In „Glück“ geht es um die aus einem russischsprachigen Land stammende Irina (Alba Rohrwacher), welche als Prostituierte arbeitet, und dem Punker Kalle (Vinzenz Kiefer), die sich ineinander verlieben und ein gemeinsames Leben führen wollen.

Schwein gehabt!

„Glück“ ist ein typischer, deutscher Kinofilm, der nicht im Kino läuft. Die Story ist flach, aber nicht unrealistisch, sondern könnte tatsächlich so passieren. Also bis auf den Teil in den letzten zwanzig Minuten vielleicht.

Es soll so erscheinen, als wären beide Charaktere ihre gegenseitigen Retter. Irina hat aus der Zeit, in der ihr Land von Soldaten überrannt und sie vergewaltigt wurde, ein offensichtliches Trauma. Was Kalle passiert ist, bekommen wir gar nicht erst erzählt.

Wie gesagt, beide sollen sich gegenseitig Halt geben, doch es erscheint, als würde nur Irina den Punker „ändern“ und ihn aus seinem „Elend“ befreien.

Man kann ihre anfänglichen Handlungen quasi nicht nachvollziehen oder verstehen.

Die Schauspieler wirken alle etwas nun ja, frisch aus der Schauspielschule. Keine Emotionen in der Stimme, zu wenig Körpereinsatz. Wobei, nackte Haut sieht man genug (welches leider nicht zur Qualität des Filmes beiträgt). Allerdings fehlt die Chemie zwischen den Darstellern komplett.

Dann ist da noch der restliche Aufbau des Filmes, welcher auch nicht wirklich besser als seine Darsteller ist. Es wirkt wie ein typischer Anti-Kinofilm aus Deutschland. Auch wenn so gut wie jeder deutsche Film wie ein C-Movie aussieht, setzt dieser dem Ganzen die Krone auf. Keine Experimente mit Licht oder alternativen Darstellungsmöglichkeiten. Nichts. Nur stumpfes Draufhalten der Kamera. Das bekommt heutzutage jeder Sechstklässler mit einem Smartphone besser hin. Denn entweder hatte der Kameramann Parkinson vom feinsten oder es wurde keinen Wert auf Professionalität gelegt. Sollte der Effekt allerdings beabsichtigt gewesen sein, dann ist es definitiv nicht gut gelungen.

Allerdings passt die Musik sehr gut. Wenn ein Punker in einem Film eine Rolle spielt, müssen natürlich die obligatorischen Punk-Lieder aus der Musikzauberkiste gefischt werden.

Und wenn eine Prostituierte mitspielt, darf der stereotypische dicke Freier, der kaum die Treppen hochkommt, selbstverständlich auch nicht fehlen.

Alles in allem ist „Glück“ nichts weiter als ein erneuter Versuch deutscher Filmemacher an die Indie-Film-Industrie Hollywoods anzuknüpfen. Wenn man etwas braucht, das nebenher läuft, ist „Glück“ allerdings die richtige Wahl.