darum mehr auf die Zwölf, weniger Charakterrollen, das könnte sonst schief gehen. Ansonsten sei gesagt, wer Fan von Tripple H ist und sich etwas berieseln lassen möchte ist gut aufgehoben bei “The Chaperone”.

Eingehende Suchanfragen: